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Verbandsfunktionär will die 2. Liga interregional abschaffen

Verbandsfunktionär Luigi Ponte will den Fussball in den einzelnen Regionen stärken. Er kündigt einen Antrag zur Abschaffung der 2. Liga interregional an.

Bei der Konkurrenz ist der FC Dübendorf oft genannter Aufstiegskandidat für die Interregio.

Archivfoto: Robert Pfiffner

Verbandsfunktionär will die 2. Liga interregional abschaffen

Seit 19 Jahren gibt es die 2. Liga interregional. «Die Schere zwischen den Erstliga-Vereinen und den Zweitliga-Klubs war einfach zu gross», begründete die Amateurliga den Entscheid damals. «Die Pyramide besitzt nun klarere Konturen von oben nach unten.» Unumstritten war die Spielklasse, in der mit Wetzikon, Effretikon, Hinwil, Gossau, Uster, Dübendorf und Rüti auch einige Klubs aus der Region eine Rolle spielten, aber nie.

So deutlich wie der frisch gewählte Aargauer Verbandspräsident Luigi Ponte (im Bild) nahm wohl aber noch keiner Stellung. Er will, dass die 2. Liga interregional schon bald abgeschafft wird. «Für mich ist das keine Revolution, sondern eine Vision», sagt er.

Im Vorfeld der Amateurliga-Konferenz von Ende September will er einen Antrag stellen. Um mit seinem Anliegen durchzukommen, muss er eine Mehrzahl der 13 Präsidenten aus den Regionalverbänden hinter sich bringen.

« Ein Team aus dem Jura oder Tessin will doch keiner sehen. »

Luigi Ponte, weshalb soll die Interregio bald Geschichte sein?
Mehrere Zweitliga-Vereine aus unserer Region wollen wegen den Mehraufwänden gar nicht aufsteigen. Zum Beispiel sind die Schiedsrichter-Kosten fast doppelt so hoch. Dann gibt es kaum regionale Derbys. Dafür fallen weite Auswärtsreisen an – was ebenso kostet. Und: Mit der Interregio wurde auch der Zweitliga-Fussball abgewertet. Die besseren Zweitliga-Spieler gehen in die Interregio. Das ist doch schade für die Region.

Aber Derbys gibt es doch auch in der Interregio?
Je nach Region wenige. Bei den meisten Heimspielen hat es wenige Zuschauer. Ein Team aus dem Jura oder Tessin will doch keiner sehen.

Spiele mit kaum 100 Besuchern sind auch in der 2. Liga an der Tagesordnung.
Dieses Argument verstehe ich. Doch ich frage mich einfach, weshalb es eine Zwischenliga braucht. Wir haben nicht so viele Spieler, dass der Fussball dadurch besser geworden ist. Ich bin der Meinung, dass es unter der Challenge League vielleicht zwei Erstliga-Gruppen geben soll. Nach der 1. Liga müssen die Regionen kommen. Das Niveau in der 2. Liga ist doch in den letzten Jahren gesunken.

« Brauchen wir wirklich eine Promotion League, 1. Liga und 2. Liga interregional? »

Sie haben die höheren Schiedsrichter-Kosten angesprochen. Geklotzt wird bei vielen Klubs einfach bei den Spielern, oder nicht?
Logisch. Diese Vereine, die Geld zur Verfügung haben – oder einen Sponsor in der Hinterhand –, sollen doch in die 1. Liga. Doch wir bewegen uns im Breitenfussball. Bei uns im Aargau ist die Mehrheit der Klubs dagegen. Darum habe ich auch diesen Anstoss gemacht. Wir sollten uns die Frage stellen: Brauchen wir wirklich eine Promotion League, 1. Liga und 2. Liga interregional?

Droht in der 2. Liga nicht eine Zwei- oder sogar Drittklassengesellschaft, wenn einige Klubs von oben dazustossen?
Ich bin überzeugt, dass eine Änderung für die Regionen einen Mehrwert bringt. Bei uns im Aargau gurken Topklubs wie Wettingen, Schöftland, Muri oder Zofingen in der Interregio herum. Und die fehlen uns dafür in der 2. Liga.

Besteht nicht die Gefahr auf ein grosses Gefälle in der Liga?
Die sogenannten Schwachen haben wir ja dann nicht mehr. Die gehen dann in die 3. Liga – dort wo sie eigentlich hingehören.

Dafür wird die Schere zwischen 1. und 2. Liga wieder grösser.
Ich sage nein. Als die Interregio auf die Saison 2000/2001 hin eingeführt wurde, konnten sich unsere Top-Mannschaften auch etablieren. Wie angesprochen: In unserer Region gibt es Zweitliga-Klubs, die auf einen Aufstieg verzichten würden. In der neuen Konstellation will der Tabellenerste aber auch wirklich rauf.

 

Die Reaktionen aus der Region

Sandro Stroppa
Präsident des Fussballverbandes der Region Zürich (FVRZ)

«Ich konnte bereits mit Effretikon viele Erfahrungen machen (der FCE spielte von 2002 bis 2007 in der Interregio – die Red.). Die finanziellen und menschlichen Ressourcen sind schon heftig . Da muss man sich immer wieder hinterfragen, ob es zeitgemäss ist.
Als FVRZ-Präsident will ich zuerst Rücksprache mit meinen Kollegen im Regionalvorstand nehmen, aber ich finde es gut, dass darüber diskutiert wird. Es ist ein interessantes, heikles Thema, welches im Komitee der Amateurliga mit den Vertretern der 13 Regionalverbänden zum Wohl des Amateurfussb alls angesprochen wird . »

Markus Herzog
Präsident FC Dübendorf

«Luigi Ponte hat in vielen Punkten recht. Es gibt keine Derbys mehr, es ist aus finanziellen Gründen schwieriger, Spieler zu finden, die Schiedsrichter sowie der Trainer sind teurer und die Carfahrten sind kostspielig. Wir hatten auch bereits im zweiten Interregio-Jahr weniger Zuschauer als in der 2. Liga.

Eine Saison in der 2. Liga interregional kostet 70‘000 bis 80‘000 Franken mehr, wenn man zumindest im Mittelfeld spielen will. Für Spieler, die aufsteigen, ist es aber natürlich lässig. Und ich kann auch verstehen, dass viele Interregio-Klubs keine Änderung des Ligensystems wollen.»

Roger Simonelli
Präsident FC Rüti

«In der Interregio wird guter Fussball gespielt . Wir können uns auch bezüglich den Zuschauerzahlen nicht beklagen, haben wir doch regelmässig zwischen 250 und 350 Besucher. Allerdings verlangen wir auch keinen Eintritt. Zwar fallen für uns nun die Duelle gegen Uster und Dübendorf weg. Mit Bassersdorf, Kreuzlingen und Bazenheid gibt es aber weiterhin Klubs, die viele Leute mitbringen. Ich bedaure, dass Freienbach, Einsiedeln und Lachen/Altendorf nicht in unserer Gruppe mitspielen. Mit der Abschaffung der 2. Liga interregional würde die Schere zwischen den einzelnen Spielklassen grösser werden.»

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