Drei Gemeinden im Oberland gehören zu den attraktivsten im Kanton
Schöner wohnen
10 Prozent der Schweizer Bevölkerung sucht jährlich eine neue Bleibe. Die UBS hat in einer Studie ermittelt, wo es sich für Familien am besten wohnt.
Uster ist der attraktivste Wohnort im Kanton Zürich. So steht es schwarz auf weiss im erstmals publizierten «UBS-Wohnattraktivitätsindikator» (WAI).
Der WAI, den die Grossbank am Dienstag vorgestellt hat, soll aufzeigen, wie attraktiv eine Gemeinde als Wohnort für Familien mit zwei Kindern ist. Der Befund: Familien mit durchschnittlichen Finanzen, also mit einem Jahreseinkommen von 145’000 Franken brutto, sind am besten in sogenannten Mittelzentren aufgehoben.
Mittelzentren, wie beispielsweise die Stadt Uster: 37’000 Einwohnerinnen und Einwohner, 17’500 Arbeitsplätze, perfekte ÖV-Anbindung, Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, ein breites Kulturangebot, ein See und deutlich tiefere Mietkosten als die 15 S-Bahn-Minuten entfernte Grossstadt.
Die Erkenntnis ist weder neu noch überraschend. Vor einem Jahr kam Immobilienexperte Donato Scognamiglio gegenüber dieser Zeitung zum Schluss, dass Uster unterschätzt werde. Faktisch sei Uster heute ein Vorort von Zürich. Bei einer zweiten Oberländer Gemeinde, die es im WAI-Ranking in die Top Ten geschafft hat, ging er sogar noch weiter: «Greifensee ist die Goldküste von Uster.»
Aarau in der Region Zürich bestplatziert
Die UBS-Studie berechnet die Wohnattraktivität nicht pro Kanton, sondern für 13 Schweizer Regionen. Dabei umfasst die Region Zürich – grob gesagt – den Zürichsee plus 50 Kilometer im Umkreis. In diesem Grossraum lebt es sich gemäss der Studie am besten in Aarau, Schaffhausen und Baden. Wem es also nichts ausmacht, mit einem «AG» oder «SH» in den Kanton Zürich zu pendeln, der wird auch dort glücklich.
Der UBS-Wohnattraktivitätsindikator setzt Uster in dieser Region auf den sechsten Platz als Wohnort für Familien mit mittleren Einkommen. Daneben schaffen es auch Greifensee (9) und Wetzikon (10) in die Top 10 – als einzige Ortschaften im Kanton Zürich notabene.
Es sind drei Faktoren, mit der die Wohngemeinden bewertet werden: eine gute Infrastruktur, ein vielfältiges Freizeitangebot und tragbare Lebenshaltungskosten. «Idealerweise verfügen die attraktivsten Wohngemeinden über eine gute Mischung aus diesen drei Entscheidungsfaktoren», so die Autoren der Studie.
Gerade für Familien mit tiefen und mittleren Einkommen machen Mieten und Steuern einen bedeutenden Teil der Gesamtausgaben aus. Daher sind für sie die Zentrumsstädte kaum erschwinglich. Die Stadt Zürich schafft es nur bei Familien mit einem hohen Haushaltseinkommen (300’000 Franken) in die vorderen Ränge.
«Aufgrund hoher Wohnkosten sind es in vielen Regionen nicht die grossen Zentren und prestigeträchtigen Tiefsteuergemeinden, die beim WAI an der Spitze stehen. Die Qualität der Infrastruktur und des Freizeitangebots kann die hohen Lebenskosten nicht immer aufwiegen», stellen die Autoren der Grossbank fest.