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Um jeden Preis sofort punkten

Während der FC Rüti an der Spitze mitmischen will, geht es für Uster und Dübendorf ums Überleben in der 2. Liga interregional. Die Ausgangslage vor der Rückrunde.

Rütis Pleurat Hoxhaj (links) im Duell mit dem Dübendorfer Ali Hoti., FCR-Captain Lars Grimm gegen den Ustermer Ivan Jakovljev.

Archivfoto: David Kündig

Um jeden Preis sofort punkten

Bei der Frage nach einem möglichen Aufstieg bedient sich mancher Trainer bei oft gehörten Floskeln oder schlicht dem Konjunktiv. Rütis Coach Shaip Krasniqi ist da nicht anders. «Wir dürfen, müssen aber nicht», heisst es dann. Oder allerhöchstens: «Wenn wir die Chance hätten, würden wir schon wollen.»

Eine Kampfansage an die Konkurrenz der Interregio-Gruppe 6 vor dem Rückrundenstart vom Wochenende klingt anders. Dabei hat der FC Rüti tatsächlich intakte Chancen, im Sommer erstmals seit 1987 wieder in der 1. Liga zu spielen. Gerade mal drei Punkte trennen ihn bei Saisonhalbzeit von Tabellenführer Kreuzlingen.

Weitaus offensiver äussern sich da die Spieler des FCR. «Ganz klar der Aufstieg, das müsste das Ziel von jedem sein», sagt beispielsweise Edis Smajovic in einem eigens verfassten ­Videobeitrag aus dem Trainingslager. Neben ihm sitzt Daniele Fischer, der gleich ankündigt: «Wir wollen die Rückrunde rocken.»

Für zehn Tage nach Thailand

Statt nach Spanien oder in die Türkei ging es für die Oberländer dieses Mal im Februar sogar für zehn Tage nach Thailand. Trainer Krasniqi spricht von einem «einmaligen Erlebnis». Selbst die lange Anreise inklusive Zeitunterschied empfand er nicht als Nachteil. «Die Spieler mussten nur etwas mehr Ferien nehmen», sagt er.

Doch zahlt sich das opulente Trainingslager aus, und folgen auf die forschen Worte auch Taten? Wegweisend für die Rütner dürften die ersten Spiele sein, wo mit Seuzach und Uzwil gleich zwei unbequeme Gegner warten. Die im Vorfeld der Saison zum Favoritenkreis zählenden Teams gehörten in der Hinrunde zu den Enttäuschungen der Gruppe 6 und dürften einiges dafür tun, um sich zu rehabilitieren.

Ein Fragezeichen steht auch hinter dem Formstand des FCR. Nicht weniger als 29 Treffer ­kassierte der Tabellendritte in sieben Testpartien. Zwar waren unter den Gegnern auch höherklassige Klubs. Bei der Hauptprobe gegen Dietikon, dem Leader der Interregio-Gruppe 5, waren die Oberländer aber ebenso deutlich unterlegen (1:4).

FCR-Coach Krasniqi misst allerdings den Ergebnissen in der Vorbereitung wenig Gewicht. «Wir werden ­parat sein», ist er überzeugt. Zuversichtlich stimmt ihn auch die personelle Situation. «Ich habe die Qual der Wahl», sagt er.

Dzepo nach Odyssee zurück

Nicht ganz so üppig aufgestellt ist der FC Uster. Mit Salvador Costa zog es einen weiteren Routinier zum Zweitligisten Witikon, wohin bereits im Sommer vier Leistungsträger gewechselt waren.

Dafür fand Eigengewächs Denis Dzepo nach anderthalb Jahren mit Kurzauftritten in Dübendorf,  beim FCU 2 und Küsnacht wieder Aufnahme im Kader. «Ich habe mich im Verein für ihn eingesetzt», sagt Trainer Fabio Digenti. Der Angreifer ist eine willkommene Verstärkung in der nach dem temporären Abgang von Torjäger Dejan Ilic wenig durchschlagskräftigen Offensive. «Denis ist vorbildlich und gibt Vollgas», bekräftigt Digenti.

Der 37-Jährige freut sich über den starken Block von 14 bis 15 Spielern, die in der Vorbereitungsphase mit einer Trainingspräsenz von über 90 Prozent glänzten. Und er lässt sich auch von der soliden Hinrunde nach dem Wiederaufstieg nicht blenden. «Wir haben ein happiges Startprogramm. Es gilt einfach, schnell den Klassenerhalt sicherzustellen», wie Digenti vor dem Start gegen Kreuzlingen festhält.

Topstart oder Wunder?

Noch ernster ist die Situation beim FC Dübendorf. Der Tabellenletzte trifft in den ersten beiden Partien gleich auf die mit­abstiegsgefährdeten Frauenfeld und Wil 2 sowie Neuling Widnau. «Mindestens vier Punkte müssen da her», sagt Trainer Luigi De Donno.

«Wenn uns der Start in die Rückrunde missglückt braucht es ein Wunder.»

Luigi De Donno, Trainer FC Dübendorf

Klar ist: Niederlagen können sich die Glattaler in diesen Duellen kaum leisten. Dies bestätigt De Donno. «Wenn uns der Start in die Rückrunde missglückt, braucht es ein Wunder.»

Zuversicht für den Überlebenskampf gibt ihm das verbesserte Auftreten seiner Mannschaft in der Vorbereitungsphase. «Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf», sagt der 36-Jäh­rige. De Donno hat eine Entwicklung in der Mentalität festgestellt. «Der Siegeswillen ist grösser geworden. Das hat sich schon in den Testspielen gezeigt.»

Tatsächlich zeigten die Glattaler dort zumeist eine gute Visitenkarte. «Das Team liess selbst, wenn es mal im Rückstand lag, nicht den Kopf hängen», lobt er.

Und der Coach selbst hat deutlich mehr personellen Spielraum. «Der Konkurrenzkampf ist grösser geworden», freut er sich. Dies dank der Rückkehr der Langzeitabwesenden Adriano Pergolis (Ausland) und Evripidis Blantas (Verletzung), der Beförderung von A-Junior Delil Ferati und vier externer Verpflichtungen, die allesamt aus unteren ­Ligen zum FCD stiessen.

Doch: Der so herbeigesehnte Topskorer ist auch unter den Neuen nicht zu finden. Sorgen macht sich De Donno deshalb aber nicht. «Uns fehlt zwar ein Knipser vom Format eines Syla. Dafür können viele Spieler bei uns einen Match entscheiden.»

FC Dübendorf. Zuzüge: Paulin Kqira (Rümlang), Ivan Sisic (Kloten), Corsin Bundi (Hochdorf), Ivan Bogdanovic (Baden 2), Delil Ferati (A-Junioren). – Abgänge: Raffael Cellana (Meilen), Andrea Cellana (Pause), Roman Lienhard (Effretikon).

FC Rüti: Zuzüge: Ognjen Jovanovic (Wil 2), Robin Hämmerli (Rapperswil-Jona). – Abgänge: keine.

FC Uster. Zuzüge: Denis Dzepo (Küsnacht), Roman Siegrist (2. Mannschaft). – Abgänge: Salvador Costa (Witikon), Alex Tiralosi (Rücktritt).

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