Siege wären das beste Mittel
Die letzten zwei Monate haben dem UHC Uster nach einem durchaus gelungenen Saisonauftakt nur noch wenig Erfreuliches gebracht. Im Cup schied man gegen den B-Ligisten Floorball Thurgau aus. In der Meisterschaft stehen lediglich drei Siege fünf Niederlagen gegenüber.
Die Pflichterfolge gegen die abgeschlagenen Teams aus Sarnen und Thun haben zudem einen Makel – zweimal konnte Uster nicht die volle Punktzahl ergattern.
«Wir haben uns das anders vorgestellt. Es ist enttäuschend.»
Michael Reimann, Sportchef UHC Uster
Die Bilanz ist nach etwas mehr als der Hälfte der NLA-Qualifikation entsprechend durchzogen. Statt wie erhofft einen weiteren Schritt nach vorne machen und um die Plätze vier oder fünf spielen zu können, liegen die Ustermer nach 12 von 22 Spielen gar unterhalb des Trennstrichs auf Rang 9.
«Wir haben uns das anders vorgestellt», gibt Sportchef Michael Reimann zu. «Es ist enttäuschend.» In Panik verfällt man in Uster trotzdem nicht.
Einer der Gründe dafür ist auch das Bild, das sich beim Blick auf die Tabelle zeigt. Von zwölf Mannschaften sind acht in den Kampf um die Playoff-Plätze verwickelt. Die Teams auf den Rängen 7 bis 10 sind nur durch vier Punkte getrennt – ein Klacks bei zehn verbleibenden Spielen, in denen Uster theoretisch noch 30 Punkte sammeln könnte.
Reimann sagt auch deshalb: «Man kann in wenigen Spielen ranglistenmässig viel erreichen.»
Mut zu torreichen Partien
Der Sportchef ist überzeugt: Das Potenzial in der Mannschaft ist gross genug, um den Turnaround zu schaffen. Möglich ist dieser aber nur, wenn die Ustermer ihre Effizienz in der Offensive markant steigern können – ohne die defensive Stabilität zu verlieren.
Diese fehlte Anfang Saison, dafür schoss Uster viele Tore. Mittlerweile gehört das Team von Mika Heinonen defensiv zu den Top 4 der Liga, dafür hat es Ladehemmungen. Keine ideale Entwicklung, wie Reimann findet.
«Vielleicht konzentrieren wir uns zu stark auf die Defensivarbeit. Extreme sind nie gut.» Der Sportchef wünscht sich von der Mannschaft eine mutige Spielweise, die nicht vom Gedanken getragen ist, ja keine Gegentore zu erhalten.
Torreiche Spiele gehören in der Liga zum Alltag, argumentiert er. Und es mangelt Uster auch gar nicht an Chancen. «Aber wir machen viel zu wenig daraus», bemängelt Reimann, der fehlendes Selbstvertrauen als eine der Ursachen dafür ausgemacht hat.
«Wir müssen wieder einen freien Kopf bekommen.»
Gesucht wird: Spielglück
Dass man beim UHC Uster diesen derzeit nicht haben dürfte, ist allerdings verständlich. Seit Anfang Oktober scheint neben zittrigen Händen vor dem gegnerischen Tor auch das Spielglück abhandengekommen zu sein.
Die Ustermer kassierten vier Niederlagen mit je einem Tor Differenz, beim 1:2 gegen GC zählte der mit dem letzten Angriff erzielte Ausgleich nicht, weil die Schiedsrichter entschieden, er sei erst nach der Sirene gefallen.
Letzte Saison lief der Ball klar häufiger für Uster. Gleich achtmal entschied man Partien mit einem Tor Unterschied für sich. Dafür aber geht dem Team von Heinonen in den entscheidenden Phasen derzeit die Lockerheit und Selbstverständlichkeit ab.
Herbeireden kann man sie nicht. Und auch auf Knopfdruck lassen sie sich nicht herstellen. Das beste Mittel wären Siege.
Drei Möglichkeiten bieten sich dem UHC Uster vor der Weihnachtspause noch, sich gute Gefühle zu verschaffen und in der Tabelle zu klettern. Doch die Aufgaben haben es in sich. Der erste Gegner Köniz (4.) hat derzeit einen Lauf, ebenso Zug (3.) – dazwischen wartet noch das Kantonalderby gegen Rychenberg Winterthur (8.).
