Diese Wahl ist matchentscheidend
Am Dienstag beschlossen die Schweizer Profiklubs einstimmig, künftig auf die 2G-Regel zu setzen. Nur noch Geimpfte und Genesene dürfen in die Stadien der National- und Swiss-League-Klubs.
Wobei die Vorschrift für die Zuschauerinnen und Zuschauer gilt, nicht aber etwa für die wichtigsten Angestellten der Vereine – die Spieler.
Die am Freitag letzter Woche verkündeten Verschärfungen des Bundesrats haben auch Auswirkungen auf die Amateurliga. Und damit ebenfalls auf die besten Klubs der Region – den in der MSL spielenden EHC Dübendorf sowie Erstligist Wetzikon.
Bis zum Freitag müssen alle Amateurvereine ihr Modell bestimmt haben. Setzen sie auf die 3G-Variante, bei der im Stadion Maskenpflicht gilt und die Konsumation nur auf dem Sitzplatz erlaubt ist? Oder wählen sie 2G, wo diese Auflagen wegfallen? Bei Letzterem müssen sie den Verband darüber in Kenntnis setzen.
Angst um die Fairness
Das Thema birgt Diskussionsstoff. Und hat zumindest in der höchsten Amateurliga MSL, in der zwölf Teams aus sieben Kantonen spielen, bereits für Ärger gesorgt. So kommunizierte der EHC Arosa schnell, bei ihm gelte an Partien künftig 2G. Rund 24 Stunden später nahm er davon wieder Abstand und schrieb in einer Medienmitteilung, er sei vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) falsch informiert worden.
Er zweifelte zudem an, dass die Fairness weiterhin gewährleistet ist, indem er schrieb: Es droht, dass der Entscheid des BAG zur sportlichen Wettbewerbsverzerrung in der MSL führt. Der Punkt, den die Aroser anprangern und der nicht nur bei ihnen für Kopfweh sorgt: Anders als bei den Profis hat 2G bei den Amateuren direkte Auswirkungen im sportlichen Bereich.
Wendet man 2G an, gilt die Regel für alle. Das heisst: Ungeimpfte Spieler und Staff-Mitglieder dürfen die Stadien nicht mehr betreten. Mannschaften mit tieferer Impfquote wären geschwächt.
«Mit 2G würden wir Spieler aus der ganzen Schweiz aus dem Spielbetrieb ausschliessen. Das kann nicht Aufgabe unseres Vereins sein.»
Beat Gmünder, Vizepräsident EHC Dübendorf
Vereinfacht gesagt müssen Vereine jetzt also eine Abwägung vornehmen. Gewichten sie den sportlichen Aspekt höher, indem sie auf 3G setzen? Oder erfüllen sie die Erwartungshaltung des Publikums, das aufgrund wegfallender Einschränkungen wohl mehrheitlich 2G bevorzugt?
Beim EHC Wetzikon ist die Entscheidung bereits gefallen – er verzichtet auf einen Spielbetrieb unter 2G. Beat Gmünder vom EHC Dübendorf sagt derweil: «Bei uns deutet alles auf 3G hin.»
Gmünders Begründung: «Mit 2G würden wir Spieler aus der ganzen Schweiz aus dem Spielbetrieb ausschliessen. Das kann nicht Aufgabe unseres Vereins sein.»
Der Vizepräsident des EHCD ist sich bewusst, dass nicht die Regio League, sondern der Bund und die Kantone die Rahmenbedingungen diktieren. Dennoch findet er, der Verband hätte die Vereine mit dieser Entscheidung allein gelassen.
Er sagt: «Als Corona-Verantwortlicher des Klubs hätte ich mir klare Vorgaben gewünscht, wie sich die MSL verhält.»
Gmünders Einwand ist berechtigt. Hätte sich die Amateurliga nicht gerade im Fall ihres Aushängeschilds MSL aktiver einbringen müssen, um der Ungewissheit entgegenzuwirken? Und versuchen sollen, eine einheitliche Linie sicherzustellen, anstatt einfach zu warten, bis jeder Verein für sich entschieden hat?
«Eine einheitliche Lösung wäre wünschenswert.»
Manuela Hess, Head of Communications Schweizer Eishockeyverband
Regio-League-Manager Philipp Keller will sich dazu nicht äussern. Er verweist an die Kommunikationsstelle des Verbands. Manuela Hess sagt, man habe den MSL-Klubs keine Vorschriften machen wollen in einem Bereich, in dem Spielraum vorhanden sei.
Zur Frage, ob man als Klub mit 2G überspitzt gesagt nicht dem Gegner gleich auch ein Stück weit die Aufstellung diktiere, sagt sie: «Für beide Mannschaften herrschen dieselben Bedingungen.» Klar ist für Hess aber auch: «Eine einheitliche Lösung wäre wünschenswert.»
