Coronavirus bringt Schifffahrt ins Schlingern
Die SGG ist erwartungsvoll ins 2020 gestartet. Gerechnet wurde mit einem positiven Betriebsergebnis von knapp 70‘000 Franken. Und dann kam die Coronakrise. Während des prächtigen Frühlingswetters im April blieben die beiden grossen Ausflugsschiffe, die MS Stadt Uster und die MS David Herrliberger vertäut am Quai in Maur. Die Schutzmassnahmen legten den Betrieb lahm. Einzig das kleine Kursschiff Heimat hat während der ganzen Zeit seinen Dienst zwischen Maur und Niederuster versehen.
Liquidität reicht noch aus
Wie SGG-Verwaltungsratspräsident Allan Fuchs erklärt, hat das Budget nun komplett revidiert werden müssen. Es sieht nun einen Verlust von über 180‘000 Franken vor. « Sollten die Umsatzzahlen noch geringer ausfallen als angenommen kann der zu erwartende Verlust gegen 250‘000 Franken erreichen » , schreibt der Verwaltungsrat in der Unterlage, die im Hinblick auf die am Mittwoch stattfindende Generalversammlung verschickt worden ist. Die Versammlung wird aufgrund der Pandemie in schriftlicher Form durchgeführt.
Der Umsatzeinbruch belastet die nicht gerade finanzstarke Genossenschaft schwer, doch « dank der guten Arbeit in den letzten haben wir für den Moment ausreichend freie Liquidität » , hält der Verwaltungsrat fest.
Pop-up-Restaurant wird fortgeführt
Am letzten Wochenende hat die SGG die Ausflugsfahrten nun wieder aufgenommen, allerdings mit einem deutlich reduzierten Platzangebot. « Wir haben sechs Schutzkonzepte ausgearbeitet, von den Rundfahrten, über das Kursschiff bis hin zur Küche » , hält Fuchs fest. Mehr Abstand gilt auch auf den Schiffen. Der Betrieb soll nun langsam wieder hochgefahren werden. Für die vier Festangestellten und die 30 auf Abruf stehenden Teilzeiter gibt es aber weiterhin Kurzarbeit.
Das Pop-up-Restaurant auf der MS Stadt Uster am Seequai soll fortgeführt werden, erklärt Co-Geschäftsführerin Germaine Müller. Dieser Schritt erfolgt nicht zuletzt auch im Hinblick auf die geplante Schliessung des Restaurants Schifflände, das voraussichtlich ab Ende September komplett renoviert werden soll.
Vollmer verzichtet
An der Generalversammlung hätte neben Eveline Reiners aus Ebmatingen auch der Zürcher Marc Vollmer neu in den Verwaltungsrat gewählt werden sollen. Daraus wird nun aber nichts, wie Fuchs unterstreicht. So habe Vollmer im Einvernehmen mit dem Verwaltungsrat seine Kandidatur zurückgezogen.
