Der FC Dübendorf 2 kann es nicht alleine richten
Zwei Zweitliga-Aufsteiger aus der Region gibt es nur selten – zuletzt gelang dies Dübendorf und Effretikon in der Saison 2008/09. In diesem Frühling ist es aber möglich, dass in drei der sechs Gruppen sogar eine Mannschaft aus dem Oberland und dem Glattal obenaus schwingt.
Es wäre ein Konstellation, die es weit über 30 Jahre nicht mehr gegeben hat – selbst zu Zeiten, als die 3. Liga noch in neun Gruppen aufgeteilt war (bis 1987).
Klar ist zunächst sowieso: Alles andere als ein Oberländer Aufsteiger aus der Gruppe 6 wäre eine fette Überraschung. Viel zu souverän agierte der in den letzten Jahren zum Liftklub mutierte FC Wetzikon. Ungeschlagen führt er bei Meisterschaftshalbzeit die Tabelle mit sechs Punkten auf den härtesten Verfolger Weisslingen an. Der erste Nicht-Oberländer Herrliberg (4. Platz) liegt weitere drei Punkte zurück.
Reifeprüfung für Wetzikon
Und den starken Eindruck bestätigten die Wetziker nun auch in der Vorbereitung. Sämtliche sechs Testpartien entschieden sie für sich – unter anderem gegen die Zweitligisten Greifensee und Männedorf.
Was soll also noch schiefgehen? «Mit der Drei-Punkte-Regel kann es schnell gehen», mahnt Lorenz Vontobel. Laut dem Sportchef wird die Rückrunde zur Reifeprüfung – vor allem, da der FCW einige Auslandabwesende hat und Captain Vincenzo Piccinni wegen einer Leistenoperation ausfallen wird.
Ein schönes Polster von fünf Punkten auf den Tabellenzweiten der Gruppe 3 hatte Mitte Oktober auch der FC Dübendorf 2, ehe er im Endspurt der Vorrunde noch zweimal patzte – unter anderem gegen das zuvor noch sieglose Regensdorf 2. Die Glatttaler mussten damit Zürich-Affoltern aufrücken lassen. «Vielleicht war die Niederlage auch förderlich», findet Trainer Michele Calleri.
Sein Team erhielt in der Winterpause noch mehr Kadertiefe. So kehrte beispielsweise Brüttisellens bester Skorer der Vorsaison, Enis Murati (12 Tore), aufs Zelgli zurück.
Im Gegensatz zu Wetzikon machten die Dübendorfer aber in der Vorbereitung noch keine Werbung und blieben ohne nur einen Sieg. Für Calleri kein Problem. «Das war schon im Sommer nicht anders. Wenn es darauf ankommt, ist das Team bereit», ist er überzeugt. Als härteste Widersacher nennt der Coach das punktgleiche Affoltern und das Fünftklassierte Höngg 2.
Aufs «Eins» angewiesen
Nur wird es überhaupt etwas nützen? Der FCD 2 hat den Aufstieg nämlich nicht nur in den eigenen Füssen. Denn wenn im Juni gleichzeitig die erste Mannschaft des Vereins aus der 2. Liga interregional absteigt, ist der Sprung der Reserven in die höhere Spielklasse reglementarisch nicht möglich. «An ein solches Szenario denke ich nicht. Ich bin überzeugt davon, dass sich unser Fanionteam retten wird», sagt Calleri, der selbst im Vorstand sitzt.
Grösser ist der Kreis der Aufstiegsanwärter in der Gruppe 4, in der Neftenbach am Wochenende aus der besten Position in die Rückrunde steigt. Die Abstände auf die nächsten Teams sind allerdings gering. Denn Volketswil (2.) und Effretikon (4.) könnten bei einem Patzer der Winterthurer bereits vorbeiziehen.
Effretikons Aufrüsten, Volketswils Lauf
FCE-Coach Flakon Halimi geht sogar so weit, dass er den Tabellensechsten Embrach ungeachtet der Konstellation weiter als ersten Kandidaten nennt. Immerhin hat der letztjährige Cupfinal-Verlierer gegen Greifensee bereits eine Hypothek von sechs Punkten zur Spitze. Dazu kommt, dass Effretikon sein Kader mit den Interregio-erfahrenen Boris Dabic (von Wettingen) und Roman Lienhard (Dübendorf) veredeln konnte.
Und dann ist da noch der FC Volketswil, der mit seinen Pfäffiker Sommer-Verstärkungen den Aufstiegsschwung gleich mitnehmen konnte und die 3. Liga sowieso nur als Zwischenstation erachtet. Spätestens bis zum 50-Jahr-Jubiläum im Jahr 2021 sollte die langersehnte Rückkehr in die 2. Liga gelingen.
Gelingt nun sogar der direkte Durchmarsch? «Ich würde nicht nein sagen. Jedoch können noch fünf bis sechs Teams vom Aufstieg träumen. Unser Ziel ist, so lange wie möglich in der Spitzengruppe mitzuspielen», sagt Präsident Markus Denzler.
