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Darum gibt Tschümperlin nur vereinzelt Gas

Auf die Meisterschaft verzichtet Kevin Tschümperlin diese Saison. Den Start vor der eigenen Haustüre am Supermoto Bäretswil lässt sich der Hadliker Prestigefahrer aber nicht nehmen.

Kevin Tschümperlin hebt erstmals diese Saison ab – am Supermoto Bäretswil.

Archivfoto: Christian Merz

Darum gibt Tschümperlin nur vereinzelt Gas

Für Kevin Tschümperlin ist das am Wochenende vom 13./14. Juli zum letzten Mal stattfindende Supermoto Bäretswil speziell.

Nicht nur, weil  die Veranstaltung mit dem Parcours zwischen Häuserzeilen für den Hadliker ein Heimrennen ist. Sondern vor allem auch deshalb, weil er in der laufenden Meisterschaft noch gar kein Rennen bestritten hat.

«Ich habe Verletzungen immer wieder ignoriert und bin trotzdem gefahren.»
Kevin Tschümperlin

Mit seinem Saisoneinstand erhöht sich das Oberländer Kontingent in der Prestige-Klasse auf drei Fahrer.

Es besteht in Bäretswil aus dem gut in die Meisterschaft gestarteten Walder Routinier Stephan Züger (38), dem das erste Jahr in der Königsklasse absolvierenden Alex Zanetta (Tann) und Tschümperlin.

Wie Züger fährt der mittlerweile 30-Jährige seit vielen Jahren in der Prestige-Klasse. Die letzte Saison verlief für Tschümperlin äusserst erfolgreich und er war drauf und dran, sein bestes Ergebnis in der Gesamtwertung zu erzielen.

Doch dann kam das letzte Meisterschaftswochenende. Und was im September 2018 in Ramsen geschah, wirkt bis heute nach.

Knabbermaterial für lange Zeit

Tschümperlin wurde im Zeittraining von einem Konkurrenten abgeräumt, verpasste alle drei Läufe und blieb ohne Punkte. Statt nach bisher drei 3. Plätzen erstmals Vizemeister zu werden, beendete er die Meisterschaft auf dem 4. Platz. Der Frust darüber war gross.

«Ich war meinem Ziel so nahe», erinnert er sich und gibt zu: «Daran hatte ich lange zu knabbern.» 

Neben den mentalen Wunden trug der Oberländer auch ein zertrümmertes Schlüsselbein davon. Weil er sich 2018 zuvor bereits beide Schultern ausgerenkt hatte, rang sich Tschümperlin dazu durch, seinem Körper die nötige Erholungszeit zu geben. «Ich habe Verletzungen immer wieder ignoriert und bin trotzdem gefahren.»

«Ich fühle mich bereit und greife an.»
Kevin Tschümperlin 

Ganz auf Rennen mag er trotzdem nicht verzichten, die Gesamtwertung lässt er heuer allerdings sausen. Er bestreitet nur einzelne Rennen, pickt sich im Kalender quasi einzelne Rosinen heraus. Im Hinterkopf hat er dabei das nächste Jahr. «Das Ziel sind die Top 3.»

Spass und Angriff in einem

Eigentlich glaubte Tschümperlin, rechtzeitig aufs Rennwochenende  in Hoch-Ybrig im Juni wieder fit zu werden. Er trainierte hart dafür, doch nur drei Tage, nachdem der Prestigefahrer vom Arzt das Okay erhalten hatte, wurde der Oberländer auf dem Velo von einem Auto angefahren. Beim Unfall zog sich Tschümperlin einen Bruch des Mittelhandknochens zu.

Erst vor etwas mehr als einem Monat konnte er wieder beginnen, Runden auf dem Töff zu drehen. «Das Fahren habe ich nicht verlernt», sagt er und lacht. Zu Beginn aber konnte Tschümperlin nur zehn Minuten am Stück schmerzfrei Gas geben. 
 

Rechtzeitig auf das Supermoto Bäretswil aber ist er wieder in Vollbesitz seiner Kräfte. Primär wolle er bei seiner Rückkehr auf die Rennstrecke Spass haben, sagt er zwar erst zurückhaltend.

Dann drückt der Ehrgeiz doch noch durch. Nur mitfahren ist nicht Tschümperlins Ding. «Ich fühle mich bereit und greife an.» 

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