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«Das junge Team konnte mit dem Druck nicht umgehen»

Für den FC Dübendorf endet das Abenteuer in der 2. Liga interregional nach zwei Jahren. Präsident Markus Herzog nennt die Gründe fürs Scheitern.

Für FCD-Präsident Markus Herzog fehlte dem Team die Mentalität um den Abstieg zu verhindern.

Archivfoto: Christian Merz

«Das junge Team konnte mit dem Druck nicht umgehen»

Laut einer alten Fussballer-Weisheit gilt die zweite Saison nach einem Aufstieg als besonders schwer. Im Fall des FC Dübendorf trifft sie wohl zu.
Markus Herzog: Da ist sicher was dran. Die gegnerischen Teams kennen dich besser, und der positive Schwung nach dem Aufstieg hat etwas nachgelassen. Aber: Es gibt natürlich auch einen Haufen anderer Beispiele, welche diese These widerlegen.

Der FCD konnte es nicht – die Relegation ist seit dem letzten Wochenende definitiv. Woran hat es gelegen?
Bestimmt an der Mentalität der Mannschaft. Und es fehlte wohl auch an der Qualität. Wir haben uns zwar nie abschlachten lassen und waren oft nahe dran. Doch am Ende muss man sagen: Die Tabelle lügt nicht.

Auffällig ist: Dübendorf konnte insbesondere in den sogenannten «Sechs-Punkte»-Spielen – also gegen die direkte Konkurrenz – selten reüssieren.
Das kann man so sagen. Immer wenn ein Sieg gefordert war, ­versagten die Nerven. Das junge Team konnte in gewissen Situationen mit dem Druck nicht umgehen. Und als es quasi gelaufen war, haben wir Rüti bezwungen und gegen Seuzach ein Remis geschafft. Das waren Super-Spiele.

«Für mich ist Gigi zuweilen zu gut zu den Spielern gewesen. Ich habe ihn selten laut werden oder die Türe zuknallen hören.»

Markus Herzog, Präsident FC Dübendorf

Im letzten Sommer kam mit Luigi «Gigi» De Donno zwar ein neuer Trainer – aber kaum eine Verstärkung. Im Gegenteil: Der FCD verlor noch wichtige Spieler. Haben Sie die Situation unterschätzt?
Überhaupt nicht. Ich habe nicht umsonst weit über 30 Gespräche mit Interregio- und Erstliga-erfahrenen Spielern geführt. Doch die wollten alle Geld. Deshalb ­kamen sie für uns nicht infrage. Andererseits vertraute auch ich dem bestehenden Kader – auch wenn wir einen gewissen Qualitätsverlust erlebten. Aber das hätten ja andere wettmachen können, die von sich behaupten: Interregio, das ist meine Liga.

Der Abgang von Trainer De Donno nach nur einem Jahr steht schon geraume Zeit fest. Hätten Sie an ihm festgehalten?
Ich sagte immer, dass ich gerne mit ihm weitergearbeitet hätte – selbst bei einem Abstieg. Für mich ist «Gigi» aber zuweilen zu gut zu den Spielern gewesen. Ich habe ihn selten laut werden oder die Türe zuknallen hören.

Dafür ist er doch nicht der Typ.
Ja, aber man kann auch, ohne die Türe zuzuknallen, deutliche Worte wählen.

«Die Spieler konnten zwar nicht wählen. Aber sie hatten eigentlich ihren Wunschtrainer. Trotzdem steigen wir nun ab.»

Markus Herzog, Präsident FC Dübendorf

Würden Sie denn in der Rückblende etwas anders machen?
Das ist schwierig zu sagen. Du kannst in einer solchen Situation Zückerchen verteilen, Massnahmen ergreifen, schimpfen oder drohen. Alles hat für kurze Zeit seine Wirkung. Aber im Grunde genommen müssen es die Spieler selber verstehen. Heute sind wir doch in einer Wohlfühloase – nach dem Motto: «Das kommt noch, wir haben genügend Spiele.» Das meine ich mit der Mentalität. Wenn ich mich an meine Aktivzeit erinnere. Egal an welche Partie – wir wollten doch nie verlieren und haben uns entsprechend gewehrt. Klar: Unsere Spieler möchten auch nicht verlieren. Doch insgesamt habe ich einfach zu wenig Aufbäumen gespürt. Und: Die Spieler konnten zwar nicht wählen. Aber sie hatten eigentlich ihren Wunschtrainer. Trotzdem steigen wir nun ab.

Zwei Runden vor dem Saisonende kann es nebst Dübendorf mit Uster noch einen zweiten Klub aus der Region treffen.
Ich finde es für jeden Klub schade, der absteigen muss. Eigentlich ist es schon so: Uster und Dübendorf müssten – mal abgesehen vom Geld – in der 1. Liga oder Interregio spielen. Die Realität ist aber anders. Im schlechtesten Fall spielt aus der Region inskünftig nur noch Rüti auf dieser Stufe. Offenbar bringen wir es trotz allen Bemühungen nicht hin. Oder in unserem Fall nur während zweier Jahre – ohne Geld respektive mit nur minimen Prämien für das Trainingslager. Aber es gibt in der 2. Liga interregional auch etliche Vereine, die viel Geld reinstopfen und trotzdem keinen Blumentopf gewinnen.

Abstiege sind oft auch mit einem personellen Aderlass verbunden. Wie sieht es beim FC Dübendorf aus?
Bei all der Kritik. Wir haben wirklich gute Typen in der Mannschaft. Dazu passt: Unsere Leistungsträger haben alle zugesagt. Man muss aber auch realistisch sein. Wenn du als Team absteigst, dann können nicht alle weiterhin 2. Liga interregional spielen. Das sehen die Spieler glaub schon ein – deshalb wollen die auch zusammenbleiben.

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