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Aufbruchstimmung auch an der Basis

Mit Effretikon, Wetzikon und Uster stellen drei Vereine aus der Region ein Frauenteam in der 2. Liga.  Dem Trio ist dort nicht nur eine gute Rolle zuzutrauen – auch mittelfristig scheinen die Klubs dank einer soliden Nachwuchsabteilung im Mädchenbereich gut aufgestellt.

Die Zweitliga-Frauen des FC Effretikon treffen am Samstag im Schweizer Cup auf den NLB-Klub Schlieren.

Foto: Thomas Göckeritz

Aufbruchstimmung auch an der Basis

Den ersten Höhepunkt gibts noch vor dem Auftakt in die Meisterschaft. In den 1/32-Finals des Schweizer Cups treffen die Zweitliga-Frauen des FC Effretikon am Samstag auf den NLB-Klub Schlieren.

Möglich wurde diese Affiche wegen des Corona-bedingten Saisonabbruchs. So wurden die Effretikerinnen unter allen Viertelfinalisten des FVRZ-Cups als Teilnehmer ausgelost. Die Vorfreude ist deshalb gross. «Das wird sicher ein interessanter Vergleich», sagt Trainer Patrik Meier und hofft auf eine schöne Zuschauerkulisse auf dem Sportplatz Eselriet.

Ein Erfolg über den Favoriten aus dem Limmattal würde ihn aber schon überraschen. «Das ist schon nochmals ein anderes Niveau», findet er.

Gerade mal ein Jahr spielt der FCE auf Stufe 2. Liga. «Die Qualität ist besser als ich erwartet habe», sagt Meier. Und dennoch: Die Effretikerinnen haben sich gut akklimatisiert. Als Aufsteiger lagen sie zur Meisterschaftshalbzeit auf Platz 7 im Mittelfeld.

Die Erwartungen sind deshalb aber nicht gestiegen. Nichts mit dem Abstieg zu tun haben ist weiterhin die oberste Maxime. Daneben soll alsbald ein zweites Aktivteam gebildet werden, nachdem 2017 die A-Juniorinnen aus dem Wettspielbetrieb zurückgezogen worden waren. Es würde helfen, die Frauenabteilung des Vereins noch besser zu positionieren.

Mittelfristig in die 1. Liga

Einen Schritt weiter ist man da bereits beim FC Wetzikon. Der Oberländer Verein hat nicht nur in der 3. Liga eine zweite Aktiv-Equipe, sondern auch eine grosse Juniorinnen-Abteilung. Von insgesamt rund 150 Mitgliederinnen spricht Claudio Fanti, der Leiter der Frauenabteilung.

Aus ihr schafften in jüngster Zeit sogar Deborah Cavaliere (18) und Sarah Frischknecht (16) den Sprung zum FCZ, wo sie derzeit in der U19 spielen. Beim Schweizer Vorzeigeklub profitieren sie von den professionellen Strukturen. Der Frauenfussball hat sich aber natürlich auch an der Basis in vielen Bereichen entwickelt – und so in vielen Vereinen an Bedeutung gewonnen.

«Gerade Wetzikon hat mich durch seinen Tempofussball beeindruckt.»

Patrik Meier, Trainer FC Effretikon

Die Wetzikerinnen spielen beispielsweise seit 2017 in der 2. Liga – und damit in der höchsten Spielklasse im Zürcher Regionalverband. Und klassierten sich seither stets auch im vorderen Teil der Rangliste. «Gerade Wetzikon hat mich durch seinen Tempofussball beeindruckt», erinnert sich Effretikons Coach Meier an den letzten Direktvergleich. 

Am Dienstag startete der FCW mit einem 3:2-Sieg gegen das zum Kreis der Spitzenteams zählende Zürisee United in die Saison. «Wir sind derzeit mit einem regionalen Partner an einer Neuorganisation», sagt Fanti ohne konkret werden zu wollen.

Die Zielrichtung ist aber klar. Spätestens in fünf Jahren sollen die Wetziker Frauen in der 1. Liga spielen. Fanti beobachtet die Klubs in der Region genau. Gerade in der direkten Umgebung gibt es weder in Bauma, Bärets­wil, Gossau noch Hinwil weibliche Teams. Für den FCW ist es eine Chance, auch wenn Fanti relativiert. «Bei den Mädchen ist die Hemmschwelle bis zu einem Klubwechsel viel grösser.» 

Die Basis für eine noch prosperierende Abteilung will Fanti sowieso schon bei den Kleinsten legen. Die Gründung eines sogenannten Kidsclubs mit Mittagstisch ist in Planung. Sport, Spiel und Spass soll dort im Mittelpunkt stehen und gleichzeitig die Inte­gration in den FCW erleichtern.

Kein Grund, um tief zu stapeln

Der dritte Klub in der Region mit einem Zweitliga-Frauenteam ist der FC Uster. Wie Effretikon verfügt er über keine zweite Aktivmannschaft, aber ebenso viel Tiefe im Nachwuchsbereich.

Sportlich taten sich die Ustermerinnen zuletzt aber schwer. Beim Saison­abbruch lagen sie auf einem Abstiegsplatz und verloren nun auch am Wochenende den Startmatch auswärts beim FC Diessenhofen (2:4). 

«Die Frauen sind nicht nur disziplinierter als die Männer. Sie setzen die Dinge auch besser um.»

Dario Varrone, Trainer FC Uster

Für Trainer Dario Varrone ist dies alles kein Grund, um tiefzustapeln. Er erhofft sich einen Platz unter den besten vier. Nicht zuletzt auch aufgrund einiger vielversprechenden Zuzüge in der Sommerpause.

Erst im letzten September hat der 27-Jährige das Ustermer Zweitliga-Team übernommen und bei seinem ersten Engagement im Frauenfussball bereits einige positive Erkenntnisse gewonnen. «Die Frauen sind nicht nur disziplinierter als die Männer. Sie setzen die Dinge auch besser um.»

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