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Eishockey

Das kleine Finale als Strafaufgabe

Der EHC Wetzikon muss nach der Finalniederlage gegen Arosa noch ein Spiel um Platz 3 bestreiten. Es ist eine Zusatzrunde, auf die man beim Oberländer Erstligisten verzichten könnte.

Die Wetziker Spieler bedanken sich nach der Niederlage in Arosa bei ihren mitgereisten Fans.

Foto: Christian Merz

Das kleine Finale als Strafaufgabe

Ihre Blicke gingen allesamt ins Leere. Einige standen da, das Kinn abgestützt auf ihrem Stock, als ob sie in diesem Moment einen zusätzlichen Halt gut gebrauchen könnten. Andere Wetziker Spieler wiederum knieten auf dem Eis und sahen reglos zu, wie der EHC Arosa am anderen Ende des Spielfeldes seinen Ostschweizer Meistertitel feierte.

Nach dem 3:5 vom Donnerstag im Schanfigg ist die Finalserie vorbei. 1:3 verlor der Erstligist aus dem Zürcher Oberland die intensive und spannende Wiederauflage des Duells aus dem Vorjahr gegen die Bündner, wobei er zuletzt drei Niederlagen hintereinander einfing.

Sowohl das dritte Spiel (2:3), als auch die letzte Partie (3:5) hätten die Wetziker durchaus für sich entscheiden können. Weil sie das aber nicht taten, bleibt ihnen nur der Frust, den idealen Auftakt (5:1) nicht als Steilpass ausgenutzt zu haben.

«Ich bin dennoch stolz auf die Mannschaft», fand EHCW-Trainer Roger Keller im Frust positive Worte. «Sie hat nie aufgegeben. Und es ist nicht selbstverständlich, erneut den Final zu erreichen.» 

Pfranger überstrahlt alle

Dass es nicht zur Titelverteidigung gereicht hat, ist auch dem starken Gegner geschuldet. Der grössere Siegeshunger, die in allen Zonen gezeigte Entschlossenheit, mehr Kaltschnäuzigkeit als die Wetziker, vor allem aber auch die tiefere Fehlerquote waren die Aroser Trümpfe.

In Ramon Pfranger hatte das über alle Linien ausgeglichen besetzte Team des Effretiker Trainers Marc Haueter zudem einen überragenden Einzelspieler. In zwölf Playoffspielen markierte Pfranger beeindruckende 23 Skorerpunkte. Ein solch dominanter Spieler war auf EHCW-Seite nicht vorhanden.     

Während ab Mittwoch Arosa und Lyss – beide stehen als Aufsteiger in die höchste Amateurliga MSL fest – nun um den Schweizer Amateurmeistertitel der 1. Liga kämpfen, ist die Saison auch für den EHC Wetzikon noch nicht vorbei. Denn neu absolvieren die Verlierer der Regionalfinals ein Spiel um den 3. Rang.

Es ist nichts weniger als eine Strafaufgabe EHCW-Trainer Roger Keller versucht gar nicht erst, diesen Eindruck abzuschwächen. Er sagt, es sei einfach eine zusätzliche Partie.

«Wir versuchen, im Training nochmals den Fokus zu finden.»
EHCW-Trainer Roger Keller

Nächsten Samstag empfangen die Wetziker zuhause Franches-Montagnes. Die in Saignelégier beheimateten Jurassier unterlagen im Westschweizer Playoff-Final Lyss 0:3. Bis dahin gilt es aus Sicht des EHCW-Trainers erst einmal abzuschalten, den Kopf zu lüften. «Danach versuchen wir, im Training nochmals den Fokus zu finden.» Es dürfte nicht ganz einfach werden. 

Titel weg, Pokal da 

Den Titel als Ostschweizer Meister also sind die Wetziker los. Nicht aber den Pokal. Diesen hatten sie gar nicht erst nach Arosa gebracht. Im festen Glauben, eine «Belle» zu erzwingen. Und darum, weil vom Verband niemand beim Klub vorstellig wurde. 

Bitter für den EHC Arosa: Eine offizielle Zeremonie fand am Donnerstag nicht statt, da der Verband in der neu überregional organisierten 1. Liga nur noch den nationalen Titelträger ehrt. Die Aroser mussten sich deswegen mit einer Kuhglocke behelfen.

Der EHCW hatte es da 2018 besser – obwohl er damals den Ostschweizer Pokal selber mit Filzstift anschreiben musste.

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