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Fussball

In der Rolle des Spielverderbers?

Die aufgestiegenen Rütner Reserven wollen sich trotz harter Konkurrenz in der Drittliga-Gruppe 6 nicht verstecken.

Die Rütner Reserven, Ausgabe 2018/2019.

PD

In der Rolle des Spielverderbers?

Eigentlich traute Rüti-2-Trainer Salih Kurtisi seinem Team nach dem souveränen Aufstieg in die 3. Liga sogleich einen Platz im Mittelfeld der Tabelle zu. Als er dann aber von der Zusammenstellung der Gruppe 6 erfuhr, musste er zuerst einmal leer schlucken. «Ich war schon sehr überrascht», sagt der 34-Jährige und korrigierte sein Saisonziel sogleich nach unten. «Mit dem Ligaerhalt könnten wir mehr als nur glücklich sein.»

Die Gruppe 6 hat es tatsächlich mit gleich zwei Absteigern und weiteren ambitionierten Klubs aus dem Oberland und vom Zürichsee in sich. Bemerkenswert auch: Als einzige zweite Mannschaft überhaupt wurde der FC Rüti eingeteilt. Verstecken will sich der Neuling deshalb aber noch lange nicht. Kurtisi freut sich auf die vielen Derbys und sagt: «Wir werden selbst die Initiative übernehmen, und nicht nur reagieren.» Und: Er sieht sein Team in der Rolle des Spielverderbers.

Ein guter Saisonstart als Basis

Kurtisis Vorgabe an die Spieler ist deutlich: «Zehn Punkte aus den ersten fünf Partien.» Es wirkt auf den ersten Blick als doch eher mutiges Ziel. Der Grund dürfte das Startprogramm unter anderem mit den Partien gegen Mitaufsteiger Mönchaltorf, Oetwil am See und Weisslingen sein – alles Gegner in Reichweite der Rütner und damit direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib.

«Zehn Punkte aus den ersten fünf Partien.»
Trainer Salih Kurtisi

Das Abenteuer in der 3. Liga nimmt der FCR mit einem stabilen Grundgerüst in Angriff. Torhüter Pascal Krebs, Abwehrchef Ahmet Pamuk, Mittelfeldabräumer Oemer Akköprü (Kurtisi: «Unser Gattuso»), Torjäger Andreas Burkard und Ertan Karakoç bilden die erfahrene Achse.
Einiges erhofft sich Trainer Kurtisi auch von den Neuen. Mit Verteidiger-Talent Eray Erbinel (von Rapperswil-Jona 2) und Angelo Scalia (Glattbrugg) kehrten beispielsweise zwei ehemalige Rütner auf die Schützenwiese zurück. Und Massimo Cianciarulo kam in der Rückrunde beim FC Stäfa zumindest zu einigen Teileinsätzen in der 2. Liga.

Zu viele Strafpunkte

2014 spielten die Rütner Reserven letztmalig in der 3. Liga. In der Zwischenzeit hat sich das Gesicht der Mannschaft aber deutlich verändert. Einen wesentlichen Anteil daran hat Salih Kurtisi, der mittlerweile seit zwei Jahren als Trainer amtet. Er sagt: «Der Aufstieg erfolgte sogar schneller als eigentlich geplant.»

Zu verbessern gibt es dennoch einiges – das zeigen alleine schon die eher bescheidenen Resultate in der Vorbereitungsphase gegen Viertligisten. «Da haben wir einiges ausgetestet», sagt Kurtisi und bedauert, dass der einzige Vergleich gegen einen Drittliga-Klub abgesagt wurde. Und viel Luft nach oben haben die Rütner in der Fairplay-Rangliste – wie Kurtisi ausdrücklich festhält. Auch ihn stören die (zu) vielen Strafpunkte in der vergangenen Meisterschaft. Viele davon handelten sich die Oberländer sogar wegen Reklamierens ein. «Da müssen wir uns verbessern», betont er. Sich selbst nimmt er dabei mit in die Pflicht. Als emotionaler Trainer habe er nämlich auch seinen Teil dazu beigetragen.

Tor: Pascal Krebs (27).
Verteidigung: Kushtrim Byqmeti (29), Eray Erbinel (20), Daniel Indermaur (23), Marjan Janka (26), Ahmet Pamuk (26), Vincenzo Randone (26).  
Mittelfeld: Oemer Akköprü (24), Massimo Cianciarulo (21), Severin Frank (18), Roman Gossauer (20), Dario Greco (21), Maurice Lorenz (21), Mark Mocan (18), Luan Sinani (26), Conradin Wyss (22).
Angriff: Andreas Burkard (24), Ertan Karakoç (26), Angelo Scalia (18), Aleksander Tsegezab (28).

Trainer: Salih Kurtisi (34), seit Januar 2016

Wir sagen: Rang 10
Die Aufstiegseuphorie ist schnell verfolgen. Die Saison wird für die einzige zweite Mannschaft der Gruppe 6 kein Zuckerschlecken.
Rüti 2 kämpft ums Überleben – am Ende gibt es aber ein Happy End.

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