Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Fussball

Die Hoffnung schwindet mit jedem Tag

Eine Fortsetzung der regionalen Fussball-Meisterschaft ist noch weit weg – und sie würde auch überraschen.

Auch auf dem Ustermer Buchholz kann derzeit nicht Fussball gespielt werden., Neu beim FC Uster: Thomas Weller mit Trainer Ursal Yasar.

Foto: PD

Die Hoffnung schwindet mit jedem Tag

Werden die potenziellen Absteiger zu den Gewinnern dieser Fussballsaison? Die Anzeichen für einen Abbruch der Meisterschaft verdichten sich mit jedem Tag, an dem die Experten des Bunds neue Zahlen zur Coronavirus-Situation präsentieren.

Auch wenn der Fussballverband der Region Zürich (FVRZ) jüngst drei mögliche Szenarien den Klubs zum weiteren Saisonverlauf präsentierte.

Mammutprogramm oder Saisonabbruch?

26.03.2020

Fussball in der Region

Beim Fussballverband der Region Zürich besteht weiterhin Hoffnung die Meisterschaft ab Anfang Mai Beitrag in Merkliste speichern «Wir halten uns an die Weisungen von oben», bestätigt Willy Scramoncini, Leiter Spielbetrieb beim FVRZ, und bezifferte die Chancen auf die Fortführung des Meisterschaftsbetriebs vor einer Woche noch auf optimistische 50 Prozent.

Das Echo der Klubs ist aber auch irgendwie typisch. «Die Spitzenteams wollen spielen, die Mannschaften am Ende der Tabelle die Saison annullieren», sagt Scramoncini. Letzteres würde bedeuten: keine Auf- und Absteiger.

«Wir möchten uns auf dem Rasen retten.»

Luca Ferricchio, Trainer FC Dübendorf

Zu den Ausnahmen in der Gefahrenzone zählt der FC Dübendorf mit seinem neuen Trainer Luca Ferricchio.

Die Glattaler überwinterten nach einer enttäuschenden Hinrunde auf einem Abstiegsplatz der Zweitliga-Gruppe 2. «Wir möchten uns auf dem Rasen retten. Und ich bin überzeugt davon, dass wir das Potenzial dazu haben», sagt Ferricchio.

Um die Saison aber wirklich sportlich beenden zu können, müsste das noch bis mindestens Ende April geltende schweizweite Trainings- und Spielverbot zeitnah aufgehoben werden. Dann würde die Rückrunde tatsächlich rechtzeitig auf Anfang Mai in Angriff genommen.

Den Glauben daran noch nicht ganz verloren hat Wetzikons Trainer Gabor Gerstenmaier. Er sagt: «Es bleibt ja noch etwas Zeit.»

Das schlechte Bauchgefühl

Der Grossteil seiner Kollegen ist bezüglich einer Fortsetzung aber doch eher skeptisch. «Ich habe ein schlechtes Bauchgefühl. Es wird wohl nicht mehr dazu kommen», glaubt Effretikons Trainer Flakon Halimi. Auch der Aufsteiger würde als Tabellendrittletzter bei einem Abbruch zu den Profiteuren des Ausnahmezustands zählen. Halimi will aber davon nichts wissen. «Wir hätten es geschafft.»

Realist ist auch der in Gossau zum Cheftrainer beförderte Andreas Häsler, selbst wenn er gerne die Rückrunde regulär bestreiten würde. «Für Spannung wäre gesorgt. Und sportlich wäre es ohnehin am fairsten», sagt er.

Kaltstart ohne Training?

Doch: Selbst das optimistische Szenario des Regionalverbands ist bei den Vereinsverantwortlichen nicht unumstritten. Aufgrund des Kaltstarts ohne Training und auch wegen des Mammutprogramms. Dübendorfs Ferricchio befürchtet bei den Spielern deshalb insbesondere eine Häufung von Verletzungen im muskulären Bereich.

Brüttisellen-Dietlikons Coach Robert Merlo spricht derweil sogar von «einer Wettbewerbsverzerrung». Ein dermassen enger Spielkalender sei mit 18 bis 20 Fussballern im Kader kaum zu bewältigen, findet er.

Sogar so quasi im Dauereinsatz wäre der FC Greifensee, sofern er es tatsächlich wie 2018 zusätzlich erneut in den FVRZ-Cup-Final schaffen würde. «Wir hätten bis zum Ende der Saison ausschliesslich englische Wochen», hat Drazenko Lakic, der neue Trainer, vorgerechnet. Der Cup ist für ihn und seine Spieler allerdings gleichzeitig auch eine Motivationsspritze – gerade in der aktuellen Lage.

Dann nämlich, wenn die zweite vom Verband vorgestellte Variante zum Tragen käme. Zwar könnten alle angesetzten Meisterschaftsspiele nur noch in Form von Testpartien durchgeführt werden – wenigstens der FVRZ-Cup würde allerdings fertig ausgetragen.

«Damit hätten wir noch ein Saisonziel vor Augen», sagt Lakic, der mit seinem Team in den Achtelfinals ausgerechnet auf Lokalrivale Dübendorf treffen würde. Mit dem Drittligisten Volketswil und Uster befinden sich ausserdem noch zwei weitere regionale Vertreter im Cup-Wettbewerb.

Umdenken in Vereinen?

Der FCU ist der einzige Zweitligist aus der Region, der noch eine ernsthafte Rolle an der Spitze hätte spielen können. «Das ist sehr schade. Wir waren gut vorbereitet», sagt Sportchef Roland Leemann.

Er sieht in der aktuellen Krise aber auch Positives. «Viele Dinge werden dadurch in den Vereinen überdacht», glaubt er. Und Leemann rechnet damit, dass ein Totalabbruch auch erheblichen Einfluss auf die kommende Saison hat. «Es wird weniger Spielerwechsel geben», ist er überzeugt.

«Was ist, wenn sogar im September nicht gespielt werden kann.»

Andreas Häsler, Trainer FC Gossau

Gossaus Trainer Andreas Häsler geht sogar einen Schritt weiter. «Was ist, wenn sogar im September nicht gespielt werden kann?», fragt er sich und spricht von einem Horrorszenario.

Möglich wäre in diesem Fall, dass diese Rückrunde doch gespielt wird. Einfach mit einem Jahr Verspätung. «Das werden wir sicher in Betracht ziehen», sagt FVRZ-Funktionär Scramoncini.

Ein Wandervogel als neue Ustermer Attraktion
Ob die neuen Hoffnungsträger tatsächlich in diesem Frühling noch spielen, ist aufgrund der Corona-Krise gänzlich ungewiss. Für die spektakulärste Verpflichtung in der 2. Liga sorgte aber unabhängig davon Uster mit dem Zuzug von Thomas Weller – einem der schillerndsten Figuren im Regionalfussball. Der FCU ist die 17. Station (!) seiner langen Karriere – bei einigen Klubs heuerte der Allrounder mit Super-League-Erfahrung (St. Gallen, Schaffhausen) sogar mehrfach an. Im November wird er bereits 40. Trotz dem hohen Alter war Weller aber bis zuletzt Leistungsträger beim Erstligisten Kosova.

«Er ist ein absolutes Vorbild. Und nicht teurer als andere Spieler», sagt Sportchef Roland Leemann. Es ist eine Aussage, die einen zweifeln lässt. Nur schon aufgrund von Wellers bisherigen Klubs und deren finanziellen Mitteln.

Wie auch immer: Mit Bryan Sleiman hat der Tabellenvierte der Zweitliga-Gruppe 2 allerdings auch einen der vielversprechendsten Jungen verloren. Er wechselt zum FC Linth 04 in die 1. Liga, wo Ex-FCU-Coach Fabio Digenti seit dieser Saison tätig ist. Sleiman ist der bereits vierte Ustermer, den Digenti ins Glarnerland locken konnte.

Frisches Blut in Dübendorf
Am aktivsten auf dem Transfermarkt war das in der Vorrunde so enttäuschende Dübendorf. Der neue Trainer Luca Ferricchio nahm mit Alis Murati, Eldin Omerovic und Caner Yörük gleich drei Akteure von seiner alten Wirkungsstätte Thalwil mit, wo der 36-Jährige bis zuletzt als Spieler wirkte. Dieses Kapitel hat Ferricchio nun abgeschlossen. «Ich kann nicht mittrainieren und noch spielen. Da geht etwas verloren.» Mit Ali Sipar und Davide Caroli stiessen ausserdem zwei Routiniers vom Gruppenschlusslicht Wallisellen dazu. Beide hätten allerdings nun verletzungshalber respektive berufsbedingt keine Rolle gespielt.

Verloren haben die abstiegsgefährdeten Glattaler mit Kelly Jäggli und Thierry Ursprung allerdings auch zwei Identifikationsfiguren. Beide wechselten nach Volketswil in die 3. Liga. Das neue Torhütergespann beim FCD bilden damit Yörük und Labinot Bytyqi. Letzterer fand aus Effretikon aufs Zelgli zurück.

Aufsteiger Effretikon beklagt zudem den Abgang von Uchenna Anioke. Die Sturmhoffnung war erst im September 2019 aus Brüttisellen heimgekommen, versucht sich nun aber beim SV Höngg ebenso auf Stufe 1. Liga.

Bekannte neue Assistenten
Veränderungen im Trainerstaff gab es aber nicht nur in Dübendorf, sondern auch andernorts in der Region. Beim FC Greifensee wird der neue Coach Drazenko Lakic von Raffaele Grillone assistiert. Der 51-Jährige war zuletzt als Trainer der Wetziker Reserven tätig.

Und in Gossau holte der zum Cheftrainer beförderte Andreas Häsler sich Alessio Pedrotti zur Seite. Der bisherige Wetziker Captain wird Co-Trainer und soll nur im äussersten Notfall noch zum Einsatz kommen. (dsc)

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns