Die Verjüngungskur geht weiter
Die wichtigste Personalentscheidung hat der EHC Wetzikon vor knapp zwei Wochen getroffen. Der Oberländer Erstligist sorgte damals für eine Überraschung, indem er Thomas Nüssli als neuen Trainer vorstellte.
Wer das Schweizer Eishockey verfolgt, dem ist der langjährige Nationalliga-Stürmer ein Begriff. Als Spieler, nicht aber hinter der Bande. Nüsslis Aufgabe bei seiner ersten Trainerstation ist nicht ohne: Er soll die Wetziker in die höchste Amateurliga MSL führen.
«Andererseits war es uns ein Anliegen, junge und talentierte Spieler einzubinden und ihnen eine Chance zu geben.»
Diego Piceci, Sportchef EHC Wetzikon
Jetzt ist klar: Dem 38-jährigen Appenzeller steht dabei eine Mannschaft zur Verfügung, die zu ganz grossen Teilen jener entspricht, die in der abgebrochenen Saison im Ostschweizer Final gegen den EHC Frauenfeld nur einen Sieg vor dem Triumph stand.
17 Vertragsverlängerungen vermeldete der EHCW. Darunter beispielsweise auch jene mit Captain Nicolas Marzan, dem in den Playoffs stark spielenden Goalie Odin Neuenschwander sowie Topskorer Gian-Andrea Thöny.
Der Assistenztrainer bleibt
Der Wetziker Stamm also bleibt bestehen. Es dürfte Nüsslis Aufgabe vereinfachen, mit einem intakten Gefüge beginnen zu können, das aus überdurchschnittlich vielen starken Spielern gebildet wird. Den Einstieg des Neo-Trainers ebenfalls erleichtern wird, dass Assistenztrainer Christian Modes seinen Vertrag um eine weitere Saison verlängert hat.
Modes weist viel Erfahrung auf, darunter auch mehrjährige als Headcoach. Zudem kennt der 47-Jährige die Mannschaft schon.
Ein verlässlicher Skorer geht
Lediglich zwei Abgänge verzeichnet der EHC Wetzikon bisher offiziell, wobei die Kaderplanungen noch nicht abgeschlossen sind. Einer davon ist Nils Johnson. Der 20-jährige Torhüter lieferte sich in der Qualifikation lange Zeit ein Duell mit Neuenschwander um die Position des Stammtorhüters, hatte in diesem letztlich aber das Nachsehen. Johnson tritt zurück.
Wirklich schmerzhaft ist der Verlust von Kevin Eggimann. Der Leistungsträger verlässt den Verein aus beruflichen Gründen und schliesst sich dem Zweitligisten EHC St. Moritz an. Drei Saisons lang war der Stürmer ein verlässlicher Skorer. In 113 Spielen gelangen ihm 124 Punkte. «Da fallen ein paar Punkte weg», bedauert Sportchef Diego Piceci. «Es ist schade, dass er geht. Er war eine Respektsperson und ein Leader.»
Mit dem Wegzug des 28-Jährigen verlieren die Wetziker auch einen ihrer routiniertesten Spieler. Von den Stammkräften war lediglich Timon Vesely (33) älter.
Kohli ist die Ausnahme
Vier Zuzüge hat der Oberländer Klub bis jetzt bekannt gegeben. Was auffällt: Sie sind allesamt sehr jung, keiner ist älter als 20. Einerseits sei es schwierig, arrivierte Spieler, die das Team wirklich weiterbringen würden, zu verpflichten, sagt Piceci. «Andererseits war es uns ein Anliegen, junge und talentierte Spieler einzubinden und ihnen eine Chance zu geben.»
Mit dem Einbau von Goalie Derian Rensch (Genève-Servette), den Verteidigern Yves Kohli (Lakers) und Cyrill Pfammatter sowie von Stürmer Joshua Berni (beide Lions-Organisation) verjüngt der EHCW sein Team erneut – wie auf letzte Saison hin.
Die Neuverpflichtungen spielten allesamt in der U20. Ausser Kohli weist keiner der Neuen nennenswerte Erfahrung im Erwachsenenhockey auf. Der Defensivmann absolvierte mit einer B-Lizenz immerhin 40 MSL-Partien für Seewen.
