Ein Zuzug, ein Abgang – um die Mannschaftsliste des FC Weisslingen auf den neusten Stand zu bringen, brauchte es nur einen Minimalaufwand. Ist diese magere Transferbilanz Fluch oder Segen? Trainer Marcel Scherrer, der vor der Rückrunde vom zurückgetretenen Christian Nüssli übernahm, ist ehrlich. «In unserer Situation eher Fluch», sagt er und hält gleich auch die Begründung dafür bereit. Die Weisslinger Personaldecke ist dünn. Nicht nur mangelt es generell an Breite, hinter den ersten elf Spielern fehlt auch die Qualität, um Absenzen von Stammkräften aufzufangen oder in Spielen mit einigen Wechseln für Impulse sorgen zu können. «Zumindest je ein Spieler für jede Reihe täte uns gut», sagt der 51-jährige Trainer.
Nur: Beim FC Weisslingen ist man sich bewusst, dass man als Dorfverein kaum Argumente hat, um externe Spieler anzulocken. Scherrers Wunsch nach Verstärkung dürfte weiterhin also kaum zu erfüllen sein. Erschwerend kommt hinzu, dass man in Weisslingen keine A-Junioren-Mannschaft hat. Scherrers Plan sieht nun vor, dass einige B-Junioren die Vorrunde mit den Weisslinger Reserven in der 4. Liga bestreiten, um danach im Frühling ins Fanionteam integriert zu werden. «Doch der Sprung ist gross», weiss Scherrer.
Der Aufwand ist gross
Der Einbau von jungen Spielern ist sowieso Zukunftsmusik. Vorerst werden die Weisslinger mit einem Kader in die Saison steigen, das aus 20 Spielern besteht. Ein routiniertes Kader notabene, in dem ein Dutzend Akteure über 26 Jahre alt ist. Eine der grossen Stärken ist dabei fraglos der Teamgeist. «Dieser hilft uns», sagt Scherrer. Der Trainer kann sich darauf verlassen: «Auch wenn es schwierig wird, läuft niemand einfach so davon.» Die Identifikation mit dem Verein ist gross.
«Auch wenn es schwierig wird, läuft niemand einfach so davon.»
Trainer Marcel Scherrer

