Etwas frisches Blut für die Erfolgsfamilie
Im Prinzip ist der Klub noch immer sehr jung. Zumindest seit er aus der Fusion zwischen dem EHC Bäretswil und dem EHC Dürnten entstanden ist. Im Herbst packt der EHC Dürnten Vikings erst seine zehnte Saison an. Die Erfolgsbilanz ist eindrücklich.
Sechsmal stand der Oberländer Zweitligist seit seiner Geburt 2011 im Ostschweizer Final, dreimal stemmte er am Schluss den Pokal in die Höhe. 2019 krönten sich die Vikings gar zum nationalen Titelträger.
«Der harte Kern bleibt zusammen.»
Gunnar Hosner, Trainer EHC Dürnten Vikings
Auch in der kürzlich abrupt zu Ende gegangenen Saison hatten die Vikings den «Pott» in Sicht – sie führten im Ostschweizer Final gegen den EHC Illnau-Effretikon mit 2:1 Siegen. Zuvor hatten sie drei Playoff-Runden ohne Niederlage absolviert.
Die Mannschaft versteht es seit Jahren perfekt, sich in der entscheidenden Phase zu steigern. Ein Zeichen ihrer mentalen Stärke. Die Qualifikation? Für die Vikings nie mehr als eine Pflicht.
Die Abkehr von vier Linien
Die abgebrochene Meisterschaft sorgt jetzt dafür, dass die Dürntner im Herbst nochmals als Titelverteidiger antreten können. Sie werden dies trotz einigen Abgängen mit einer sehr routinierten Mannschaft machen können. Gunnar Hosner betreut sie weiterhin zusammen mit Christian Thiemeyer. Er freut sich: «Der harte Kern bleibt zusammen.»
Dazu gehören viele zentrale Spieler wie Noel und Oliver Brunner, das Brüdertrio Mischa, Andy und Yves Rüegg und Alain Deubelbeiss. Zehn Spieler stehen im Kader, die mit den Vikings schon den ersten Ostschweizer-Meister-Titel vor fünf Jahren gewannen.
Das ist eine bemerkenswert hohe Zahl. Eine auch, die darauf hindeutet, dass die von allen Mannschaften gerne verwendete Wendung, bei ihnen sei es wie in einer Familie, für die Vikings tatsächlich zutrifft.
Die starke Stellung der langjährigen Stammspieler dürfte die Arbeit der Verantwortlichen bisweilen aber auch erschweren. Sei es bei Transfers, bei denen es Gespür braucht, um starke Spieler zu finden, die sich in der Erfolgsfamilie einordnen können. Ober bei Neuerungen. Das Trainerduo rückt jedenfalls wieder von der Idee ab, mit vier Sturmlinien agieren zu wollen. «Das hat nicht funktioniert», sagt Hosner dazu.
Aus diesem Grund dürfte es nicht ins Gewicht fallen, dass das Kader nach den drei Zuzügen und fünf Abgängen – bei Diego Ardizzone und Michel De Martin ist die Zukunft offen – etwas kleiner ist als letzte Saison. Verletzungen oder Krankheiten wollen die Vikings mit B-Lizenz-Spielern «abfedern», wie Hosner sagt.
Ein Trio sorgt derweil für etwas frisches Blut. Dallas Richard (24) ist der Bruder von Nationalspieler Tanner Richard. Der Stürmer kommt wie Verteidiger Ryan Wachter (22) von den Lakers II (2. Liga). Aus der U 20 der ZSC Lions stösst Tobias Hardmeier zu den Dürntnern. Er ist erst 19 und neu der jüngste Spieler der Vikings.
