Laut einer alten Fussballer-Weisheit gilt die zweite Saison nach einem Aufstieg als besonders schwer. Im Fall des FC Dübendorf trifft sie wohl zu.
Markus Herzog: Da ist sicher was dran. Die gegnerischen Teams kennen dich besser, und der positive Schwung nach dem Aufstieg hat etwas nachgelassen. Aber: Es gibt natürlich auch einen Haufen anderer Beispiele, welche diese These widerlegen.
Der FCD konnte es nicht – die Relegation ist seit dem letzten Wochenende definitiv. Woran hat es gelegen?
Bestimmt an der Mentalität der Mannschaft. Und es fehlte wohl auch an der Qualität. Wir haben uns zwar nie abschlachten lassen und waren oft nahe dran. Doch am Ende muss man sagen: Die Tabelle lügt nicht.
Auffällig ist: Dübendorf konnte insbesondere in den sogenannten «Sechs-Punkte»-Spielen – also gegen die direkte Konkurrenz – selten reüssieren.
Das kann man so sagen. Immer wenn ein Sieg gefordert war, versagten die Nerven. Das junge Team konnte in gewissen Situationen mit dem Druck nicht umgehen. Und als es quasi gelaufen war, haben wir Rüti bezwungen und gegen Seuzach ein Remis geschafft. Das waren Super-Spiele.
«Für mich ist Gigi zuweilen zu gut zu den Spielern gewesen. Ich habe ihn selten laut werden oder die Türe zuknallen hören.»
Markus Herzog, Präsident FC Dübendorf
Im letzten Sommer kam mit Luigi «Gigi» De Donno zwar ein neuer Trainer – aber kaum eine Verstärkung. Im Gegenteil: Der FCD verlor noch wichtige Spieler. Haben Sie die Situation unterschätzt?
Überhaupt nicht. Ich habe nicht umsonst weit über 30 Gespräche mit Interregio- und Erstliga-erfahrenen Spielern geführt. Doch die wollten alle Geld. Deshalb kamen sie für uns nicht infrage. Andererseits vertraute auch ich dem bestehenden Kader – auch wenn wir einen gewissen Qualitätsverlust erlebten. Aber das hätten ja andere wettmachen können, die von sich behaupten: Interregio, das ist meine Liga.

