Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Fussball

Bruder von Bundesliga-Star startet durch

Der Greifenseer Jan Elvedi hat sich beim SC Kriens zum Leistungsträger entwickelt. Dem Bruder von Bundesliga-Star Nico könnte deshalb schon bald der Sprung in die Super League gelingen.

Ein entscheidender Faktor beim Höhenflug des SC Kriens: Der Greifenseer Jan Elvedi., Jan Elvedis Kriens blieb im letzten Spiel gegen Wil ohne Gegentor (2:0).

Foto: Daniel Gehrig

Bruder von Bundesliga-Star startet durch

Es wirkt fast etwas surreal. Gewinnt der SC Kriens am Freitagabend im Letzigrund bei den Grasshoppers, rückt er am Rekordmeister vorbei auf Platz 3 vor. Kriens’ Abwehrchef Jan Elvedi nimmt die Aufgabe allerdings gelassen hin.

«Wir werden wie immer in diese Partie gehen», sagt der Grei­fenseer – auch ungeachtet des jüngsten Trainerwechsels beim Absteiger aus der Super League.

Der 23-Jährige zählt zu den Säulen bei den Luzernern. SCK-Trainer Bruno Berner sagt ohne Umschweife: «Er ist einer unser besten Verteidiger» und streicht ­Elvedis Einstellung und Bereitschaft heraus. « Jan ist ein dankbarer Spieler für jeden Trainer.»

«Ich habe von Anfang an das Vertrauen gespürt.»
Jan Elvedi

Ein Blick auf die Statistik reicht, um seinen Wert zu unterstreichen. 59 der letzten 62 Meisterschaftsspiele bestritt er seit seinem Wechsel im Sommer 2018 nach Kriens über die gesamte Distanz. Wenn er nicht auflief, dann nur wegen einer Gelb­sperre oder einer Verletzung. «Ich habe von Anfang an das Vertrauen gespürt», sagt Elvedi .

Dabei hatte der SCK insbesondere im ersten Jahr nach dem Aufstieg auch Durststrecken zu bewältigen. Der Ligaerhalt war erst nach der letzten Runde sicher.

Abstiegssorgen plagen die Krienser in der zweiten Saison überhaupt nicht mehr. Im Gegenteil: Sie sind die eigentliche Überraschung der Challenge League. Elvedi nennt «zwei, drei neue Spieler, die ­Stabilität gaben, und die individuelle Entwicklung des Teams» als Erfolgsfaktoren.

Zum zweiteren Kreis zählt bestimmt auch Elvedi . Tatsächlich fehlte ihm nur wenig, und er wäre im Januar an der Award Night der Swiss Football League ins Dream-Team der Challenge League gewählt worden. Am Ende standen dem Greifenseer auf seiner Position nur zwei Spieler vom Leader Lausanne-Sport vor der Sonne.

Im Schatten des Bruders   Für Trainer Berner ist schon jetzt klar: « Jan ist ­parat für den nächsten Schritt.» Dazu passt: Erst unlängst wurde Elvedi mit dem FC Luzern in Verbindung gebracht. Zu den Spekulationen will sich der Krienser Vize-Captain trotz auslaufendem Vertrag natürlich nicht äussern. Aus seinen Ambitionen macht er kein Geheimnis. Er sagt: «Ich will in der Super League spielen.»   Wird dies Tatsache, könnte er sicher auch ein Stück weit aus dem Schatten seines Zwillingsbruders treten. Fällt der Nach­name Elvedi , war in der Regel bisher von Nico die Rede – unbestrittene Stammkraft beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, 17 Länderspiele. Das Internetportal transfermarkt.ch beziffert seinen Marktwert auf 35 Millionen Euro.   Immer wieder muss Jan ­ Elvedi deshalb Fragen zu seinem Bruder beantworten. Er nimmt sie gelassen hin. «Daran habe ich mich gewöhnt», sagt er.   Dazu kommt: Beide spielen als Innenverteidiger. Und dennoch meint sein Krienser Trainer Bruno Berner deutlich: «Man sollte sie nicht vergleichen. Sie sind ganz unterschiedliche Spielertypen.»   Zu wenig gut für den FCZ   Berner denkt dabei auch an den unterschiedlichen Verlauf der Karrieren. Er sagt: « Jan hat einen spannenden Weg hinter sich.»   Während Nico schon in seiner Jugendzeit als Ausnahmetalent galt und mit 17 beim FC Zürich in der Super League debütierte und nur wenig später in die Bundesliga wechselte, wurde Jan im Stadtklub vor dem Sprung in die U16 als zu wenig gut befunden.   Mehr Vertrauen brachte ihm anschliessend der FC Winterthur entgegen, bei dem er als 18-Jähriger in der ersten Mannschaft seine Feuertaufe erlebt.   Im März 2016 darf er bei Nicos Mönchengladbach im U-23-Team vor­spielen. Er kommt sogar zu einem Testspiel-Einsatz beim Bundesligisten, sodass der «Tages-Anzeiger» titelt: « Elvedi -Zwillinge vor grosser Wiedervereinigung».   Nur: Dazu kommt es nicht. Und auch auf der Schützenwiese bleibt ihm der Durchbruch verwehrt.   Vielleicht auch, weil er in Winterthur vor allem als Aussenverteidiger zum Einsatz gelangt und nicht auf seiner bevorzugten Position im Zen­trum der ­Abwehr. «Das akzeptiert man als Spieler. Doch es ist mir halt schon nicht entgegengekommen», sagt Elvedi .

«Als Klub aus der Super League würde ich ein Auge auf ihn werfen.»
Bruno Berner, Trainer SC Kriens

Er lässt sich nach dem Abschluss seiner KV-Lehre zum einen Liga tieferen SC Cham ausleihen. «Cham war eine wichtige Station. Ich konnte mir dort das nötige Selbstvertrauen erarbeiten», sagt er.

Nach einem Jahr unterschreibt er ablösefrei beim damaligen Challenge-League-Klub Wohlen. Für ihn ist klar: «Wohlen ist meine zweite Chance. Wenn ich aber in zwei Jahren nicht weiter bin, muss ich über die Bücher.»

Die zweite Chance   Doch Elvedi wird schnell zur festen Grösse. Und trotzdem erlebt er im Aargau eine unruhige Zeit. Vor dem Start in die Rückrunde gibt der Verein den freiwilligen Rückzug in die Promotion League bekannt.   «Die Stimmung bei den Spielern fiel in den Keller», erinnert sich Elvedi . Gleichzeitig blieb ein halbes Jahr Zeit, um andere Klubs auf sich aufmerksam zu machen.   Er nützt sie und landet beim damaligen Aufsteiger SC Kriens. Elvedi hat eine Wohnung in Malters, kehrt aber regelmässig in die Region zurück. Noch immer arbeitet er zu 30 Prozent bei einer Versicherungsfirma in Dübendorf und übernachtet dann bei seinen Eltern.   Doch vielleicht ändert sich diese Situation schon bald. Sein Trainer Bruno Berner sagt: «Als Klub aus der Super League würde ich ein Auge auf ihn werfen.»

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns