Darum sollte der Gastgeber auf Einladungen verzichten
Rund 20 Minuten nach dem Ende des dritten Finals zwischen Frauenfeld und Wetzikon (3:2) hatten sich die Gemüter am Dienstag beim Oberländer Erstligisten beruhigt. Dass man die erste Chance verpasst hatte, sich den Ostschweizer Meistertitel zu sichern, war abgehakt.
Selbstverständlich war die entspannte Stimmung in der Wetziker Garderobe nicht. Nicht nach diesem Abend, an dem sich der Schiedsrichter mit seiner kleinlichen Regelauslegung in den Mittelpunkt gepfiffen hatte. Am Anfang fühlten sich die Frauenfelder benachteiligt, ab Spielhälfte übernahmen die Gäste diese Rolle.
«Wir müssen damit besser umgehen. Denn es sind Strafen, die uns immer wieder einen Schritt zurückwerfen.»
Nicolas Marzan, Captain EHC Wetzikon
Nach nur 112 Sekunden sprach der Referee, dem die Partie bald einmal entglitt, erstmals eine Strafe aus. Der Strom versiegte nie mehr. Je 14 kleine Strafen fassten die Teams in der ruppig und emotional geführten Begegnung, dazu kamen beidseits Disziplinarstrafen. Bisweilen waren die Kühlboxen besser besetzt als eine S-Bahn im morgendlichen Pendlerverkehr.
Mehr als die Hälfte der Spielzeit sass mindestens einer draussen, lausige acht Minuten und 40 Sekunden am Stück dauerte die längste Phase bei Vollstand. Dass so kein Spielfluss aufkommen konnte, ist klar.
Letztlich setzte sich mit dem leidenschaftlich kämpfenden EHC Frauenfeld nicht das bessere Team durch. Die mit dem Rücken zur Wand stehenden Thurgauer wollten den Sieg mehr. Und sie liessen sich auch durch die besonderen Umstände nicht vom Weg abbringen.
Der Verkehr fehlt
Dem EHCW fehlte es in Frauenfeld derweil an einigem. Etwa an der nötigen Durchschlagskraft im Powerplay. «Mehr schiessen, für mehr Verkehr vor dem Goalie sorgen», fordert Assistenz-Trainer Christian Modes deshalb.
Die Oberländer schafften es aber vor allem nicht, in der hitzigen Atmosphäre kühlen Kopf zu bewahren. Captain Nicolas Marzan sagt dazu: «Wir müssen damit besser umgehen. Denn es sind Strafen, die uns immer wieder einen Schritt zurückwerfen.»
Grundsätzliches hat sich für die Wetziker nach der ersten Finalniederlage nicht geändert. Sie haben mit der 2:1-Serienführung im Rücken am Donnerstag erneut die Chance, den Titel zu gewinnen. Marzan ist überzeugt, dass das gelingt. Vor allem, weil der EHCW bei fünf gegen fünf im Vorteil sei, wie er sagt. «Dann haben sie nur Chancen, wenn wir sie einladen.» In diesem Fall sollten die Wetziker also am besten auf solche Einladungen verzichten.
