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Neues Umfeld in alter Umgebung

Der Volketswiler Sascha Müller betreut bei den Grasshoppers erstmals in seiner Trainerkarriere ein Frauenteam. Dem Meisterschaftsauftakt blickt er mit einer Mischung aus Vorfreude und Nervosität entgegen.

Der Volketswiler Sascha Müller betreut erstmals überhaupt ein Frauenteam., Mit seiner neuen Aufgabe will Sascha Müller auch seinen Führungsstil etwas anpassen.

Foto: Ronny Frei

Neues Umfeld in alter Umgebung

Es ist eine Bühne, die er sich als Trainer nicht gewöhnt ist. Gleich in seinem ersten Meisterschaftsspiel mit den GC-Frauen geht es für Sascha Müller am Donnerstag in den Kybunpark. Zwar sind aufgrund der Schutzbestimmungen nur 1000 Besucher im Stadion des FC St. Gallen zugelassen, der Eröffnungsmatch der neuen Women̕s Super League (vorher Nationalliga A) wird allerdings auch live im Schweizer Fernsehen (SRF) übertragen.

Es ist für den nationalen Frauenfussball ein Meilenstein und soll auch keine einmalige Sache bleiben. Bis zu neun Livepartien sind im Verlauf der Saison geplant. Das SRF will damit dem Trend Rechnung tragen.

Vor vielen Fans zu spielen ist für Müller aber eigentlich keine Besonderheit. Der sechsfache Nationalspieler aus Volketswil war Fussballprofi und wurde 2000 sogar Schweizer Meister mit St. Gallen.

Nur wenige Wochen später konnte er sich im erfolgreichen Uefacup-Vergleich gegen das grosse Chelsea als Torschütze feiern lassen. Noch heute lassen die damaligen Meisterspieler in einem WhatsApp-Chat die alten Zeiten regelmässig aufleben.

Und doch beschreibt Müller seine Gefühlslage vor dem Auftakt als Trainer der GC-Frauen mit einer Mischung aus Vorfreude und Nervosität. Hinzu kommt, dass beim Gegner St. Gallen mit Marco Zwyssig ausgerechnet ein ehemaliger Teamkollege an der Seitenlinie steht. «Wie das wohl herauskommt?», fragt sich der 50-Jährige.

Über ein Jahrzehnt bei GC

Seit seinem Rücktritt als Spieler im Sommer 2003 ist Müller beruflich im Nachwuchsfussball und somit abseits des Scheinwerferlichts tätig.

Zuerst in  St. Gallen, die letzten elf Jahre bei den Grasshoppers. Im Zuge der nächsten Neuausrichtung beim Zürcher Challenge-League-Verein wurde ihm – wie anderen Juniorentrainern – in diesem Frühjahr der Vertrag gekündigt. Er machte sich deshalb viele Gedanken, wie es weitergehen soll. Müller hatte einige lose Angebote und fasste auch eine Weiterbildung im sportphysischen Bereich ins Auge. 

Mit den Frauen von GC gab es insofern schon Berührungspunkte, da er insbesondere die Finanzverantwortliche Mirjam Dobler über viele Jahre kannte und seine bisherigen U16-Junioren jeweils unmittelbar vor dem NLA-Team trainierten. «Mich hat schon immer imponiert, wie selbstständig sie arbeiten – auf dem Platz wie im Fitnessraum», sagt Müller.

Bis zu seiner Zusage mussten aber sämtliche Faktoren stimmen. So holte er auch Eindrücke von den bereits im Frauenfussball tätigen früheren Weggefährten Zwyssig und Ivan Dal Santo (FC Zürich) ein. Passen musste aber sowieso die Gesamtkonstellation.

Denn nebst seinem neuen Amt bei den GC-Frauen, wird Müller weiterhin bei den Junioren als FE13- und Stürmertrainer auf dem Campus in Niederhasli tätig sein. «Das geht nun alles gut aneinander vorbei», sagt Müller. Vier Einheiten bestreiten die Frauen in der Woche – dazu kommen Vormittagstrainings für die sich in den Sportschulen befindenden jungen Spielerinnen. 

Den Führungsstil anpassen

«Das passt super für alle Seiten», bestätigt auch Roman Hangarter. Der Technische Leiter der Nachwuchsorganisation von GC kennt Müller schon lange. Anfang der 1990-iger Jahre erlebten sie als Spieler den sportlichen Höhenflug des FC Brüttisellen.

Hangarter streicht gerade Müllers ruhige, akribische Art heraus und bezeichnet ihn als Ausbilder mit sehr viel Herzblut. «Er ist für die Frauen Gold wert», ist er sich sicher.

Müller selbst trainiert nicht nur erstmals Erwachsene, für ihn ist auch das Betreuen eines Frauenteams ein Novum. Er hat Respekt vor dem Aufgabenwechsel und will seinen Führungsstil etwas anpassen. Dazu gehört beispielsweise die Tonalität in der Ansprache. «Die Frauen sind sehr interessiert und hinterfragen viel. Man muss immer gut vorbereitet sein.»

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