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Eishockey

Ein Finalderby, das ganz viel verspricht

Beim Playoff-Final zwischen den Zweitligisten Illnau-Effretikon und Dürnten gibt es keinen Favoriten.

EIE-Oldie Carlo Fäh (links) wird vom Dürntner Pascal Lüthi an der Bande hart bedrängt., Vor einem Jahr holten sich die Vikings sogar den Schweizer Meistertitel in der 2. Liga.

Archivfoto: Leroy Ryser

Ein Finalderby, das ganz viel verspricht

Die Heimbilanz des EHC Illnau-Effretikon ist imposant. Alle 15 Meisterschaftsspiele entschied der Zweitligist im Eselriet für sich. Die Qualifikation beendete er in der Gruppe 2 sogar als Zweitplatzierter erstmals vor den erfolgsverwöhnten Dürnten Vikings .

19 Siege in Folge reihte der EIE bis zum bisher einzigen Playoff-Ausrutscher im Halbfinal gegen Dielsdorf-Niederhasli an. Er entschied die Serie dennoch souverän für sich.

«WIr wollen eine geile Serie zeigen und den Pott holen.»

Mike Häbig, Sportchef EHC Illnau-Effretikon

Ist der EIE deshalb sogar der Favorit im am Donnerstag startenden Final (Best-of-5) gegen Dürnten ? «Die Chancen stehen 50:50», glaubt Sportchef Mike Häbig. «Aber natürlich ­gehen wir die Aufgabe selbstbewusst an. Wir wollen eine geile Serie zeigen und den Pott holen.»

Die forschen Worte passen zur Blickrichtung des Vereins, der sich erstmals nach einigen Jahren sogar wieder ernsthafte Gedanken über eine mögliche Zukunft in der 1. Liga macht.

Zuverlässig wie ein Uhrwerk   Auf der Gegenseite übt sich Trainer Gunnar Hosner in Zurückhaltung. «Wir sehen uns nicht als Favoriten. Den gibt es in diesem Derby nicht», sagt er. Sein Team trat während der bisherigen Playoff-Phase weniger spektakulär als auch schon auf. Und er­ledigte seine Aufgaben dennoch zuverlässig wie ein Uhrwerk.

«Wir sind sehr Playoff-erfahren. Das kann mental schon ein Vorteil sein.»

Gunnar Hosner, Trainer EHC Dürnten Vikings

Ohne Niederlage wurden die drei Hürden überwunden. Nicht selten reichte den Vikings ein kurzer Zwischenspurt, um die Entscheidung in einem Spiel zu erzwingen. «Wir sind sehr Playoff-erfahren. Das kann mental schon ein Vorteil sein», sagt ­Hosner.

Tatsächlich: Dreimal sicherte sich der EHC Dürnten Vikings in der jüngsten Vergangenheit (2015/2017/2019) schon den Ostschweizer Titel in der 2. Liga. Dem nicht genug, holte er sich im letzten Jahr bei der ersten Austragung gleich die nationale Krone – im Duell gegen die Sieger der beiden anderen Regionen der Schweiz.

Und: Auf dem Weg zum letzten Titel war im Viertelfinal auch Illnau-Effretikon mit 3:1-Siegen aus dem Weg geräumt worden. Es war der erste Playoff-Vergleich der Teams gewesen.

Seither sind die beiden Oberländer Rivalen womöglich noch etwas näher zusammengerückt. «Die Spieler sind weiter als vor einem Jahr. Sie wissen jetzt, wie Playoffs funktionieren», ist EIE-Sportchef Häbig überzeugt.

Die Zuversicht nimmt er nicht zuletzt aus den erfolgreichen Playoff-Auftritten der letzten Wochen. Für Häbig ist aber auch klar: «Wir müssen nochmals einen Zacken zulegen – auch in Sachen Härte. Und wir dürfen uns keine Disziplinlosigkeiten leisten.»

Routinier gegen Youngster   Schlüsselrollen im Final nehmen sicher die beiden Torhüter ein. Während die Illnauer mit Dennis Volkart über eine bewährte Kraft im Gehäuse verfügen, steht für Dürntens Torhüter Daren Bona eine echte Reifeprüfung an. Der 21-Jährige ersetzt Stammkeeper Fabian Ryffel, der aufgrund seiner Schlüsselbeinverletzung bis Ende Saison ausfällt.

«Daren ist bei den Statistiken vorne dabei. Ausserdem profitiert er sehr vom erfahrenen Goaliekollegen Paulo Ardizzone», sagt Hosner.

Die Vikings hatten zumindest zwei Tage mehr Erholungszeit nach der erfolgreichen Finalqualifikation gegen Bassersdorf. Als möglichen Vorteil will Coach Hosner diesen Umstand aber nicht werten.

«Man kann dafür etwas aus dem Rhythmus geraten», sagt er.

Gut getan hat die Pause aber Mario Senn und Michel De Martin. Die beiden Stürmer fehlten zuletzt verletzungsbedingt.

Das von der Konkurrenz schon öfter auf den «EHC Rüegg» (die drei Brüder zählen seit Jahren zu den produktivsten Spielern) reduzierte Team gewinnt damit an Unberechenbarkeit. «Bei uns können alle drei Linien einen Match entscheiden», kontert Hosner den Begriff gelassen. Er erwartet eine enge Finalserie und sagt: «Das gibt sowieso kein Durchlaufen.»

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