Noch schwieriger auszurechnen
Mittlerweile lässt sich im Internet fast jedes Produkt oder jede Dienstleistung bewerten. Damit aber nicht genug. Tippt man in der bekanntesten Suchmaschine «FC Rüti» ein, erhält man immerhin 36 Einträge. Bei 4,2 von 5 Sternen liegt der Durchschnitt der Bewertungen – ein ganz passables Resultat, auch wenn sich aufgrund der Einträge nicht wirklich erschliesst, was die Leute tatsächlich beurteilt haben. Die Lage des Platzes? Das Beizli? Das sportliche Abschneiden des Interregio-Teams?
Die Fakten zu Letzterem sehen so aus: Der FC Rüti schloss mit Rang 6 zwar schwächer ab als in der Vorsaison, steigerte aber die Torproduktion, erhielt weniger Gegentreffer und holte einen Punkt mehr. Trainer Shaip Krasniqi ist denn auch zufrieden, spricht von einer guten Saison. «Letztlich waren wir da, wo wir hingehörten.»
Früherer Beginn, dafür eine Pause
Ein paar Auffälligkeiten aber gab es. Oder wie es Sportchef Christoph Huber sagt: «Wir hatten Schwankungen. Das war unerfreulich.» Der Start misslang den Rütnern, erst im sechsten Spiel gab es den ersten Dreier. Im Frühling reihte man dafür vier Siege aneinander – nach dem 0:6 in Freienbach aber kam nicht mehr allzu viel. Krasniqis Erklärung: Nach jener Niederlage sei der Sprung auf Platz 2 unrealistisch geworden. «Die Luft war draussen. Und ich habe einiges ausprobiert.»
«Wir hatten Schwankungen. Das war unerfreulich.»
FCR-Sportchef Christoph Huber
Den missratenen Meisterschaftsauftakt ordnet er derweil der mangelhaften Vorbereitung zu – zu viele Ferienabwesende, zu viele Verletzte. Krasniqis Massnahme: Die Vorbereitung startete früher. Dafür wurde dann, als ein Grossteil der Spieler in den Ferien war, eine Trainingspause eingeschaltet. «So ist das besser», ist er überzeugt.
Konkurrenz verbessert Trainings
Die Rütner Transferbilanz fällt überaus positiv aus, weshalb Sportchef Huber sagt: «Wir haben an Substanz zugelegt.» Tragende Säulen müssen keine ersetzt werden. Und zwei Zuzüge stechen besonders hervor. Da ist einerseits die schon länger bekannte Rückkehr von Edison Syla. Der torgefährliche Mittelfeldspieler wird für Dampf sorgen. Und der von Freienbach gekommene, routinierte Aussenverteidiger Pleurat Hoxhaj (31) ist eine erhebliche Verstärkung für den Abwehrverbund.
Ein Erfolg ist für die Rütner auch, dass sich Talent Esmir Rastoder trotz zahlreichen anderen Möglichkeiten dazu entschlossen hat, eine weitere Saison auf der Schützenwiese zu bleiben. Der 19-Jährige erzielte letzte Saison 21 Tore. «Offensiv sind wir noch stärker, noch unberechenbarer geworden», sagt Krasniqi, um dann nachzuschieben: «Auch in der Defensive sind wir besser aufgestellt.»
Der Trainer freut sich über den verschärften Konkurrenzkampf. Er ist überzeugt, dass dadurch auch die Trainingsqualität steigen wird. Klar ist: Die Rütner werden weiterhin mit ihrer Offensivpower, ihrem schnellen Umschaltspiel auftrumpfen. Nun muss es ihnen auch gelingen, mehr Konstanz an den Tag zu legen. Denn der Konkurrenzkampf in der Gruppe 6 dürfte verschärft werden. «Jeder wird jeden schlagen können», ist Sportchef Huber überzeugt. Krasniqi hofft darauf, möglichst lange oben mitzuspielen. Huber hat derweil klare Vorstellungen: «Wir wollen unter den ersten drei mitmischen.»
Tor: Stefano Calendo (28), Mischa Frank (19).
Verteidigung: Meriton Ahmeti (26), Kevin Delli Compagni (28), Tobias Küng (24), Bujar Maloku (31), Cedric Belotti (24), Edon Sejdiu (23), Pleurat Hoxhaj (31).
Mittelfeld: Lars Grimm (28), Flavio Milano (27), Mergim Thaqi (24), Harbin Osmani (23), Edison Syla (23), Edis Smajovic (18), Yasin Pamuk (25), Art Sylejmani (19).
Angriff: Taulant Syla (27), Esmir Rastoder (19), Klurdian Museshabanaj (32).
Trainer: Shaip Krasniqi (37), seit 2017
Wir sagen: Rang 4
Der Angriff ist noch stärker geworden, die Defensive besser aufgestellt. Gehen die Rütner mit der nötigen Konsequenz zu Werke, werden sie für Furore sorgen und sich direkt hinter der Spitze einreihen.
