Eine neue Chance nach der Enttäuschung?
Steven Deana hat eine schwierige und zugleich verrückte Saison mit dem FC Aarau hinter sich. Schwierig, weil der Wetziker nur gerade in den ersten drei Partien der Meisterschaft das Gehäuse des Challenge-League-Klubs hütete, ehe er wegen einer im Training erlittenen Handverletzung monatelang ausfiel – und nach seiner Genesung hintanstehen musste.
Mit dem Saisonende ist nun auch der Vertrag des 29-Jährigen ausgelaufen. Deana sieht es unaufgeregt – auch nach dem bitteren Ende in der Barrage gegen Neuchâtel Xamax. «Es tut natürlich weh», sagte der Torhüter, ehe er nur wenige Stunden später in die Ferien verreiste – ungeachtet seiner offenen Zukunft.
Um sie ist ihm nicht bange. «Ich bin im besten Fussballer-Alter», betont er selbstbewusst. Er hat Vertrauen in seinen Berater. Möglich ist sogar ein Verbleib beim FCA, wo er zu den dienstältesten Akteuren zählt.
In die Karten spielen könnte ihm tatsächlich der nach dem 4:0-Hinspiel-Erfolg kaum mehr für möglich gehaltene Nichtaufstieg in die Super League. Dann, wenn der aufgrund seiner Verletzung vom FC Basel verpflichtete und eigentliche Wunschkandidat Djordje Nikolic den Verein tatsächlich aufgrund besserer Perspektiven verlassen würde.
Vom Leihspieler verdrängt
Wegen den konstanten Leistungen des 22-jährigen Leihspielers war Deana nach seiner Genesung in den letzten Monaten überhaupt zum Nebendarsteller auf der Ersatzbank geworden.
«Das war für mich eine neue Situation», sagt der Oberländer, der in seiner Karriere schon fast 100 Challenge-League-Spiele für Aarau, Wil und Vaduz bestritt sowie bei Sion in der höchsten Spielklasse zum Einsatz kam.
«Dem Team ist es gut gelaufen. Da hätte ich als Trainer auch nichts geändert.»
Steven Deana, Profitorhüter aus Wetzikon
Hadern will er aufgrund seiner Reservistenrolle aber nicht. «Dem Team ist es gut gelaufen. Da hätte ich als Trainer auch nichts geändert.»
Und selbst nach dem verlorenen Penaltyschiessen in der Barrage, das dafür sorgte, dass die vorproduzierten Aufsteiger-T-Shirts eiligst in den Katakomben des Brügglifeld-Stadions versteckt wurden, sagt Deana trotzig: «Wir können stolz auf das Erreichte sein.»
Tatsächlich musste Aarau aufgrund eines miserablen Meisterschaftsstarts mit 11 Niederlagen aus 13 Spielen viel Häme einstecken.
Im Kreuzfeuer der Kritik
Auch Deana geriet in dieser Phase ins Kreuzfeuer der Kritik. Im «FCA-Talk» der «Aargauer Zeitung» sprachen die zuweilen selbstverliebten Journalisten von einer neuen Baustelle auf dem Goalieposten.
Der Wetziker störte sich an der Berichterstattung – er sagt aber auch: «Damit muss man umgehen können. Das gehört zum Fussball.»
So oder so schien der Traum vom möglichen Aarauer Wiederaufstieg damit bereits Ende Oktober vom Tisch. «Es war wichtig, die Geduld zu bewahren», blickt Deana zurück.
Nie Zweifel an der Qualität
An der Qualität im Team zweifelte der frühere GC-Junior nie. «Wir haben ein Riesenkader für Challenge-League-Verhältnisse. Jede Position ist bei uns doppelt besetzt», sagt Deana.
Und dann bliesen die Aarauer ab dem Spätherbst wirklich noch zur ganz grossen Aufholjagd, die erst mit der emotionalen Berg-und-Tal-Fahrt in der Barrage endete – allerdings ohne Happy End.
Deana fand hernach schnell wieder die Worte. «Wir müssen nach vorne schauen», bediente er sich bei einem von Sportlern oft gehörten Allgemeinsatz. In seinem Fall könnte der Nichtaufstieg aber wirklich sein Gutes haben. Der 1,89 Meter grosse Torhüter wird neuerdings wieder als mögliche Nummer 1 von Aarau gehandelt.
