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Eishockey

Der Saisonabbruch hat auch eine positive Seite

Lieber hätten sie gespielt. Immerhin aber haben MSL-Klub Dübendorf und Erstligist Wetzikon nun Planungssicherheit.

Zum zweiten Mal hintereinander lange Gesichter beim EHC Wetzikon. Wieder kann die Saison nicht beendet werden., Die Dübendorfer (Trainer Reto Stirnimann im Vordergrund) setzten das Eistraining lange fort.

Archivfoto: Christian Merz

Der Saisonabbruch hat auch eine positive Seite

Der Schritt war nach den jüngsten Verschärfungen des Bundesrats unumgänglich. Am Mittwoch entschied die Regio League, auch die Meisterschaften in den beiden höchsten Amateurligen abzubrechen.

Spätestens ab dem 1. Februar hätten die MSL-Teams und Erstligisten wieder ohne Einschränkungen trainieren müssen, um die Meisterschaft fortsetzen zu können. Ein unmögliches Szenario.

Der Verbandsentscheid vom Mittwoch war absehbar. Weniger schmerzhaft ist er trotzdem nicht, findet Diego Piceci. Der Sportchef des EHC Wetzikon sagt: «Die Enttäuschung ist gross.»

Vielleicht ist sie bei den Wetzikern, die seit Mitte November den Trainingsbetrieb heruntergefahren hatten, gar einen Zacken grösser als bei anderen Teams. Der Saisonabbruch nimmt dem Oberländer Erstligisten erneut die Chance, seine Ambitionen in die Tat umsetzen zu können.

Oder anders gesagt: Seit der EHCW im Jahr 2019 den Vorwärtsgang eingelegt hat, indem er sich bis 2022 den Aufstieg in die MSL zum Ziel setzte, ist er zweimal von der Pandemie gestoppt worden.

Im letzten Frühjahr im Ostschweizer Final. Nun erheblich früher.

«Ich habe vermutet, dass wir nicht einfach durchlaufen.»

Diego Piceci, Sportchef EHC Wetzikon

Lediglich ein halbes Dutzend Partien absolvierte der EHCW. Zwei Siege, vier Niederlagen und die zweitschlechteste Defensive der Ostgruppe stehen zu Buche.

Es ist eine durchzogene Bilanz für die überdurchschnittlich gut besetzte Mannschaft. Und in Anbetracht der Ambitionen.

Sportchef Piceci sagt, er sei vom holprigen Start nicht überrascht gewesen. «Ich habe vermutet, dass wir nicht einfach durchlaufen.»

Der Härtetest fällt aus

Mit dem Engagement von Thomas Nüssli als Trainer hatten die Wetziker eine neue Zeitrechnung eingeläutet. Der Ex-Profi weist keinerlei Trainererfahrung auf.

Er machte vor Beginn der Meisterschaft zudem klar, dass bei ihm bis Weihnachten der Prozess im Vordergrund stehen werde. Und nicht die Resultate.

Erst in den Playoffs hätte die Mannschaft in Hochform sein müssen. Soweit der Plan. Den Härtetest kann der EHCW nicht mehr antreten.  

Piceci bezeichnet die wenigen Monate unter Nüsslis Führung als «eine Art Schnupperzeit» für Mannschaft und Trainer. Von der Arbeit des Appenzellers ist er gleichwohl überzeugt.

Dieser habe Impulse gesetzt und Neues eingebracht, selber aber auch lernen müssen. «Es ist noch kein Trainer perfekt vom Himmel gefallen.»

«Grundsätzlich sind wir auf dem richtigen Weg, haben aber noch Verbesserungspotenzial.»

Diego Piceci, Sportchef EHC Wetzikon

Einige Spieler seien unter Nüssli aufgeblüht, sagt der Sportchef. Andere wiederum hätten mehr Mühe gehabt. Piceci ist überzeugt: «Grundsätzlich sind wir auf dem richtigen Weg, haben aber noch Verbesserungspotenzial.» 

Klar ist: Nüssli setzt seine Arbeit beim EHCW fort. Er wird zugleich stark in die Kaderplanung einbezogen sein. Diese aber steht laut Piceci ganz am Anfang.

Zu vieles ist in der Schwebe, viele Fragen sind offen. Zentral ist vor allem, wie gross die finanziellen Auswirkungen der Pandemie sind.

Erst wenn man sie genau beziffern kann, sind die Grundlagen für die Kaderzusammenstellung gegeben. Piceci sagt: «Dann kann man definitiv planen.» 

In Szenarien denken

Die nächste Zeit dürfte für den Vorstand beim EHCW arbeitsintensiv werden. Wie bei den Verantwortlichen von MSL-Klub Dübendorf. Der Grund dafür ist der Abbruch der Meisterschaft.

Dieser hat für die zwei Klubs immerhin auch eine positive Seite. Er sorgt für Kostensicherheit.

Der EHCD habe in den letzten Monaten stetig bilanziert, sagt Beat Gmünder. Der Vizepräsident des Glattaler Vereins findet, alles andere wäre fahrlässig gewesen. «Jetzt können wir das Bild schärfen.»  

Über die finanziellen Auswirkungen der abgebrochenen Saison mag Gmünder nicht spekulieren. Auch nicht darüber, ob diese allenfalls Konsequenzen haben könnten für das Fanionteam.

Für solche Fragen sei es zu früh, winkt er ab. Erst wenn alle Zahlen auf dem Tisch liegen, können die Verantwortlichen ihre Schlüsse ziehen.

Gmünder sagt: «Wir planen in Szenarien. Auch beim Kader. Dafür brauchen wir die finanzielle Sicherheit.» 

«Uns haut das Ganze nicht um.»

Beat Gmünder, Vizepräsident EHC Dübendorf

Sportlich sind die Dübendorfer schon da, wo die Wetziker hin wollen – in der höchsten Amateurliga. Nach nur sieben Spielen mit vier Siegen und drei Niederlagen aber war für die Glattaler Schluss.

Immerhin ein sportliches Highlight erlebte der EHCD – im Cup gegen die ZSC Lions. Die Amateure unterlagen den konzentrierten Profis daheim 0:9.

Die Frage ist dennoch: Was bleibt von einer solchen Saison überhaupt? Vizepräsident Gmünder sagt, für ihn sei die wichtigste Erkenntnis, dass der Verein sehr gefestigt sei. «Uns haut das Ganze nicht um.»

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