Calamias Liebe auf den ersten Blick
Es war ein brutales Aus für Mauro Calamia und sein italienisches Dinamic-Team mit Roberto Pampanini und Ivan Jacoma.
Noch 100 Minuten vor Rennende lag es beim Langstreckenrennen «Gulf 12 Hours» auf der dritten Position in der Pro-Am-Kategorie, eher Jacoma ein folgenschwerer Fehler passierte. Beim Überrunden kollidierte er mit einem Fahrzeug. Die Folge davon: Ein Lenkungsbruch.
Hadern will Calamia deshalb aber hinterher nicht – im Gegenteil: «Es ist sehr gut gelaufen», betont der Laupner.
Tatsächlich. Zum ersten Mal überhaupt fuhr Calamia ein Rennen im neuen Porsche 911 GT3 R. «Ich habe weder das Auto noch das Team gekannt. Wir haben also überhaupt nichts getestet und fahren gleich vorne mit. Das ist ein gutes Zeichen», freute er sich.
Für Calamia war es zwar nicht der erste Auftritt an den «Gulf 12 Hours» – und doch etwas ganz besonders. Nicht nur wegen des neuen Sportwagens sondern aufgrund der starken und auch prominenten Konkurrenz.
Das Duell mit dem Weltmeister
Immerhin konnte er sich in Abu Dhabi mit keinem Geringeren wie Valentino Rossi messen – dem siebenfachen Motorrad-Weltmeister. Von einem «geilen Fight», sprach der Oberländer deshalb hinterher.
«Einmal war er vorne, einmal ich.» Doch während Calamia & Co letztlich ausfielen, kam der italienische Superstar mit seinem Ferrari GT3 auch als Dritter ins Ziel.
Und trotzdem: Calamia und Porsche – es scheint Liebe auf den ersten Blick. Erst ein paar Wochen ist es her seit ihn Roberto Pampanini – sein Fahrerkollege und Sponsor – an den Porsche Swiss Cup in Misano (ITA) einlud.
«Es war Balsam auf meine Seele und die Bestätigung, dass, wenn alles passt, ich nach wie vor schnell fahren kann.»
Mauro Calamia, Rennfahrer aus Laupen
Noch nie hatte der 27-Jährige bisher einen Porsche Cayman GT 4 gefahren, und schaffte es doch gleich zuoberst aufs Podest. «Es war Balsam auf meine Seele und die Bestätigung, dass, wenn alles passt, ich nach wie vor schnell fahren kann», resümierte er.
Tatsächlich erlebte Calamia noch im Mercedes AMG GT3 zuvor eine Saison mit Hochs und Tiefs. Höhepunkt war die Teilnahme am 24-Stunden-Rennen im belgischen Spa-Francorchamps.
«In der Nacht und bei strömenden Regen zu fahren war eine Herausforderung», sagte er und strich das starke Teilnehmerfeld heraus. Entsprechend zufrieden war er mit dem 44. Rang in der Overall-Wertung und dem fünften Platz in der Pro-Am-Cup-Klasse.
Rückschläge im «Le Mans Cup»
Eher enttäuschend lief es Calamia hingegen in der Sportwagen-Serie «Michelin Le Mans Cup», wo er wegen Ausfällen, Unzulänglichkeiten von anderen Fahrern und Fehlentscheidungen der Rennleitung auf kein einziges brauchbares Resultat kam.
Selbst auf seiner Lieblingsstrecke in Spa kam der Laupner nicht auf Touren, sodass aus Kostengründen auf das letzte Rennen in Portimao (POR) verzichtet wurde.
Nur einige wenige Wochen später blickt Calamia aber wieder voller Hoffnungen auf die anstehende Saison. «Wir können es kaum erwarten anzugreifen», sagt er.
Zuversicht gibt ihm der neue Porsche GT3 R und natürlich die dazugehörende italienische Crew von Dinamic – wegen der engen Verbundenheit mit dem Deutschen Mutterhaus und als Entwicklungspartner von Reifenhersteller Pirelli.
Starke finanzielle Unterstützung
Möglich wurde all dies insbesondere dank der finanziellen Unterstützung von Roberto Pampanini, der mit Calamia und Ivan Jacoma auch das Fahrer-Trio bildet. Mit dem erfahrenen Tessiner Jacoma bestritt Calamia schon vereinzelt Rennen.
«Ivan hat schon viele Kilometer abgespult und diverse Meisterschaften auf Porsche gewonnen – so beispielsweise die auf der bekannten Nordschleife ausgetragene VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring.
Das Team um Calamia wird im nächsten Jahr die gesamte Blancpain Langstrecken-Meisterschaft – zu der auch das Rennen von Spa zählt – bestreiten. «Im Bereich der GT3-Autos gibt es nichts höherklassiges», sagt Calamia.
Der erste Testlauf steht aber bereits Mitte Januar an mit dem 24-Stunden-Rennen von Dubai an.
