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Eine Nachrichtenstrasse für Wetzikon

Unterwetzikon erhält in den nächsten Jahren ein neues Gesicht. Einen wichtigen Teil davon wird das neue Medienhaus der Zürcher Oberland Medien AG bilden.

Der Neubau wird auch einen Innenhof umfassen, der gegen die Leutholdstrasse ausgerichtet ist. , Die «Newsstreet» verbindet innerhalb des Medienhauses die Pestalozzi- mit der Spitalstrasse., Blick auf das geplante Medienhaus von der der Rapperswilerstrasse her.

Visualisierung: CH Architekten AG

Eine Nachrichtenstrasse für Wetzikon

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zürcher Oberland Medien AG plant am heutigen Firmensitz einen Neubau mit Büro- und Gewerberäumen sowie rund 60 Wohnungen
  • Als Sieger aus dem Projektwettbewerb mit zehn Büros ist die CH Architekten AG aus Wallisellen hervorgegangen
  • Der Baustart für das 35-Millionen-Vorhaben ist im Frühling 2021 geplant

 

«Newsstreet one»: Der Projektname ist Programm. «Das kann man doppeldeutig verstehen. Einerseits als neue Strasse, andererseits als Newsstreet, also Nachrichtenstrasse», erklärt Jürg Kägi, Präsident der Baukommission. Tatsächlich umfasst der Neubau, den die Zürcher Oberland Medien AG im Geviert Rapperswiler-/Pestalozzi-/Leuthold-/Spitalstrasse plant, eine neue Verbindung. Parallel zur Rapperswilerstrasse soll dieser Weg durch den künftigen Geschäftssitz hindurch führen.

Hybrid zwischen Medien- und Wohnhaus

Der Verwaltungsrat der ZO Medien AG hat am 14. August das wohl grösste Investitionsvorhaben in der Geschichte des Unternehmens beschlossen: Für rund 35 Millionen Franken soll  anstelle des bisherigen Firmensitzes ein neues Medienhaus entstehen. Das Gebäude wird nicht nur Platz für Redaktion und Verlag bieten, sondern auch weitere Gewerberäume, Büros und zudem rund 60 Wohnungen umfassen.

«Wir haben uns entschieden, eine interne, öffentliche Gasse zu schaffen»

Marcin Gregorowicz, Architekt

«Newsstreet one ist ein Hybrid zwischen einem Medienhaus mit Gewerbe und einem Wohnhaus», erläutert Architekt Marcin Gregorowicz von der CH Architekten AG die Idee ihres Projektes. «Gegen die Rapperswilerstrasse hin ist es zu laut, um die Fenster zu öffnen. Deshalb haben wir uns entschieden, eine interne, öffentliche Gasse zu schaffen. Besucher, Mitarbeiter und Bewohner werden über diesen Weg in das Gebäude hineingeführt.» Die Passage ist gedeckt, weshalb die Passanten dort auch gut verweilen können. An den Durchgang angebunden wird ein frei zugänglicher Innenhof mit Sitztreppe zur Leutholdstrasse hin.

«Wichtig ist uns die Vernetzung der verschiedenen Nutzer im Gebäude», unterstreicht Gregorowicz. Grossgeschrieben wird auch die Flexibilität. Die Grundstruktur des dreiteiligen Komplexes erlaubt es, die Gewerberäume und Büros, aber auch die Wohnungen stets an die aktuellen Bedürfnisse anpassen zu können. «Zur Zeit haben wir kleine Wohnungen geplant. Wir sind der Meinung, dass die verkehrsgünstige und zentrale Lage besonders für Studenten sehr attraktiv ist.»

Gebäude mit Vorbildcharakter

Für Jürg Kägi, der auch als Sachpreisrichter in der achtköpfigen Jury mitgewirkt hat, gewährleistet das ausgewählte Projekt die angestrebte gute, identitätsstiftende Adresse. «Newsstreet one» wurde aus zehn Projekten als das beste ausgewählt. Der Stadt Wetzikon, deren Stadtplaner mit beratender Stimme in der Jury vertreten gewesen ist, ist es wichtig, dass das neue Gebäude städtebaulich gut eingebunden ist. Dazu gehört auch, dass der Neubau nicht nur für sich allein gesehen eine hohe gestalterische Qualität aufweist, sondern an dieser sensiblen Lage auf die unter Schutz stehenden Gebäude in der Umgebung Rücksicht nimmt.

« Das ist ein zukunftsfähiges Haus, das auch wirtschaftlich betrieben werden kann»

Jürg Kägi, Präsident der Baukommission

Das Bauvorhaben soll Vorbildcharakter haben für die weitere Entwicklung von Unterwetzikon bis hinaus ins Gebiet Mattacker. «Dieses Projekt erfüllt alle Vorgaben sehr gut», unterstreicht Kägi, «es ist ein moderner Bau mit hoher Qualität für Arbeit und Wohnen. Das ist ein zukunftsfähiges Haus, das auch wirtschaftlich betrieben werden kann.»

Jetziger Firmensitz in die Jahre gekommen

Davon ist auch Karin Lenzlinger überzeugt, die Verwaltungsratspräsidentin der Zürcher Oberland Medien AG. «Unsere Firma ist heute in einem historisch gewachsenen Gebäude aus dem Jahr 1932  daheim, das angesichts der Veränderungen in der Branche und generell in der Arbeitswelt nicht mehr effizient genutzt werden kann. Zudem ist das gut 2800 Quadratmeter grosse Grundstück an bester Lage schlecht ausgelastet.» Mit den positiven Aussichten auf dem Immobilienmarkt werde das Vorhaben sicher auch für die Aktionäre der Firma interessant. Auf einer eigens eingerichteten Seite unter www.newsstreetone.ch wird das Grossprojekt im Detail vorgestellt. 

Im nächsten Jahr werden nun das Vor- und das Bauprojekt ausgearbeitet. Im Frühling 2021 ist der Baustart vorgesehen. Gut zwei Jahre später soll der neue Geschäftssitz bezogen werden – und an der «Newsstreet» werden Passanten durch die grossen Fenster beobachtet können, wie die Neuigkeiten aus der Region aufbereitet werden.

Die CH Architekten AG

Das aus dem Wettbewerb hervorgegangene Siegerprojekt «Newsstreet one» wurde vom Walliseller Büro CH Architekten AG entworfen. «Wir haben viel Herzblut in dieses Projekt gesteckt», hält Marcin Gregorowicz fest. Der Architekt hat zusammen mit fünf Mitarbeitern den siegreichen Entwurf ausgearbeitet.

Das Büro hat nicht nur an seinem Standort Wallisellen Objekte realisiert oder in Arbeit – etwa das Werk- und Feuerwehrgebäude, das Raiffeisengebäude oder den Neubau und die Sanierung des Komplexes des Schweizerischen Maler-Gipser-Verbandes. Auch in der Region hat das Büro schon einige Bauten erstellt. Unter anderen ist dies in Wetzikon die Wohnüberbauung Neufeldstrasse 2-12, das Gewerbehaus Schanzstrasse in Pfäffikon und in Uster der Neubau der Kantonalbank an der Webernstrasse. In Wetzikon arbeitet das Büro aktuell auch noch an der Überbauung Zentrum Oberwetzikon an der Bahnhofstrasse.

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