Deana ohne Einsatz und mit ungewisser Zukunft
Er hat nichts von seinem Optimismus verloren. «Ich hoffe schon, dass ich noch eine Chance bekomme», sagt Steven Deana. Seit September 2019 ist der Wetziker beim früheren Bundesligisten MSV Duisburg unter Vertrag.
Über die Reservistenrolle ist der Profi-Torhüter bisher nicht hinausgekommen. Spielpraxis gab es für ihn nur in Testpartien. Und dies, obwohl der Traditionsklub in der 3. Liga eine sportliche Berg-und-Tal-Fahrt mit mehreren Trainerwechseln erlebte.
Deanas Pech: Der aus Hannover ausgeliehene Leo Weinkauf war als direkter Konkurrent einer der wenigen Konstanten. Das Portal «Liga-Drei.de» bezeichnete den 24-Jährigen sogar als den «vielleicht komplettesten Torwart der 3. Liga». Unterstrichen werden die Worte durch den Notenschnitt des Fachmagazins «Kicker». Es ist mit 2,77 der beste Wert des ganzen Teams.
In ein Loch geraten
Es gibt also kaum Anlass für einen Wechsel auf der Torhüterposition. Zumal sich die Duisburger seit der zweiten Trainerentlassung der laufenden Saison im Februar wieder im Aufschwung befinden. Bis auf Platz 12 hat sich der einstige Abstiegskandidat nach vorne gekämpft.
Und dennoch warnt Deana: «Es kann schnell in die andere Richtung gehen. Wir müssen weiterhin punkten.» Idealerweise schon heute Samstag gegen Waldhof Mannheim. Mit dem fünften Heimsieg in Folge würde der Klassenerhalt für den MSV ein grosses Stück näher rücken.
«Wir haben so viel Aufwand betrieben. Und dann die Enttäuschung. Das ist mental nicht einfach zu verarbeiten.»
Steven Deana, Profifussballer aus Wetzikon
Dabei hatte Deana bei seiner Vertragsunterzeichnung eigentlich in Richtung 2. Bundesliga geschielt. Der direkte Wiederaufstieg war das Ziel. Und viel fehlte wirklich nicht. Den Grossteil der letzten Saison lagen die «Zebras» auf einem Aufstiegsplatz. Als fatal erwies sich schliesslich am vorletzten Spieltag ein später Gegentreffer gegen Bayern 2. «Wir haben so viel Aufwand betrieben. Und dann die Enttäuschung. Das ist mental nicht einfach zu verarbeiten», sagt Deana.
Prompt schlitterte Duisburg hernach in eine nicht enden wollende Krise. Im November musste Trainer Torsten Lieberknecht gehen, nur zwei Monate später war auch für seinen Nachfolger Gino Lettieri bereits wieder Feierabend – der MSV taumelte zu diesem Zeitpunkt förmlich Richtung Regionalliga.
Stabilität kam schliesslich erst wieder mit Pavel Dotchev. «Er hat eine gute Ausstrahlung und brachte sofort Ruhe ins Team», sagt Deana.
Auslaufender Vertrag
Acht Spiele dauert die Meisterschaft noch. Wie es danach mit dem Oberländer Torhüter weitergeht, ist völlig offen. Sein Vertrag läuft aus. 31 ist er. Es ist kein Alter für einen Torhüter. Und doch dürften nach fast drei Jahren ohne Ernstkampf-Praxis mögliche neue Klubs nicht Schlange stehen. «Ich bin fit wie ein 23-Jähriger und möchte noch einige Zeit spielen», sagt Deana.
Gut möglich, dass dies auch weiter in Duisburg sein könnte. Der Verbleib vom nur ausgeliehenen und in eine höhere Liga strebenden Weinkauf scheint wenig wahrscheinlich. «Es gab Andeutungen von Vereinsseite», sagt Deana zu einer Weiterverpflichtung beim MSV.
Von der ungewissen Zukunft lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. Der langjährige Challenge-League-Goalie kennt sie aus der Zeit nach dem Vertragsende beim FC Aarau, als er zwei Monate lang ohne Klub blieb. Und er weiss – im Fussball kann es schnell gehen.
