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Deshalb tut sich der FC Rüti so schwer

Eine neue Situation für den FC Rüti: Wenn der Oberländer Interregio-Klub sein letztes Vorrundenspiel nicht gewinnt, überwintert er auf einem Abstiegsplatz.

Edison Syla ist auch in dieser Saison einer der wenigen Garanten beim FC Rüti., Rüti-Trainer Shaip Krasniqi treibt seine Spieler nach vorne.

Archivfoto: David Kündig

Deshalb tut sich der FC Rüti so schwer

Es ist eine oft gehörte Floskel. Doch dieses Mal schien es, als hätte Shaip Krasniqi eine Vorahnung. «Mir ist wichtig, dass wir früh ein Polster auf die Abstiegsplätze haben», sagte der Trainer nämlich vor der fünften Saison des FC Rüti in der 2. Liga interregional seit dem Wiederaufstieg.

Dies, obwohl sich die Oberländer seither stets im vorderen Tabellenfeld klassierten – und zuletzt guter Dritter wurden.

Das erhoffte Polster besteht nun aber nicht. Im Gegenteil: Die Oberländer liegen vor der letzten Vorrundenpartie sogar auf einem Abstiegsplatz. Und in dieser Partie geht es ausgerechnet gegen das direkt über dem Strich liegende Bassersdorf.

Leistungsträger fehlen im Kapitalspiel

Erschwerend kommt hinzu: Der FCR muss in diesem sogenannten «Sechs-Punkte-Spiel» gegen den Neuling auf Torgarant Taulant Syla, Mittelfeldspieler Flavio Milano und Verteidiger Cedric Belotti verzichten – die drei Leistungsträger sitzen alle eine Sperre ab.

Es sind keine gute Vorzeichen für den Tabellenzwölften, dem in den letzten Wochen schlicht die Konstanz für eine bessere Klassierung fehlte. Die Rütner wurden zwar hie und da ihrem Ruf einer Spektakel-Mannschaft gerecht, sie erlitten aber auch immer wieder schmerzliche Rückschläge gegen schwächer eingestufte Teams.

Trainer Krasniqi macht die personelle Situation für die schwächste Halbsaison seit geraumer Zeit verantwortlich. «Aufgrund von Verletzungen und auch Sperren musste ich ständig umstellen», sagt er.

Insbesondere dass die Routiniers Milano, Klurdian Museshabanaj und Pleurat Hoxhaj wiederholt fehlten, machte ihm zu schaffen. Immerhin kehrte Edis Smajovic auf Ende September nach einem Kurz-Intermezzo bei FC Rapperswil-Jona 2 wieder auf die Schützenwiese zurück.

Abgänge nicht kompensiert

Unabhängig der Rückkehr des 19-Jährigen ist aber offensichtlich: Die Rütner konnten den im Sommer erlittenen Substanz­verlust (u. a. Lars Grimm, Harbin Osmani, Kevin Delli Compagni) durch die Neuzuzüge nicht adäquat auffangen.

Mit dem früheren Ustermer Remo Krapf stiess lediglich ein auf diesem Niveau erprobter Akteur zum Team. ­Allerdings fiel der zuletzt pausierende 33-Jährige schon bald verletzungshalber aus. Die restlichen Neuen kamen bisher nicht über den Status von Perspektivspielern heraus.

Und so hängt der Rütner Erfolg weiter vor allem von der ­Produktivität der kongenialen Taulant und Edison Syla ab. Schon lange sind die beiden Brüder für den Grossteil der Assists und Tore des FCR verantwortlich.

«Sie können entscheidend sein, aber allein können sie die Spiele ja auch nicht gewinnen», sagte unlängst Präsident Roger Simonelli zum Status der Sylas.

Noch mehr Abhängigkeit

Tatsächlich scheint die Abhängigkeit derzeit sogar noch grösser. 19 der 26 Treffer (14 Tore alleine von Taulant) gehen auf das Konto der Offensivakteure. So erzielte Mittelstürmer Taulant Syla bei jedem Rütner Punktgewinn immer mindestens einen Treffer.

Als «richtiges Vorbild» bezeichnet Coach Krasniqi seinen Captain. «Ich muss ihn manchmal sogar bremsen, damit er vor dem Tor noch genug Energie hat.»

Gegen Bassersdorf kann ihm Taulant Syla aber nun nicht helfen. «Das wird nicht einfach», ist Krasniqi Realist genug.

«Wenn alle Spieler an Bord sind, können wir noch immer im vorderen Mittelfeld der Tabelle mitspielen.»

Shaip Krasniqi, Trainer FC Rüti

Verstärkung aus der in der 3. Liga spielenden zweiten Mannschaft – beispielsweise mit dem 13-fachen Torschützen Mirzet Rasto­der – will er sich deshalb aber nicht holen.

«Ich habe Vertrauen in die Jungs», sagt der 38-Jährige, der seit dem Abgang von Christoph Huber auchdie Position des Sportchefs innehat.

Sowieso macht sich Krasniqi um die Rütner Zukunft in der Interregio keine Sorgen. «Wenn alle Spieler an Bord sind, können wir noch immer im vorderen Mittelfeld der Tabelle mitspielen», ist er überzeugt.

Von einer möglichen Transferoffensive im Winter will er deshalb auch nichts wissen. «Neue Spieler müssen echte Verstärkungen sein, ansonsten baue ich lieber auf die eigenen Jungen.»

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