Herr Dobler, diesen Interviewtermin hat Ihre persönliche Assistentin koordiniert. Wird das bald künstliche Intelligenz für Sie erledigen?
Marcel Dobler: Wir sind noch weit entfernt davon, dass meine Assistentin gefährdet wäre. Interviewanfragen müssen geprüft werden. Das ist komplexer als reine Terminfindung. Hauptsächlich macht meine Assistentin aber politische Abklärungen. Doodle könnte sie also beispielsweise nicht ersetzen.
Sie wurden zu einem der 100 Digital Shaper der Schweiz gewählt. Ist das auch die Rolle, in der Sie sich im Nationalrat sehen?
Ich habe in meinem Leben nichts anderes gemacht, als mich mit IT zu beschäftigen. Ich habe programmiert, nach dem Informatikstudium Digitec gegründet, die Firma aufgebaut, Prozesse optimiert. Nach dem Firmenverkauf bin ich auf die Idee gekommen, Nationalrat zu werden. Mittlerweile bin ich auch Präsident von ICTswitzerland, dem Dachverband der digitalen Wirtschaft, und Vorstand von Economie Suisse. Vergleicht man meinen Lebenslauf mit denen meiner 245 Gspänli, dann macht es Sinn, dass ich als Enabler gelistet bin. Das Durchschnittsalter im Nationalrat ist 52, im Ständerat 57 – mehr als eine Handvoll wirklicher IT-Experten gibt es da nicht.
«Mehr als eine Handvoll wirklicher IT-Experten gibt es im Rat nicht.»

