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Eine Vorrunde zum Vergessen

Die Greifenseerin Naomi Mégroz ist in diesem Herbst beim SC Freiburg nur Nebendarstellerin geblieben.

Naomi Mégroz (in blau) wurde in der ersten Saisonhälfte bisher nur eingewechselt., Von Corona gestoppt: Naomi Mégroz aus Greifensee., Naomi Mégroz wechselte im Sommer 2019 zum SC Freiburg.

Foto: PD

Eine Vorrunde zum Vergessen

Drei auf 82 Minuten verteilte Einsätze für den SC Freiburg. Und die letzte Einwechslung in der Meisterschaft liegt über zwei Monate zurück. Dazu passt: Ende November machte Naomi Mé­groz auch die Reise mit dem Schweizer Nationalteam zum finalen EM-Qualifikationsspiel gegen Belgien (0:4) nicht mehr mit. 

Der Frust bei der Greifenseerin müsste also gross sein. Vor allem, da die 13-fache Interna­tionale in der letzten Saison unumstrittene Stammkraft war – und 19 von 22 Bundesliga-Spielen bestritt. Noch vor der Auftaktpartie antwortete sie im Stadionmagazin bei der Frage nach der besten Entscheidung in der sportlichen Laufbahn mit: «Wechsel zum SC.» 

Körperliche Probleme

Immer noch? Tatsächlich wirkt Mégroz keineswegs deprimiert. Gestoppt wurde die Aussenspielerin nämlich nicht durch eine Verletzung – sondern vielmehr von Corona und den Umständen. «Dafür kann niemand was», sagt sie unaufgeregt. Klubtrainer Daniel Krauss ortete zwar körperliche Probleme und Leistungsschwankungen – meint aber gleichzeitig: «Es lief wirklich nicht für sie.»

Mitentscheidend bei der Durstphase von Mégroz waren nicht zuletzt zwei Zusammen­züge mit dem Nationalteam im September und Oktober. Wegen dieser musste die langjährige Fussballerin des FC Zürich länger in der Schweiz bleiben. Im zweiten Fall wurden sogar 14  Tage Quarantäne angeordnet – aufgrund eines positiven Tests einer Mitspielerin. «Deshalb verpasste ich gleich mehrere ­Spiele», sagt die 22-Jährige. Mégroz selbst, die in Freiburg regelmässig zweimal pro Woche getestet wird, war jederzeit gesund.

Ein Korb fürs Nationalteam

Diese Zwangspausen sowie die sportliche Situation im Breisgau waren dann auch der Grund, weshalb sie das letzte Aufgebot für die entscheidende Belgien-­Partie nicht mehr wahrnahm. «Für mich war es nach einem Gespräch mit Nationaltrainer Nils Nielsen der beste Entscheid», sagt Mégroz. 

Tatsächlich wurde die Greifenseerin letztmalig im März bei zwei Testspielen gegen Österreich eingewechselt. Bei den Qualifikationspartien im Herbst gegen Kroatien, Belgien und Rumänien blieb sie hinterher ohne Einsatzminuten auf der Bank.

Diese hätte ihr also mit grosser Wahrscheinlichkeit beim zweiten Vergleich gegen Belgien ebenso gedroht. Nur schon, weil Mégroz beim SC Freiburg seither gar nie mehr berücksichtigt ­wurde. Und vor allem: Der neuer­liche Zusammenzug hätte die Konsequenz gehabt, dass sie noch die letzten Partien vom Jahr ihres Vereins verpasst hätte. 

«Das ist die Naomi, die wir kennen und schätzen.»

Daniel Krauss, Trainer SC Freiburg

Den Entscheid begrüsst auch Daniel Krauss. «Das ist sinnvoll. Naomi hat die Zeit nutzen können und gut trainiert», sagt er. Für ihn ist klar: Das Nationalteam soll ein Bonus sein.

Eine erste Belohnung erhielt Mégroz nun vom Coach am letzten Samstag beim Pokal-Achtelfinal gegen den Regionalligisten Weinberg (9:1) mit der Einwechslung nach der Pause. Sie erzielte dabei nicht nur das achte Tor, sondern erschuf sich weitere Chancen. «Das ist die Naomi, die wir kennen und schätzen», sagt Krauss und eröffnet ihr weitere Einsatzminuten mit Blick auf die verbleibenden Meisterschaftspartien in Meppen und Leverkusen.

Gerade ihre Qualitäten im Spiel nach vorne könnten die Freiburgerinnen wieder verstärkt gebrauchen. Als Tabellenachter ist das Team zwar im Mittelfeld klassiert. Mit nur neun Treffern aus zehn Partien ist die Ausbeute allerdings ziemlich karg. Das weiss auch Trainer Krauss. «Naomi hat in der letzten Saison einige Tore für uns erzielt.» Er ist deshalb froh um den zusätzlichen Trumpf und traut ihr auch einen weiteren Sprung in der Entwicklung zu.

Greifenseerin in Paris gesetzt
Beim letzten EM-Qualifikationsspiel gegen Belgien (0:4) wurde es einem wieder vor Augen geführt. Dem Schweizer Nationalteam der Frauen fehlt neben Gaëlle Thalmann (positiver Corona-Test) eine Torhüterin von internationalem Format. Elvira Herzog machte keine gute Figur. Die mangelnde Praxis war der Freiburger Ersatz-­Torfrau und Teamkollegin von Naomi Mégroz bei jeder Flanke anzusehen. An Herzogs Stelle hätte auch Natascha Honegger (23) stehen können. Nur: Die Greifenseerin entschied sich Anfang 2019 gegen die Schweiz und damit für Brasilien, das Heimatland ihrer Mutter. Für die Seleçao debütierte sie tatsächlich im März gegen Holland (0:0). Ihr Ziel: bei der WM im Sommer 2023 in Australien/Neuseeland dabei zu sein. Es scheint ein realistisches Ziel. In ihrem Klub Paris FC kommt Honegger regelmässig zum Einsatz. In sieben von zehn Partien der Division 1 hütete sie das Tor. (zo)

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