Vitaminpillen aus dem Automaten am Bahnhof Wetzikon
Am Bahnhof Wetzikon wird demnächst ein besonderer Selecta-Automat aufgestellt. Auf den ersten Blick unterscheidet er sich nicht von seinen Vorgängern, die dort seit etlichen Jahren stehen. Aber statt Schokoriegeln und Softdrinks enthält die sogenannte « Apobox » diverse Drogerieprodukte: Handdesinfektionsmittel, Vitaminpräparate, Wundheilsalben oder Kondome.
Insgesamt 45 verschiedene Artikel umfasst das erste Sortiment – bereitgestellt von der Versandapotheke Zur Rose mit Hauptsitz in Frauenfeld. Die Zusammenarbeit mit Selecta ist ein Pilotprojekt: An zehn Bahnhöfen in der Deutschschweiz wollen die beiden Unternehmen testen, wie die Kunden das neue Angebot annehmen.
« Bis Ende Juni werden auch die anderen neun Automaten verfügbar sein. »
Pascale Ineichen, Mediensprecherin Zur Rose
Zurzeit ist erst ein Automat im bernischen Kirchberg in Betrieb. « Bis Ende Juni werden auch die anderen neun Automaten verfügbar sein » , sagt Pascale Ineichen, Mediensprecherin von Zur Rose. Das genaue Datum der Platzierung in Wetzikon stehe jedoch noch nicht fest.
Bewusst in mittelgrosse Ortschaften
Für die Pilotphase hätten sich Zur Rose und Selecta bewusst für Bahnhöfe mittelgrosser Ortschaften entschieden, wie Ineichen mitteilt.
Einwände gegen eine Platzierung auch in Städten gebe es aber nicht. « Ist der Testlauf erfolgreich, entscheiden Zur Rose und Selecta über den Roll-out an weiteren Standorten. »
Gemäss dem Konsumentenmagazin « Saldo » liegen die Produkte im Automaten preislich meistens unter den Ladenapotheken. Nur die Grossverteiler könnten bei einzelnen Produkten – bedingt durch andere Packungsgrössen – das Preisniveau noch unterbieten. « Wir bieten attraktive Dauertiefpreise » , sagt Ineichen. Möglich sei dies durch effiziente Prozesse.
« Leider können wir in den Automaten nicht auch unsere Aktionen abbilden. »
Pascale Ineichen, Zur Rose
Die Preise in den Automaten können aber durchaus von denen im Onlineshop von Zur Rose abweichen. So kostet eine Sonnencreme der Marke « Daylong » online nur 18,15 Franken, im Automaten aber 22,70 Franken. « In diesem Fall handelt es sich um ein Aktionsangebot. Leider können wir in den Automaten nicht auch unsere Aktionen abbilden. »
Der Grund: Selecta arbeitet mit klassischen Preisschildern, die von Hand ausgewechselt werden müssen. Für ein flexibles Pricing wäre der Aufwand zu gross. Zwischen den einzelnen Automaten würden sich die Preise aber nicht unterscheiden, wie Ineichen versichert. Insgesamt seien die meisten Produkte günstiger als im Fachhandel.
Kampfansage oder Ergänzung?
Als eine Kampfansage an Ladenapotheken will Ineichen die Zusammenarbeit mit Selecta trotzdem nicht verstanden wissen. « Das ist vielmehr ein ergänzendes Angebot. Uns ist wichtig, dass wir den Kunden auch an den Randzeiten, wenn die Apotheken und Drogerien geschlossen sind, gewisse Kosmetik- und Gesundheitsartikel anbieten können. »
Zudem würden die Apoboxen keine apothekenpflichtige, sondern ausschliesslich frei verkäufliche Produkte enthalten. « Wer akut krank ist, geht weiterhin in die Apotheke oder Drogerie, um sich dort beraten zu lassen. »
« Im Sommer sind teilweise andere Artikel gefragt als im Winter. »
Pascale Ineichen, Zur Rose
Das Sortiment werde man, so Ineichen, im Laufe der Zeit anpassen. « Je nach Saison variieren wir die Produktpalette. Im Sommer sind teilweise andere Artikel gefragt als im Winter. »
Dass die Produkte durch die Witterung oder die Sonneneinstrahlung leiden könnten, schliesst sie aus. Zum einen werde die Temperatur in den Apoboxen wie in allen Selecta-Automaten reguliert. Zum anderen seien die Produkte durch die Verpackung vor Lichtschäden ausreichend geschützt.