Eine neue Zeitrechnung
Aller guten Dinge sind drei, sagt ein Sprichwort. Eines notabene, das man auf den FC Pfäffikon bezogen nicht anwenden kann. Dreimal hintereinander haben sich die 2015 in die 3. Liga abgestiegenen Pfäffiker vorgenommen, in die 2. Liga zurückzukehren. Dreimal sind sie an der Aufgabe gescheitert. Zu den Spitzenteams zählten sie immer, wurden zweimal Dritter, zuletzt gar Zweiter. Am Ende aber jubelten doch jeweils andere.
Nun hat auf dem Barzloo eine neue Zeitrechnung begonnen. Der Vertrag von Trainer Thomas Grolp wurde nicht mehr verlängert. An seiner Stelle hat Marcel Erismann übernommen, der zuletzt den FC Dübendorf in die 2. Liga interregional führte und die Glattaler da auch hielt.
Schmerzhafte Abgänge
Doch nicht nur die Führung des Pfäffiker Teams sieht anders aus, auch die Mannschaft selber hat mehr als nur einfach Retuschen erfahren. Flamur Gashi, Atila Husejni, Gramoz Lekaj sowie Unai Calzada – alles Stammkräfte und überaus erfahrene Spieler – zogen zu Aufsteiger Volketswil weiter. Besonders der Abgang von Flamur Gashi dürfte schmerzen. 40 Tore schoss der Angreifer in den letzten zwei Jahren. Es ist ein Wert, den man erst einmal hinkriegen muss. «Eins zu eins ist er nicht zu ersetzen. So ein Spieler fehlt uns jetzt», sagt Erismann. Silvan Meier, der letzte Saison für die Pfäffiker Reserven 17-mal traf, hätte allenfalls in diese Rolle hineinwachsen können. Doch Meier zog es zum Bedauern von Erismann vor, weiterhin in der 2. Mannschaft des FCP zu spielen.
«Eins zu eins ist er nicht zu ersetzen. So ein Spieler fehlt uns jetzt.»
Trainer Marcel Erismann zum Abgang von Topskorer Flamur Gashi
Der erfahrene Trainer lässt sich durch den Substanzverlust allerdings nicht aus der Ruhe bringen. Er dämpft zugleich aber auch die Erwartungen. «Der Aufstieg ist kein Thema», antwortet er auf die entsprechende Frage resolut und spricht gar von einer «Utopie» in diesem Zusammenhang. So hat er in Pfäffikon zwar eine willige Mannschaft angetroffen, «mit vielen sehr guten Typen», wie er sagt, die zudem fähig ist, einen gepflegten Fussball zu spielen. Und er ist überzeugt, mit dem homogenen Team ist auch viel herauszuholen. «Letztlich aber ist die Qualität ausschlaggebend.» Und diese ist kleiner geworden.
Den schwierigeren Weg gewählt
Die Pfäffiker hätten die Möglichkeit gehabt, ihre Reserven in der starken Gruppe 6 spielen zu lassen und stattdessen mit dem Fanionteam in der deutlich schwächeren Gruppe 3 anzutreten. Man hat darauf verzichtet. Erismann sagt dazu: «Die Aufgabe in der Gruppe 6 ist zwar schwieriger, aber die Gegner sind dafür deutlich attraktiver.»
Auch wenn man nicht mehr vom Aufstieg spricht, ambitionslos sind die Pfäffiker deswegen nicht. Sie wollen weiterhin eine gute Rolle innehaben. «Im vorderen Mittelfeld», sieht Erismann den FCP, was für ihn heisst, auf den Rängen 2 bis 4. Und was will er vom Team sehen, in dem zahlreiche sehr junge Fussballer stehen? Viel Ballbesitz, Spielfreude und ein sichtbares Spielkonzept, das auf einer solide Defensive aufgebaut ist. Er legt zudem Wert auf fitte Spieler. Oder wie er es sagt: «Wir sollten genug Sauerstoff im Tank haben, um vom Hirn aus dann weiterarbeiten zu können.»
Tor: Yves Altermatt (27), Dennis Mächler (17).
Verteidigung: Mischa Aeppli (26), Cyril Züst (25), Tim Krieg (15), Mustapha Ceesay (21), Steven Fenner (25), Simon Funk (18), Gino Mächler (25), Davide Schneider (26).
Mittelfeld: Dominik Buchs (19), Sascha Buchs (17), Nicolas Thoma (29), Claudio Attademo (31), Levin Brunner (16), Nils Grolp (16), Ismaila Ceesay (18), Dario Freuler (28), Ennio Ordonez-Kunz (24), Matthias Leodolter (19).
Angriff: Diego Beerle (25), Dennis Laezza (20).
Trainer: Marcel Erismann (50), neu
Wir sagen: Rang 5
Spielstark sind die Pfäffiker noch immer. Aber sie haben zahlreiche sehr junge Spieler im Team, die etwas Zeit brauchen. Erst einmal muss sowieso die Frage geklärt werden: Wer schiesst jetzt die Tore?
