Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Eishockey

Nur ja keine goldene Ananas mehr

Im Erstliga-Final treffen mit Wetzikon und Frauenfeld zwei gleichwertige Teams aufeinander. Die Wetziker müssen dabei mindestens einmal auswärts gewinnen.

Mit Nachdruck in den Abschluss: EHCW-Spieler Adrian Rykart zieht ab.

Archivfoto: Christian Merz

Nur ja keine goldene Ananas mehr

So etwas nennt man dann wohl Hingabe. Statt von seinem Wohnort in Weinfelden den kurzen Weg nach Frauenfeld zu nehmen, fährt Roger Keller am Donnerstag erst nach Wetzikon, um danach gemeinsam mit der Mannschaft an den Spielort zu gelangen.

Für den Thurgauer ist der Playoff-Final zwischen Wetzikon (2.) und dem Qualifikationssieger eine spezielle Affiche. Er durchlief einst den Frauenfelder Nachwuchs und unterhält noch heute gute Kontakte in den Verein. «Das nützt mir nichts», sagt Keller und lacht. «Insiderwissen habe ich dadurch keines.» 

«Wir waren diszipliniert und machten wenig Fehler. Das ist auch gegen Frauenfeld wichtig.»

Roger Keller, Trainer EHC Wetzikon 

Letzteres brauchen die Wetziker gar nicht. Der Oberländer Erstligist weiss, was ihn in der Best-of-5-Serie erwartet. Frauenfeld stellt eine ausgeglichene Mannschaft mit routinierten Einzelspielern wie Topskorer Pascal Gemperli (29). Dreimal trafen die zwei besten Teams der Ostgruppe diese Saison aufeinander. Zweimal setzen sich die Thurgauer durch, einmal nach einem 1:4-Rückstand.

«Sie haben sehr viel Charakter», lobt Keller in diesem Zusammenhang und erinnert sich daran, dass jene Partie kurz vor Weihnachten ein offener Schlagabtausch gewesen war. 

Die Frauenfelder können auch anders. Das Team von Kevin Schüepp liefert überzeugende Defensivarbeit ab. Es liess mit Abstand am wenigsten Gegentore zu. Auch dank dem besten Goalietandem der Gruppe – Daniel Styger und Remo Oehninger. Im Halbfinal gegen Burgdorf löste Styger nach Spiel 1 seinen Konkurrenten und Kumpel Oehninger ab. Wer zum Finalauftakt spielt, ist offen, im Prinzip aber unerheblich. 

Talent ist nur ein Mittel

An Arbeit dürfte es dem Frauenfeld-Goalie nicht fehlen. Anders als der Gegner ist der spielstarke EHC Wetzikon, der im Final mindestens einmal auswärts gewinnen muss, primär für seine ausserordentlichen Offensivqualitäten bekannt. Das treffsicherste Team der Ostgruppe ist fähig, innert kurzer Zeit viel Schaden anzurichten.

In den Playoffs aber ist Talent nicht mehr das alleinige Zahlungsmittel. Schon gar nicht in einem Final, in dem sich wie jetzt zwei gleichwertige Teams begegnen. Sie haben gleich viele Spiele absolviert und keiner hat einen Energievorteil. Wer die bessere Einstellung, mehr Leidenschaft und die grössere Opferbereitschaft aufbringt, dürfte sich letztlich durchsetzen. 

«Jetzt wollen wir den Titel.»

Roger Keller, Trainer EHC Wetzikon

Es sind allesamt Tugenden, die bei der Abwehrarbeit entscheidend sind. Positiv für den EHCW: Er überzeugte zuletzt in diesem Bereich. In den Halbfinals kassierte er gegen Bellinzona nur drei Gegentore. «Wir waren diszipliniert und machten wenig Fehler. Das ist auch gegen Frauenfeld wichtig», sagt Keller. 

2017 stand der EHC Frauenfeld letztmals im Ostgruppen-Final, die Wetziker haben ihn zum dritten Mal hintereinander erreicht. Im Vorjahr verloren sie gegen Arosa. Das brockte Wetzikon neben einer grossen Enttäuschung die erstmals durchgeführte Partie um den 3. Platz ein. «Wir möchten nicht mehr um die goldene Ananas spielen», spricht Keller das Offensichtliche aus. «Jetzt wollen wir den Titel.»

Zwölf Spieler stehen noch im Team, das 2018 erst in der Ostgruppe triumphierte und danach auch den Schweizermeistertitel der 1. Liga gewann. Damals verzichtete der EHCW allerdings auf den Aufstieg in die MSL, neu will er nach oben. 

Frauenfeld hat mehr Druck

Der Aufstiegsdruck ist bei den Frauenfeldern dennoch erheblich grösser. Bei den Oberländern soll die Promotion bis spätestens 2022 geschafft sein, beim Gegner hingegen schnellstmöglich. Der Grund dafür: Der EHC Frauenfeld ist als MSL-Partnerteam des Swiss-League-Klubs HC Thurgau vorgesehen.

Die Neuausrichtung in Frauenfeld hat dazu geführt, dass Kevin Schüepp den Klub am Ende der Saison verlässt. Der Trainer ist also auf Abschiedstournee. Wie Roger Keller, dessen Vertrag nicht verlängert wird. Nur einer von beiden aber kann mit einem Triumph abtreten.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns