Sandro Stroppa ist innert weniger Jahre ins Machtzentrum des Schweizer Fussballs aufgestiegen. Vor einer Woche wurde der 49-jährige Effretiker zum Präsidenten der Amateurliga gewählt. In diesem Amt hat er auch Einsitz in den Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV), er ist dort einer von drei Vizepräsidenten. «Macht ist ein schwieriges Wort», findet Stroppa. «Schaltzentrale» behagt ihm besser.
Fakt ist: Stroppa steht nun der grössten der drei Abteilungen im SFV vor. Die Amateurliga verfügt an der Delegiertenversammlung des SFV über 47 Stimmen – die Swiss Football League 28, die 1. Liga 26. Alles ab der 2. Liga interregional und der Frauen-Erstliga abwärts fällt in ihren Einflussbereich. «Ja, wir haben ein gewisses Gewicht», sagt Stroppa – um gleich nachzuschieben: «Ich bin aber nicht machtgeil.»
«Die Tür ging erst im Juni auf.»
Sandro Stroppa
Sein bisheriger Werdegang unterstreicht diese Aussage. Denn Stroppa hatte weder das Präsidentenamt des Fussballverbandes der Region Zürich (FVRZ), das er seit 2015 bekleidete, noch jenes des Amateurliga-Präsidenten aktiv gesucht. Im FVRZ wurde er damals vom langjährigen Präsidenten Reinhard Zweifel angefragt und war erst zwei Jahre lang als Beisitzer im Regionalvorstand, um sich mit der Materie vertraut zu machen.
Nun bei der Amateurliga ging es schneller. Als sein Vorgänger Dominique Blanc im Januar seine Ambitionen auf das SFV-Präsidium bekanntmachte, dachte Stroppa nicht gleich an eine Kandidatur. «Die Tür ging erst im Juni auf», sagt der Effretiker.

