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Ein fragiles Gebilde

Im FCU ist nach dem Abstieg wieder mehr Lokalkolorit. Die Verantwortlichen zeigen sich selbstbewusst.

Viele Wechsel nach dem Abstieg: Lukas Rüegg erhielt beim FC Uster diverse neue Teamkollegen.

Archivfoto: David Kündig

Ein fragiles Gebilde

Die Liste der Abgänge ist lang. Usters Sportchef Roland Leemann sagt nicht ohne Stolz: «Vier dieser Spieler wechselten zu einem Erstliga-Klub.» Trotzdem ist der FCU nach dem Wiederaufstieg postwendend wieder in die 2. Liga getaucht. Leemann bedauert allen voran den Wegzug des spielenden Trainerassistenten Dominik Schiendorfer (zu Seuzach). Die Arbeit des zum Erstligisten Linth 04 aufgestiegenen Coaches Fabio Digenti war offenbar doch nicht so nachhaltig. Viele seiner Mitbringsel haben mit ihm wieder das Weite gesucht.

Digentis Nachfolger Ursal Yasar steigt mit einem nochmals verjüngten Team in die neue Saison. Sinnbildlich dafür steht die Mitteilung auf der Ustermer Website zum Trainingsauftakt von Mitte Juli. Finn Knecht, Nicolás Garcia Gonzalez und Marc Leu werden da als erste Neue vorgestellt – es sind drei unter 20-Jährige, die ihre Reputation auf dieser Stufe erst beweisen müssen.

«Ich will vorne mitspielen und der Trainer möchte aufsteigen.»
Roland Leemann, Sportchef

Erfreulich ist: Der neue FCU hat so viel Lokalkolorit wie schon lange nicht mehr. Leemann freut sich: «Das Auftreten ist gut.» Er geht selbstbewusst in die neue Saison. «Ich will vorne mitspielen und der Trainer möchte aufsteigen.»

Der 67-Jährige ist noch auf der Suche nach einem Stürmer mit Format. Fakt ist: Die Ustermer haben bis anhin keinen einzigen bestandenen Akteur verpflichten können. Das Gros der Neuen kommt aus der in der 4. Liga spielenden zweiten Mannschaft oder dem eigenen Nachwuchs.

Die Personaldecke ist dünn

Dem früheren FCZ-Profi Yasar stehen mit den langjährigen Spielern Oskar Barreiro und Daniele Demasi zwei Assistenten zur Seite. Insbesondere Barreiro wird noch regelmässig auf dem Platz stehen. Der 35-Jährige dürfte auch mit den Innenverteidigern Robin Steinmetz und Lukas Rüegg, Can Bozkir im Mittelfeld und Angreifer Denis Dzepo das Rückgrat der Mannschaft bilden. Und Torhüter Leo Sturzenegger geht erstmalig als unumstrittene Nummer 1 in die Meisterschaft.

Doch ist das wirklich genügend Qualität, um sogleich an der Spitze der Gruppe 2 mitzuspielen? Immerhin sind potenzielle Leistungsträger wie Cendrim Dervishaj oder Ruben Suarez nach schweren Verletzungen weiter rekonvaleszent. Das Datum ihrer Comebacks ist noch weit weg. Dazu verbringt Patrick Schlatter den Herbst in der Rekrutenschule. Damit ist auch klar: Die Ustermer Personaldecke ist dünn. Ausfälle von Führungsspielern kann sich der Interregio-Absteiger in der aktuellen Kon­stellation kaum leisten.

FC Uster Saison 2019/2020

Trainer: Ursal Yasar (39), neu

Tor: Leonis Sakipi (15), Leo Sturzenegger (25). – Verteidigung: Cendrim Dervishaj (24), Marc Leu (18), Lukas Rüegg (21), Daniele Demasi (37), Robin Steinmetz (26), Remo Schläpfer (21), Oscar Barreiro (35), Luca Schäfer (19). – Mittelfeld: Roman Siegrist (26), Riad Rama (21), Patrick Schlatter (21), Finn Knecht (18), Rilind Ravnobaja (19), Nicolas Garcia Gonzalez (19), Arti Mustafa (18), Raphael Bachmann (18), Can Bozkir (23). – Angriff: Ruben Suarez (21), Denis Dzepo (22), Bryan Sleiman (21), Jean Michel Kuelo (23).

Zuzüge: Marc Leu (Greifensee), Finn Knecht (Stäfa), Nicolas Garcia Gonzalez (Red Star Junioren), Leonis Sakipi (eigener Nachwuchs), Rilind Ravnobaja (Wil 2), Arti Mustafa, Raphael Bachmann, Luca Schäfer (alle zweite Mannschaft). – Abgänge: Emir Salkic (Red Star), André Schmid, Dejan Ilic, Ivan Jakovljev (alle Linth 04), Dominik Schiendorfer (Seuzach), Dominik Dedic (Seefeld), Cristian Tiscar (Rücktritt), Adam Durowicz (Volketswil), Dominik Cennerazzo (Thalwil).

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