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Fussball

Schreckenszenario auch im Regionalfussball

Am Wochenende soll es in der 2. Liga interregional losgehen. Möglich ist aber auch der Saisonabbruch.

Das Rückspiel zwischen Rüti und Lugano findet vorderhand nicht statt., Beim FC Dübendorf (in orange) hofft man spielen zu dürfen.

Archivfoto: Christian Merz

Schreckenszenario auch im Regionalfussball

Das Auftaktspiel des FC Rüti ist längst verschoben. Der Oberländer Interregio-Klub wäre am Samstag auswärts auf das U21-Team des FC Lugano getroffen.

Bereits am Mittwoch war aufgrund der sich zuspitzenden Coronavirus-Situation im Tessin der Notstand ausgerufen worden. Das öffentliche Leben ist bis mindestens Ende Monat massiv eingeschränkt. Die Tessiner Klubs dürfen deshalb nicht einmal Trainings abhalten.

Wie weiter also? Droht dem Regionalfussball dasselbe Szenario wie im Eishockey, wo am Donnerstag aufgrund der behördlichen Anordnungen die Meisterschaften in sämtlichen Regionen abgebrochen wurden?

Bereits Anfang März hatte der Schweizerische Fussballverband aufgrund der Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) ein erstes nationales Spielverbot veranlasst.

Während die beiden ersten Spieltage auf Stufe Promotion League und 1. Liga verschoben wurden, konnten zuletzt aber zumindest wieder Trainingsspiele abgehalten werden.

Grünes Licht – bis Freitag?

Tatsächlich sollen nun am Wochenende die ersten Ligaspiele stattfinden. Ausgenommen sind bisher einzig Partien mit Tessiner Beteiligung.

Allerdings wurde vom Verband bereits eine neue Beurteilung für am Freitag angekündigt – nach der nächsten Info des Bundesrats. «Es ist im Anschluss eine Telefonkonferenz des Zentralvorstands anberaumt», sagt Heinz Rähmi, Leiter Wettspielkommission der Amateurliga.

Es ist also gut möglich, dass bei einer neuerlichen Verschärfung der Lage ein schweizweites Verbot durchgesetzt wird. Und so wird auch ein vorzeitiges Saisonende im Amateurfussball mit jedem Tag realistischer.

Zwar befinden sich die Meisterschaften im Gegensatz zum Eishockey nicht in einer finalen Phase, wodurch es noch deutlich mehr Verschiebungsmöglichkeiten gibt. Trotzdem spitzt sich die Situation gerade in den interregionalen Ligen zu.

So ausgerechnet in der Rütner Gruppe 6, wo die Rückkehr des FC Lugano U21 in den Spielbetrieb derzeit undenkbar scheint.

«Bei einem Direktduell wäre schon ein mulmiges Gefühl vorhanden»
Shaip Krasniqi, Trainer FC Rüti

Dies unterstreicht auch FCR-Trainer Shaip Krasniqi. «Bei einem Direktduell wäre schon ein mulmiges Gefühl vorhanden.» Überhaupt schaut er besorgt in die nahe Zukunft. «Wenn es so weitergeht, ist ein Abbruch der Saison möglich», sagt Krasniqi.

Mögliche Sanktionen auf ­Stufe 1. Liga und Amateurliga würden wiederum mit allergrösster Wahrscheinlichkeit auch sämtliche Regionalverbände mittragen.

In der Region Zürich wird die Rückrunde zwar erst am 21./22. März (2. Liga) und 28./29. März (3. Liga und tiefer) aufgenommen. Am Sonntag ist aber bereits das Nachtragsspiel der Zweit­liga-Gruppe 2 zwischen Dübendorf und Diessenhofen angesetzt.

«Wir möchten spielen – und natürlich gewinnen»
Markus Herzog, Präsident FC Dübendorf

«Wir sind gut im Schuss und haben 22 gesunde Spieler», sagt Präsident Markus Herzog. Für ihn ist deshalb klar: «Wir möchten spielen – und natürlich gewinnen.»

Pikant daran: Noch zum Ende der Vorrunde hatten die Glat­taler wenig Interesse daran gehabt, die verschobene Partie im November auszutragen. Durch die neue Konstellation könnte es für sie ­allerdings zum Super-GAU kommen.

Die Angst vor dem vorzeitigen Ende

Würde nach einem Abbruch der Saison am Ende nämlich die Rangliste nach der Vorrunde gewertet, müsste der FC Dübendorf als Zweitletzter absteigen. «Das wäre oberbitter», sagt Herzog. Mit einem Dübendorfer Sieg würde aber Brüttisellen-Dietlikon unter den Strich rutschen.

So weit will Willy Scramoncini, Leiter Spielbetrieb beim Fussballverband der Region Zürich, allerdings sowieso noch nicht gehen.

Selbst eine Verschiebung des gesamten Wettspielbetriebes bis nach Ostern von Mitte April ist für ihn eine realistische Option. «Das liegt alles noch im Rahmen», sagt er.

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