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Mehr Klubverbundenheit geht nicht

Dario, Lucca und Ricco Krebs gehören zum Inventar des FC Brüttisellen-Dietlikon. Gemeinsam auf dem Rasen sind sie allerdings nur selten.

Gehören zum Inventar des FC Brüttisellen-Dietlikon: Lucca, Dario und Ricco Krebs., Dario Krebs (vorne) zählt seit Jahren zu den Leistungsträgern., Die Gebrüder Krebs fühlen sich auf dem Sportplatz Lindenbuck wohl.

Foto: Christian Merz

Mehr Klubverbundenheit geht nicht

Wer FC Brüttisellen-Dietlikon sagt, wird unweigerlich mit dem Namen Krebs konfrontiert. Dario, Ricco, Lucca – die drei Krebs-Brüder spielen seit vielen Jahren gemeinsam für das Zweitliga-Team des Vereins.

Vater Roger Krebs nimmt derweil schon lange eine wichtige Rolle im Vorstand ein und trainierte seine Söhne bei den Junioren. «Das war nicht immer einfach –  denn er wollte keinen bevorzugen», sagt Dario, mit 31 der älteste der drei Söhne.

«Die Krebs-Brüder sind wichtige Eckpfeiler im FCB und Sinnbild für die Kontinuität.»

Walter Remy, Leiter Aktive

Durch ihre Klubtreue gehören sie quasi zum Inventar des Klubs. «Die Krebs-Brüder sind wichtige Eckpfeiler im FCB und Sinnbild für die Kontinuität», betont Walter Remy. Mit weit über 50 Jahren Vereinstreue dürfte gerade der Leiter Aktive die Rollen der jungen Identifikationsfiguren einordnen können.

Und doch: Gemeinsam auf dem Rasen waren die drei Krebs-Brüder trotz langer Klubverbundenheit und einer engen Beziehung untereinander nur selten. Bei der Frage nach dem Wann und Wie oft überhaupt, ist sich deshalb keiner sicher. Viel mehr als eine Handvoll Einsätze waren es nicht. Der Grund: Des Öfteren war mindestens einer der drei Ur-Brüttiseller verletzt. 

Die nächste Hiobsbotschaft

So auch jetzt: Erst wenige Wochen ist die letzte Hiobsbotschaft her. Lucca Krebs verletzte sich bei einem seiner ersten Testspiel-Einsätze nach einem Kreuzbandriss erneut. Erneut das Knie – nur dieses Mal das andere. Und mit jedem Rückschlag wird die Chance auf einen nächsten gemeinsamen Auftritt kleiner.

Dario Krebs machte sich schon vor dieser Saison konkrete Gedanken über einen möglichen Rücktritt. Die Fussbänder machen ihm schon länger zu schaffen. Er sagt deshalb: «Es wäre schön wenn Lucca diese Saison nochmals fit wird und es für den einen oder anderen gemeinsamen Einsatz reicht.»

Denn immerhin ist dieses Mal keine Operation nötig. Brüttisellens Trainer Robert Merlo hofft deshalb, auf Lucca Krebs in der Rückrunde wieder zurückgreifen zu können. «Wir könnten ihn aufgrund seiner Mentalität und Zweikampfstärke gut gebrauchen», sagt er.

Lucca und Dario sind zen­trale Mittelfeldspieler. Der mit 25 Jahren jüngste Krebs agiert eine Spur defensiver. Die beiden würden sich bestens ergänzen, sagt Merlo. Mit seinen Spielverlagerungen ist es gerade Lucca Krebs, der das Brüttiseller Spiel ordnen kann. Dazu kommt ein emotionales Auftreten, mit dem er für das nötige Feuer in den eigenen Reihen sorgt. «Ich habe deinen Rekord an gelben Karten eingestellt», meint Lucca zu Dario. «Das hättest du jetzt nicht unbedingt sagen müssen», entgegnet ihm dieser und lacht.

Dario Krebs ist wohl einer der prägendsten Brüttiseller Fussballer überhaupt in der jüngeren Zeit. Er wechselte als D-Junior in den Nachwuchs der Grasshoppers und schaffte es bis in die U 21, wo er auf Stufe 1. Liga spielte. «Für ganz nach oben hat halt etwas gefehlt – etwas Schnelligkeit und Torgefahr», sagt Dario unaufgeregt.

Mit 18 kehrte er deshalb zu seinem Stammklub zurück. «Ich wollte wieder Freude am Fussballspielen haben.» In den Leistungsfussball zog es ihn nie mehr zurück. Viel lieber blieb er bei seinem FC Brüttisellen-Dietlikon – trotz regelmässiger Anfragen. 

Weder Schöngeist noch Captain

Merlo spricht bei Dario nicht von ungefähr von einem «verspielten Fussballer», der ständig das 1 gegen 1 sucht – aber auch einen genialen  letzten Pass hat. Doch Dario Krebs ist nicht einfach ein Schöngeist, sondern ein Spieler, der keinen Zweikampf scheut, und sich so immer wieder die eine oder andere Verwarnung abholt.

«Er macht schon mal ein Foul, das es nicht braucht», sagt Merlo. Seine aggressive Spielweise habe auch Einfluss auf seine Verletzungsgeschichte, glaubt er sogar.

Mit seiner Verwurzelung und sportlichen Qualitäten scheint insbesondere Dario von aussen gesehen ein prädestinierter Captain. Gefragt wurde er schon vom einen oder anderen seiner Trainer. Immer hat er abgewunken. «Ich bin nicht einer, der in der Kabine grosse Reden hält, sondern viel lieber auf dem Platz vorneweg geht», sagt Dario.

Zu alter Leistungsstärke finden

Sein Blick schweift zu Ricco – dem dritten der Krebs-Brüder. «Er wäre viel eher der Leadertyp. Ich hätte gerne seine Überzeugung. Wer weiss – vielleicht hätte es mir mit dieser bei GC gereicht», sagt Dario.

Nur: Auch der 29-jährige Ricco fiel immer wieder lange aus – und konnte so nicht die erhoffte Rolle in der Brüttiseller Mannschaft einnehmen. Wegen eines Kreuzbandrisses spielte er seit der Rückkehr in die 2. Liga im Juni 2018 keine Minute mehr in der Meisterschaft. Und: Wie bei Lucca ist es bereits die zweite schwere Knieverletzung.

Doch wenigstens geht es bei Ricco Krebs nun wieder aufwärts. Der Stürmer ist zurück auf dem Rasen. «Ricco ist wie ich einst, ein typischer Neuner – ein Knipser», sagt Merlo. Um den Rhythmus und damit zur alten Leistungsstärke zu finden, ist allerdings nach der langen Auszeit vor allem Geduld, Willen und Trainingsfleiss gefragt, so der Appell des Trainers.

Einsatzzeit wird Ricco Krebs deshalb wohl zunächst vor allem in der zweiten Mannschaft kriegen. 

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