Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Eishockey

Die eigenen Stärken sind der Massstab

Beim EHCW beginnt unter Ex-Profi Thomas Nüssli eine neue Zeitrechnung. An seiner ersten Trainerstation hat er ein klares Ziel.

Im Vorwärtsgang: Der EHC Wetzikon (Robin Meier, vorne) will in die MSL.

Archivfoto: Christian Merz

Die eigenen Stärken sind der Massstab

Das namhafteste Mitglied des ersten Gegners agiert lediglich im Hintergrund. Arno Del Curto dürfte am Samstag beim Meisterschaftsauftakt denn auch kaum in der Wetziker Eishalle anzutreffen sein, obwohl die Trainer-Legende bei den Red Lions Reinach Werbebotschafter und Mitglied im Business Club ist.

Weitaus grösseren Einfluss bei seinem Verein hat da der bekannteste Name des EHC Wetzikon – Thomas Nüssli. Auf diese Saison hin hat der 38-Jährige beim EHCW die Position des Trainers übernommen.

Damit beginnt beim Oberländer Erstligisten eine neue Zeitrechnung.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Wir sind stolz, unseren neuen Headcoach präsentieren zu dürfen. Herzlich willkommen beim EHCW: Thomas Nüssli. Jeder Eishockey-Fan in der Schweiz kennt Thomas Nüssli, trotzdem wollen wir ihn natürlich kurz vorstellen: Er ist 38 Jahre alt, Herisauer und hat eine beeindruckende Spielerkarriere als Stürmer (C, LW) hinter sich. Zuletzt spielte der 190cm-Hüne viele Jahre für die SCL Tigers, zuvor war er unter anderem auch in Biel, Rapperswil, Zug und Basel tätig. Thomas Nüssli wurde im Jahr 2002 in der neunten Runde von den Vancouver Canucks gedraftet. Zu einem Einsatz als Spieler in der NHL kam es aber nie. Der dreifache Schweizer Nationalspieler hat seine Schlittschuhe an den Nagel gehängt und startet nun als Trainer durch. Er unterschrieb beim EHC Wetzikon einen Zweijahresvertrag plus Option. Wir freuen uns sehr, dass er als Headcoach zum EHCW stösst.

Ein Beitrag geteilt von EHC Wetzikon (@ehcwetzikon) am

Nüssli selber betritt ebenfalls Neuland. Über 600 Spiele in der höchsten Liga hat er bestritten, 200 weitere eine Klasse tiefer. 2002 wurde der Herisauer gar vom NHL-Klub Vancouver Canucks gedraftet.

Er kennt aber weder die 1. Liga, noch weist der frühere Stürmer Trainererfahrung auf. «Vorher musste ich nur für mich schauen. Jetzt bin ich verantwortlich für mehr als 20 Spieler, muss sie beurteilen», sagt er über den Rollenwechsel. «Das ist eine andere Dimension.»   

Eine Zahl, die täuscht

Die ersten Monate im Klub hat der neue EHCW-Coach als sehr positiv erlebt. Nüssli lobt ausdrücklich die Trainingspräsenz. Und sagt, er habe eine hervorragende Mannschaft angetroffen. «Mit einem guten Kern.»

Dass Nüssli von Beginn weg auf ein intaktes Gefüge zurückgreifen konnte, ist wenig überraschend. Das Team ist zu ganz grossen Teilen dasselbe wie in der letzten Saison.

Damals bekundeten die Wetziker Anlaufschwierigkeiten, fanden danach in die Spur und führten bei Meisterschaftsabbruch im Ostschweizer Final gegen Frauenfeld mit 2:1-Siegen.

Ein halbes Dutzend Spieler hat Sportchef Diego Piceci im Frühling verpflichtet. Mit Ausnahme von Dennis Urech (von den Pikes Oberthurgau) keine arrivierten, sondern Talente, denen man eine deutliche Weiterentwicklung zutraut.

Das Wetziker Team wurde dadurch jünger, fast die Hälfte der Spieler ist unter 23. Von dieser Zahl darf man sich allerdings nicht täuschen lassen.

Beim EHCW stehen zahlreiche Spieler unter Vertrag, die in den erfolgreichen letzten Jahren – 2018 holten die Wetziker den Schweizer Meistertitel der 1. Liga – bereits dabei waren. Entsprechend viel Erfahrung weisen sie auf. 

«Die Mannschaft will aufsteigen. Nun müssen wir schauen, wie wir das schaffen.»

Thomas Nüssli, Trainer EHC Wetzikon

Trotz leichter Verjüngungskur gilt darum weiterhin: Der EHCW verfügt über eine läuferisch und technisch starke Mannschaft, in der viel individuelle Klasse vorhanden ist. Er müsste vom Potenzial her einmal mehr zu jenen Teams in der Ostgruppe gehören, die den Ton angeben.

«Spielerisch haben wir es drauf», hat Nüssli sofort erkannt. Nicht nur die sportlichen Qualitäten stimmen ihn zuversichtlich. Für die Einstellung der Spieler sowie ihren Biss findet er ebenfalls lobende Worte.

«Die Mannschaft will aufsteigen. Nun müssen wir schauen, wie wir das schaffen.»

Die alten Muster abstreifen

Die entscheidende Phase liegt allerdings noch weit weg – erst Mitte Februar beginnen die Playoffs. Für Nüssli stehen darum vorerst nicht die Ergebnisse im Zentrum.  

Die Entwicklung zählt. Bis Weihnachten sollen die Spieler die Vorgaben des neuen Trainers verinnerlicht haben, um auch in Stressmomenten die richtigen Entscheide zu treffen.

In den Testspielen hat das grösstenteils bereits gut geklappt, findet er. Bisweilen aber fiel der EHC Wetzikon in bekannte Muster zurück. Die Wetziker nahmen unnötige Strafen, spielten statt nach dem System plötzlich vogelwild.

«Freestyle», wie Nüssli dem sagt. «Aber daran arbeiten wir.»

Härtester Konkurrent in der Ostgruppe dürfte wiederum der EHC Frauenfeld sein. Er kooperiert mit dem HC Thurgau, hat personell nachgerüstet und will ebenfalls in die MSL. Schon in der zweiten Runde treffen die zwei Aufstiegsanwärter aufeinander.

Vorher aber warten auf die Oberländer noch die Red Lions Reinach. Nüssli freut sich auf die Saison. Und er hat klare Vorstellungen, was sein Team auszeichnen sollte: Offensivdrang, Power, Emotionen und Spektakel.

Oder wie er zusammenfassend sagt: «Wir wollen versuchen, in jeder Partie über unseren Verhältnissen zu spielen.»

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns