Modes steigt beim EHCW zum Chef auf
Knapp zwei Monate nach der Entlassung von Thomas Nüssli hat der EHC Wetzikon den vakanten Trainerposten wieder besetzt. Die Verantwortlichen des Oberländer Erstligisten setzen auf eine interne Lösung, indem sie den letztjährigen Assistenten Christian Modes zum Cheftrainer befördern.
Der 48-Jährige ist seit 2019 beim EHCW. Er gehörte erst dem Staff um Roger Keller an. Danach war er auch Assistenzcoach von dessen Nachfolger Nüssli. Vom Ex-Profi trennte sich der EHC Wetzikon im Februar aus finanziellen Gründen.
Die Wahl von Modes ist naheliegend. Er kennt den Klub und das Umfeld. Vor allem ist er aber auch ein Trainer mit viel Erfahrung.
«Ich will aus jedem Spieler das Beste herausholen. Wenn wir das schaffen, werden wir gemeinsam viel Freude haben.»
Christian Modes, Trainer EHC Wetzikon
Vor seinem freiwilligen Schritt in die zweite Reihe wirkte der Winterthurer elf Jahre lang als Headcoach. Erst in der 2. Liga, danach in der 1. Liga bei den Pikes Oberthurgau und in Weinfelden.
Modes sagt, ihm habe es gut getan, zuletzt als Co-Trainer «etwas durchlüften» zu können. «Trainer zu sein zehrt an den Kräften.» Jetzt sei er wieder bereit für die Chefrolle. Und die Aufgabe beim EHCW reizt ihn.
«Ich will aus jedem Spieler das Beste herausholen», sagt er. «Wenn wir das schaffen, werden wir gemeinsam viel Freude haben», ist er überzeugt.
Der Wetziker Sportchef Diego Piceci attestiert dem neuen Cheftrainer grosse fachliche Qualitäten. «Dazu ist er engagiert und hat viel Biss.»
In der jetzigen Situation sei es für den EHCW wichtig gewesen, auf jemanden zu setzen, «der den Laden kennt». Um ohne Angewöhnungszeit loslegen zu können. Modes sei in der Mannschaft akzeptiert, sagt Piceci.
«Er ist nahe an den Spielern und pflegt einen engen Austausch mit ihnen.»
Die Rücktrittswelle
Auf den neuen Cheftrainer wartet beim langjährigen Spitzenteam, das vor den zwei abgebrochenen Saisons die Qualifikation zweimal gewonnen und einmal als Zweiter abgeschlossen hatte, eine interessante Herausforderung.
Die Wetziker wollen in die höchste Amateurliga MSL aufsteigen. Für einmal aber verändert sich die über Jahre zusammengewachsene Mannschaft stark, wobei Modes sagt: «Irgendwann gibt es immer einen Umbruch.»
Gleich neun Abgänge verzeichnet der EHCW, darunter acht langjährige Stammspieler.
Es mag ein kleiner Trost sein, aber der Oberländer Erstligist verliert den Grossteil der Spieler nicht etwa an die Konkurrenz. Einzig Nino Marzan (offen), Yves Kohli (Luzern) und Thomas Hofer (Dürnten Vikings) wechseln zu anderen Klubs.
Dimitri Beer absolviert einen Auslandaufenthalt, Luca Luchsinger, Brent Buchmüller, Gianni Brandi, Manuel Laimbacher und Chris Wittwer treten allesamt zurück. Jeder dieser Abgänge schmerze, gibt Sportchef Piceci unumwunden zu. «Das waren sehr gute Spieler mit wichtigen Rollen.»
Der Anspruch bleibt hoch
Nach den jüngsten Abgängen sind nur noch vier Spieler übrig, die bereits 2018, beim Gewinn des Schweizermeistertitels der 1. Liga, dabei waren. Dazu verliert Wetzikon neben einem gerüttelten Mann an Erfahrung auf einen Schlag weit über 400 Skorerpunkte.
Eins zu eins werde man diese Spieler nicht ersetzen können, wissen Sportchef Piceci und der Trainer. Die Ansprüche beim EHCW werden trotzdem nicht kleiner. Modes sagt: «Wetzikon war in den letzten Jahren immer ein Spitzenteam. Das wollen wir auch bleiben.»
Beim EHC Wetzikon ist man überzeugt: Die Voraussetzungen dazu sind noch immer vorhanden. Das Team wird neu statt aus 28 nur noch aus 24 Spielern bestehen.
«Die Jungs, die wir holen, sind qualitativ gute Spieler.»
Diego Piceci, Sportchef EHC Wetzikon
«Wir werden aber noch immer ein gutes Kader haben. Es tut sich etwas», sagt Piceci mit einem Hinweis auf die Zuzüge.
Klar ist bis jetzt nur, dass Goalie Fabian Ryffel (26) von Zweitligist Dürnten kommt. Wen der Sportchef zusätzlich verpflichtet hat, darüber schweigt er sich vorderhand zwar aus. Auch darum, weil nicht alle Verhandlungen abgeschlossen sind. Zwei Positionen sind noch offen.
Von den insgesamt acht Neuen wechseln gemäss dem Sportchef aber deren fünf aus der höchsten Amateurliga MSL nach Wetzikon. Das heisst: «Die Jungs, die wir holen, sind qualitativ gute Spieler.»
