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Fussball

Den Traum vom eigenen Klub wahr gemacht

Der in Rüti beheimatete und neu gegründete Napoli Club Zurigo Partenopea startet ab der neuen Saison in der 5. Liga. Der Grossteil des Teams war bisher im Firmenfussball aktiv.

Die Fussballer des Napoli Club Zurigo Partenopea sind – ungeachtet des Klubnamens – Fans der verschiedensten Klubs.

Foto: PD

Den Traum vom eigenen Klub wahr gemacht

«Fussball mit Freunden – unser eigener Verein», so bewerben die Verantwortlichen von Napoli Club Zurigo Partenopea ihre am Donnerstag endende Geldsammelaktion auf der Crowdfunding-Plattform «I believe in you». Sie ist ein voller Erfolg. 6000 Franken sollten zusammenkommen, geworden sind es schliesslich über 7500 Franken.

Doch wozu brauchen die Rütner Fünftliga-Fussballer finanzielle Unterstützung? «Um die Lizenzgebühren beim Schweizerischen Fussballverband sowie die Platzkosten zu decken. Und auch für die Ausrüstungen brauchen wir Hilfe», sagt Präsident Gianluca D’Angelo.

«Die Rütner finden die Neugründung cool . »
Luca Napoleone, Trainer

Gewissensbisse haben die Verantwortlichen wegen der Bettelaktion nicht. «Die Rütner finden die Neugründung cool. Zudem ist es jedem selbst überlassen, etwas beizusteuern», meint Trainer Luca Napoleone.

Der Napoli Club Zurigo Partenopea (letzterer Begriff ist ein Übername für neapolitanisch) ist der jüngste Klub im Fussballverband der Region Zürich (FVRZ). Ende August wird er sein erstes Meisterschaftsspiel bestreiten. «Wir sind Kollegen von klein auf. Es war immer unser Traum, zusammenspielen zu können», sagt Präsident D’Angelo im Promotionsvideo zum Ansporn der Gründung.

Aus dem FC Coop entstanden

Es ist eigentlich nur die halbe Wahrheit. Denn zusammengespielt hat der Grossteil der neuen Mannschaft schon vorher – damals einfach noch im Firmenfussball unter der Flagge des FC Coop Zürich. Beim Grosshandelsunternehmen war man aber nicht mehr länger bereit, die Fussballer-Sektion finanziell zu unterstützen – sodass es zur Abnabelung kam.

Eine neue Heimat musste das Team deshalb aber nicht suchen. Schon als FC Coop trug es seine Heimpartien auf der Schützenwiese aus. Rund 80 Prozent der Spieler kommen aus Rüti. Weshalb also nicht zum örtlichen FC? Man wolle mit der Fussballmannschaft etwas bewegen im Zürcher Oberland und den Spielern eine Alternative zu traditionellen Dorfvereinen geben, schreibt der Verein dazu in seiner Vorstellung.

Beim FVRZ beobachtet man solche Neugründungen eher mit gemischten Gefühlen. «Wir empfehlen den Einstieg als Untersektion in einem Verein», sagt FVRZ-Geschäftsführer Patrick Meier. Nicht zuletzt deshalb, weil solche Miniklubs stark von einzelnen Personen abhängig sind, und damit bei einem allfälligen Ausstieg einer Führungsfigur auch schneller eine Auflösung droht.

Der Napoli Club Zurigo Partenopea hat aber nur schon deshalb ein gewisses Fundament, weil er aus dem gleichnamigen Fanclub des italienischen Spitzenklubs SSC Neapel mit rund 130 Mitgliedern entstammt. Auch dieser ist in Rüti zu Hause und wird vom selben Gianluca D’Angelo präsidiert.

Sportlich gleich durchstarten

Wer aber glaubt, dass die Mannschaft aufgrund des Fanclub-­Hintergrunds nur aus heissblütigen Neapolitaner Tifosi besteht, wird überrascht. «Unsere Spieler sind Fans der unterschiedlichsten Klubs. Die bunte Mischung macht uns aus», sagt Napoleone stolz. Er selbst ist Anhänger von Napolis Rivalen Juventus Turin.

Mit dem starken Fanclub im Rücken sind die Fussballer voller Tatendrang. D’Angelos Frau Rita wird den Klub als Schiedsrichterin repräsentieren. Laut Trainer Napoleone sei auch ein Hallenturnier in Planung. Ein Traum von ihm ist es zudem, ein Fussballcamp im Namen des Napoli Club Zurigo Partenopea zu organisieren.

Auch sportlich will das Team durchstarten. Für Napoleone ist jedenfalls klar, dass die 5. Liga nur eine Zwischenstation sein soll. Tatsächlich spricht einiges dafür. In der letzten letzten Saison wurden die Oberländer noch beim FC Coop nämlich Gruppensieger in der Serie C.

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