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Eishockey

Die ewige Sehnsucht nach dem Kübel

Die Dürnten Vikings und der EHC Illnau-Effretikon sind auch in der neuen Zweitliga-Saison das Mass aller Dinge.

Tizian Müller (EIE) und Vikings-Angreifer Yves Rüegg schenkten sich in der letzten Finalserie nichts., Auch die Fäuste flogen schon im Derby: Gabriel Gretler (EIE) gegen Mario Senn., Vikings-Coach Gunnar Hosner., Die Dürntner Loris Voneschen und Noel Brunner freuen sich über ein Tor gegen den EIE.

Archivfoto: David Kündig

Die ewige Sehnsucht nach dem Kübel

Nur ein Sieg fehlte dem EHC Dürnten Vikings zum erneuten Ostschweizer Zweitliga-Meistertitel – und damit zur Titelverteidigung. «Natürlich diskutierten wir darüber, wie es hätte ausgehen können», sagt Vikings-Trainer Gunnar Hosner. 

Gerade der Saisonabbruch ist aber womöglich auch ein Grund, weshalb Hosner weiter auf das Gros des erfolgsverwöhnten Teams (sechs Finals seit 2011, drei Titel) zählen kann. Er sagt: «Sie sind hungrig und wollen nochmals den Kübel.» Es ist keine Selbstverständlichkeit. Viele der Leistungsträger sind mittlerweile um die 30 oder älter. «Wir müssen immer mit Abgängen rechnen», sagt Hosner. 

Tatsächlich stehen mit Moreno Voneschen, Fabian Tschanz und Diego Ardizzone verdiente Kräfte nicht mehr zur Verfügung. Spieler vom Schlage der Rüegg-­Brüder, Michel De Martin oder Adrian Stoob zu bekommen, sei allerdings schwieriger geworden, ist für den Coach klar. «Die Klubs aus der MSL und 1. Liga grasen alles ab.»

Neue Hoffnungsträger

Und trotzdem: Mit Tobias Hardmeier stiess ein U20-Spieler der ZSC Lions dazu, der «dem Team gut tut» (Hosner). Insbesondere Gabriele Cereghetti (von Biasca/Chiasso) und Dallas Richard (Rapperswil-Jona 2) – der jün­gere Bruder von Nationalspieler Tanner – sollen zudem den Sub­stanzverlust auffangen.

Hosner ist zufrieden mit der kurzen, aber intensiven Sommervorbereitung. Im Trainingslager in Arosa konnte man sich gegen den lokalen MSL-Klub messen. Beweglich und schnell hat er sein Team in den letzten Wochen wahrgenommen. «Auch das Passspiel funktioniert», betont Hosner.

Selbst schwächere Phasen in der Qualifikation dürften die Vikings mit ihrer Routine und Klasse nicht aus der Contenance bringen. Den Pflichtteil der letzten Meisterschaft schlossen sie als Dritter erstmals seit 2013 nicht in den Top 2 ab – und zeigten dennoch hinterher nahezu perfekte Playoffs mit nur einer Niederlage.

Diese musste Dürnten ausgerechnet gegen den EHC Illnau-­Effretikon einstecken. Der Lokalrivale zeigte seine erfolgreichste Saison seit Langem. Als Zweiter der Qualifikation platzierte er sich nicht nur erstmals überhaupt vor den Vikings. Der EIE reihte zwischenzeitlich 19 Siege aneinander und beeindruckte durch seine Heimstärke.

Und dennoch warnt Sportchef Mike Häbig zunächst vor zu hohen Erwartungen. Er spricht von einer «durchzogenen Vorbereitung» auf fremden Eisfeldern und ist froh, dass seit am Freitag wieder auf dem Eselriet trainiert werden kann. Drei Siege standen vier Niederlagen in den Testspielen gegenüber. Zuversicht gibt aber, dass bei der Hauptprobe ein 5:3-Erfolg über den Erstligisten Prättigau-Herrschaft resultierte.

Personell fällt beim EIE vor allem der Abgang des langjährigen Torhüters Dennis Volkart (Rücktritt) ins Gewicht. In seine grossen Fussstapfen sollen Robin Heeb (23) und Neuzuzug Luca Tresch (16, von Zug U17) treten. «Die Goalie-Position haben wir sicher nicht 1:1 ersetzt», sagt Häbig.

Kleiner Transfercoup 

Bereits gut eingelebt haben sich die Neuen Colin Swart (von Wil) und Yann Wunderli (Winterthur U20). Dazu gelang dem EIE mit dem Zuzug des ehemaligen MSL-Stürmers Michael Lanz (Basel) noch ein kleiner Transfercoup. Der 23-Jährige hätte eigentlich auf die letzte Saison hin zum EHC Dübendorf wechseln sollen, gab dann aber aufgrund von Schulterproblemen noch während der Sommervorbereitung seinen Rücktritt bekannt. 

Das primäre Ziel von Illnau-­Effretikon ist es, in der Qualifikation einen Top-4-Platz zu belegen, um in die Playoffs mit ­einem Heimspiel starten zu ­können. In der Gruppe 2 gab es nur einen Wechsel.

Anstelle des EHC Wallisellen spielt neu das vom Ex-Dübendorfer Patrick Meichtry betreute Bassersdorf. Die ­Unterländer scheiterten in den letzten Playoff-Halbfinals an Dürnten und dürften auch in der neuen Umgebung eine gute Rolle spielen können.

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