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Das Bonusspiel vor dem Saisonstart

Mit Wetzikon und Uster spielen gleich zwei Zweitligisten am Wochenende in der ersten Cup-Hauptrunde.

Grenzenlose Freude bei den Wetzikern: Mit dem Sieg über die SV Schaffhausen gelang der Hauptrunden-Einzug.

Archivfoto: Robert Pfiffner

Das Bonusspiel vor dem Saisonstart

Ein besonderes Spiel. Eine besondere Vorbereitung? «Nein, die Spieler wollen nichts am Ablauf ändern. Wir treffen uns wie immer 90 Minuten vor Anpfiff», sagt Wetzikons Trainer Gabor Gerstenmaier.

Den entsprechenden positiven Erfahrungswert gibt es bereits. Auch im Vorfeld des Finals des FVRZ-Cups gab es kein Mittagessen mit anschliessendem Spaziergang um sich gemeinsam einzustimmen. Und dank eben dieses Erfolgs gegen die SV Schaffhausen spielen die Oberländer nun überhaupt am Samstag in der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups gegen den Meyrin FC.

Informationen über den Genfer Erstligisten herauszukriegen war für Gerstenmaier nicht einfach. Durchforstet man das Kader, fällt einem zumindest der Name von Fabrizio Zambrella auf – einem weit gereisten 33-Jährigen mit viel Super-League-Erfahrung  (Servette, Lausanne, Sion).

Doch unabhängig davon: Ex-Profi Gerstenmaier weiss, dass für einen Sieg über das sich bereits in der Meisterschaft befindende Meyrin sowieso der perfekte Match nötig ist. Zuversicht schöpft der 51-jährige Coach nicht zuletzt aufgrund der jüngsten Darbietungen im FVRZ-Cup. «In diesen Partien waren wir oft besser als in den Spielen der Meisterschaft.»

Es ist eine beachtliche Aussage, schafften die Wetziker im Juni doch auch souverän den Wiederaufstieg in die 2. Liga. Und die Spieler brennen offensichtlich auf das Cup-Duell gegen den Oberklassigen. «Seit zwei Wochen sind wir fast vollzählig im Training», freut sich Gerstenmaier. Es ist eine eher ungewöhnliche Konstellation in der Sommervorbereitung.

Ältere FCW-Fans können sich womöglich auch noch an den letzten Auftritt im Schweizer Cup erinnern. Fast 20 Jahre ist es her, als die Oberländer dem damaligen NLB-Spitzenteam Bellinzona alles abforderten und nur 2:3 unterlagen. Dass dieses Mal mit Meyrin kein zugkräftiger Profiverein auf der Meierwiesen halt macht, nimmt Gerstenmaier gelassen hin. «Es ist sowieso ein Bonusspiel für uns», sagt er.

Aufgebrauchtes Losglück

Überhaupt scheint das Losglück für die Klubs aus der Region nach den jüngsten Cup-Festen von Greifensee und Rüti vorderhand aufgebraucht.

Nur gerade sieben Amateurklubs aus dem Raum Zürich qualifizierten sich für die erste Hauptrunde. Doch während beispielsweise Seefeld (GC), Red Star (Wil) und YF Juventus (Winterthur) allesamt auf Klubs aus der Challenge League treffen, bekam Interregio-Absteiger Uster mit dem Lancy FC eine undankbare Aufgabe vorgesetzt.

Er stammt wie Wetzikons Gegner aus dem Kanton Genf und spielt ebenso in der Erstliga-Gruppe 1. «Wir möchten Lancy möglichst lange ärgern», sagt der neue FCU-Coach Ursal Yasar vor dem sonntäglichen Spiel. Der 39-Jährige weiss aus eigener Profierfahrung, dass solche Spiele für den Favoriten nicht immer ein Spaziergang sind. So verschoss er selber einst als Stürmer des FC Winterthur bei einer Cup-Niederlage gegen den Erstligisten Schötz einen Penalty.

Und apropos Stürmer: Auf dieser besonders dünn besetzten Position gibt es für die Ustermer eine erste Erfolgsmeldung. Der erst vor wenigen Wochen zum Interregio-Verein Blue Stars gewechselte Jean Michel Kuelo kehrt nämlich bereits wieder aufs Buchholz zurück. Trainer Yasar ist froh darüber und schliesst weitere Neuverpflichtungen nicht aus.

Regionale Clubs im Schweizer Cup seit 2003
2018: Greifensee (2. Liga) – Winterthur (Challenge League) 0:3
2017: Rüti (2. Liga interregional) – FC Schaffhausen (ChL) 0:6
2014: Greifensee (2.) – Subingen (2.) 2:1, Greifensee – Cham (1. Liga) 2:3
2004: Wolhusen (2.) – Uster (2.i.) 2:1
2003: Regensdorf (2.i.) – Effretikon (2.i.) 1:0

Den Cup-Modus mit den Klubs der Super League ab der ersten Hauptrunde gibt es seit der Saison 2003/04

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