Für die Oberländer Klubs bleibt alles beim Alten
Die Würfel sind gefallen. Die Delegierten der Regio League und die Mitglieder des Nachwuchs- und Amateursport-Komittees haben entschieden, wie die am 12. März abgebrochene Saison auf Amateurstufe gewertet wird. Sie gehen dabei den Weg, den man erwarten durfte.
In Ligen, in denen die entscheidenden Phasen nicht fertig gespielt werden konnten, gibt es keine Aufsteiger. Sämtliche Anträge für Aufstiege am grünen Tisch wurden abgelehnt. Zudem dürfen die abgestiegenen Mannschaften in den oberen Ligen bleiben.
Philipp Keller, Manager Regio League und MSL bei Swiss Ice Hockey, sagt: «Wir haben gestützt auf die Reglemente und Weisungen zum Meisterschaftsbetrieb und im Sinne des Sports entschieden.» Im Vorfeld seien zudem die Rechtspflegeorgane konsultiert worden. Offen bleibt, ob Klubs Rekurs gegen diese Entscheide einlegen.
Wetzikon hat noch Zeit
Für die drei zum Zeitpunkt des Abbruchs noch im Einsatz stehenden Erstligisten sind damit die Hoffnungen geplatzt, nächste Saison in der MSL antreten zu können. Der EHC Wetzikon und Frauenfeld aus der Ostgruppe sowie der HC Franches-Montagnes aus der Westgruppe waren allesamt aufstiegswillig.
Die Wetziker lagen in der Best-of-5-Serie gegen Frauenfeld nach drei Spielen mit 2:1 Siegen vorne, Franches-Montagnes war einen Schritt weiter. Die Jurassier hatten als Gewinner der Westgruppe den Einzug in den nationalen Final bereits geschafft, in dem der MSL-Aufsteiger ausgespielt worden wäre.
Am schwersten dürfte der Entscheid die Frauenfelder treffen. Der EHCW hat sich lediglich zum Ziel gesetzt, bis spätestens 2022 in die höchste Amateurstufe aufzusteigen. «Von Aufstiegsdruck spüren wir jedenfalls nichts», hatte Trainer Roger Keller in den Playoffs mehrfach gesagt. Derweil strebten die Thurgauer die sofortige Promotion an, da sie ab nächster Saison als Farmteam von Swiss-League-Klub Thurgau fungieren wollten.
Keine Träume platzen lässt der Entscheid hingegen bei den Dürnten Vikings und dem EHC Illnau-Effretikon. Die beiden Oberländer Zweitligisten standen sich im Ostschweizer Final gegenüber, keines der Teams aber wollte in die nächsthöhere Spielklasse.
Keine Lust auf Knorz
Neben einer Handvoll enttäuschten Klubs gibt es auch Gewinner. In der 1. Liga heisst dieser HC Luzern. Die Zentralschweizer taten sich als Aufsteiger überaus schwer, zierten von Beginn weg das Tabellenende. Zum sportlichen Ligaerhalt fehlten den Luzernern satte elf Punkte, oben bleiben sie nun trotzdem.
Freuen könnten sich eine Liga höher eigentlich auch die Düdingen Bulls. Die Freiburger waren sportlich abgestiegen, dürfen nächste Saison aber weiterhin in der MSL antreten. Ob der Klub das überhaupt will, darüber muss er erst befinden. Es gibt für Vereinspräsident Josef Baeriswyl durchaus Gründe, die dagegen sprechen, wie er gegenüber den Freiburger Nachrichten sagte. Einerseits seien die Planungen weit fortgeschritten – notabene für die 1. Liga, argumentiert Baeriswyl. Kommt hinzu: «Auf ein Geknorze wie in den letzten Saisons hat im Prinzip niemand Lust.»
