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Ein Netzwerkanlass mit viel «Pffff»

400 Firmenvertreter sind ans KMU-Forum Zürich Oberland gekommen – wegen der Referate von Sportjournalist Marcel Reif oder Business-Humorexpertin Yvonne Villiger. Vor allem aber wegen der Gelegenheit zum Netzwerken.

Am KMU-Forum wurde auch über Emotionen im Beruf gesprochen. Züriost hat die Besucher dazu gefragt. (Video: Simon Grässle)

Ein Netzwerkanlass mit viel «Pffff»

Es hat eine Neuerung zum Auftakt des diesjährigen KMU-Forums, das im Rahmen der Züri Oberland Mäss seit zehn Jahren stattfindet, gegeben. «Ein kleines Geschenk», wie es Andreas Künzli, Initiant des Anlasses und Inhaber der Zomag AG, ausdrückte: einen Unternehmer-Znüni. Dieses Geschenk wurde am Freitag gerne entgegengenommen. Die meisten der 380 Teilnehmer kamen bereits vor den Referaten zur Eventhalle auf das ZOM-Areal. Auch, um etwas zu essen. Vor allem aber, um sich mit anderen Firmenvertretern auszutauschen.

«Der Netzwerkgedanke ist zentral beim KMU-Forum», betonte Projektleiterin Eliane Schumacher. Weil an früheren Foren die Zeit für den Austausch etwas zu kurz ausgefallen sei, hätten sie diesen Znüni jetzt eingeführt. Eine Verlängerung des Forums nach hinten sei nicht in Frage gekommen, da die Eventhalle ab 14 Uhr wieder für die ZOM-Auftritte benötigt werde, ergänzte Schumacher.

Ideal für die Kontaktpflege

Zu jenen, die regelmässig das Forum besuchen, gehören etwa Daniel Haldimann, Leiter Bewirtschaftung, und Arealentwickler Thorsten Eberle von der Hiag. «Hier haben wir die Gelegenheit, auf kleinem Raum und zeitlich gut eingebettet Unternehmer aus der Region zu treffen. Solche, die man schon lange gerne einmal gesprochen hätte, aber die Zeit dazu nicht fand», meinte Eberle. Die Atmosphäre hier sei ideal, um sich zu vernetzen.

Neben diesem Networking, so ergänzte Haldimann, seien auch die spannenden Referate ein wichtiger Grund, am Forum teilzunehmen.

«Hier soll nicht nur Wissen vermittelt werden, sondern die Besucher sollen sich unterhalten können.»
Andreas Künzli, Zomag-Inhaber

Der eigentliche Anstoss zum Forum sei gewesen, die ZOM zu stärken, erklärte Zomag-Inhaber Künzli. Ein erster Anlauf dazu sei jedoch gescheitert, da ihm die Bankberater, zu denen er mit seiner Idee vor zwölf Jahren gegangen sei, von einem solchen KMU-Forum abgeraten hätten. Zwei Jahre später, 2009, wagte er sich dann doch daran. Und der Zuspruch, den der Anlass fand, gab ihm Recht: «Wir arbeiten mit dem Arbeitgeberverband Zürcher Oberland zusammen, und auch für ihn ist das Forum ein Leuchtturmanlass.»

Bei der Konzeption sei es ihm wichtig gewesen, dass hier nicht nur theoretische Vorträge für ein kleines Publikum gehalten würden, sondern dass eben gerade auch K-Firmen, also viele Handwerker, hier einen Platz für den Austausch hätten. «Und dann soll hier jeweils nicht nur Wissen vermittelt werden, sondern die Besucher sollen sich unterhalten können.»

Bekannte Referenten

Und das geschah dann auch in der gekühlten Eventhalle. Drei Referate und ein Gespräch standen auf dem Programm. Wie schon in den Vorjahren hatten die Organisatoren wieder bekannte Namen auf die Bühne geholt. Dazu gehörte etwa Profisegler Dominik Neidhart, der als Gewinner des America’s Cup mit der Alinghi-Crew über das Zusammenspiel von Teams referierte. Oder der Sportjournalist Marcel Reif, der über «Emotionen im Beruf» sprach.

Die Nadel im Heuhaufen

Einen regionalen Bezug hatte  der Vortrag von Rolf Zaugg, dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung der Clientis Zürcher Regionalbank. Er befasste sich mit dem Re-Branding, vor dem seine Bank steht – zum vierten Mal seit 1992:  Aus der SZO (1993-2003) wurde die Clientis Sparkasse Zürcher Oberland (2004-2008), dann die Clientis Zürcher Regionalbank (2009-2019) und ab 2020 dann Bank Avera. «Wir treten aus dem Clientis-Konzern aus, um unseren Freiheitsgrad zu erhöhen», so Zaugg.

Die Namensfindung gleiche fast der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Extrem viele gute Namen seien schon vergeben. Zudem müsse der neue Name in allen Sprachen stimmig und nicht negativ besetzt sein. Zaugg merkte allerdings an, dass dies im Falle von «Avera» nur im Hebräischen nicht ganz der Fall sei: Als hebräischer Mädchenname werde er mit religiösen Sünden in Verbindung gebracht. Trotzdem wollte die Geschäftsleitung am gewählten Namen festhalten. Die Konsequenz daraus sei, dass man nun nicht nach Israel oder in den hebräischen Sprachraum expandieren könne, sagte Zaugg mit einem Schmunzeln.

Beim Re-Branding sei es wichtig, die Mitarbeiter als wichtigste Botschafter mit an Bord zu haben. «Unzufriedene Leute lassen sich auch mit der besten Markenstrategie nicht wettmachen. Sie müssen die Grundwerte eines Unternehmens auf allen Stufen repräsentieren und teilen.» 

Erfolg dank Lachen

Wie mit Humor Teams zusammenwachsen und erst noch der Umsatz gesteigert wird, zeigte die Autorin Yvonne Villiger im Cowgirl-Gwändli auf.  Ihr mit trockenen Witzen – «Fangen Sie jeden Tag mit einem Lächeln an – dann haben Sie es hinter sich» – gespickter Vortrag beinhaltete aber auch viel Wissenswertes für den Business-Alltag.

Im Humor erkannte Villiger einen Erfolgsfaktor fürs Geschäftsleben. Das zeigte sie an mehreren Beispielen auf. So sei der Sinn für Humor inzwischen der drittwichtigste Einstellungsgrund. Wer Humor besitze, agiere in schwierigen Situationen lösungsorientierter. Humor bringe Menschen auch zum Zuhören. Er sei ein gutes Mittel, bei Kunden in Erinnerung zu bleiben.

Villiger plädierte dafür, doch wieder mehr kindliche Leichtigkeit an den Tag zu legen. Das stärke die Innovationskraft. Ärger gelte es rasch loszuwerden, denn schon fünf Minuten davon verbrauchten sechs Stunden Körperenergie. Und damit der im Saal aufgestaute Ärger möglichst rasch beseitigt werden könne, hatte sie eine spezielle Therapie: Die 380 Frauen und Männer wurden aufgefordert aufzustehen und den auf jedem Stuhl bereitgelegten Ballon mit  Ärger vollzublasen. Und dann gab es ein grosses «Pffff», die Ballone gingen auf Kommando hoch: «So schnell lassen sich Probleme in Luft auflösen.» Dafür erntete Villiger viele Lacher aus der Runde.

Mehr Bilder zum Anlass gibt es hier:

KMU-Forum Zürcher Oberland

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