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Eishockey

Ab jetzt hilft nur noch das Sonntagsgesicht

MSL-Klub Dübendorf trifft im Playoff-Viertelfinal auf Basel. Die Glattaler geniessen Heimrecht - ein Favorit aber ist nicht auszumachen.

Die Freude von EHCD-Spieler Marco Suter auf die Playoff ist gross: Sie gelten als schönste Zeit des Jahres im Eishockey.

Archivfoto: Christian Merz

Ab jetzt hilft nur noch das Sonntagsgesicht

Den Härtest vor den Playoffs bestand Dübendorf. Der Glattaler MSL-Klub bezwang am Mittwoch in der Cup-Qualifikation den Bündner Erstligisten Arosa 3:0.

Der Erfolg wird gleich doppelt vergütet. Er sicherte den Dübendorfern das Ticket für die 1. Cup-Hauptrunde und somit ein Duell gegen ein Profiteam. Und Trainer Reto Stirnimann sagt: «Der Sieg hat der Mannschaft gut getan.» Er gibt Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben.

«Jeder Fehler kann entscheiden. Es braucht von jedem 100 Prozent.»
Dübendorf-Trainer Reto Stirnimann

Spektakulär war der Auftritt beim forsch auftretenden Unterklassigen beileibe nicht. Aber der EHCD spielte einfach, arbeitete defensiv sauber und hielt seine Fehlerquote tief.

Er bewältigte seine Aufgabe also ganz im Stile einer abklärten Mannschaft, die gezeigt hat, dass sie bereit ist, wenn es zählt. Das an den Tag gelegte Selbstverständnis ist ein gutes Zeichen. Und erinnert daran, dass die Glattaler in der MSL als Titelverteidiger in die K.o.-Phase starten – auch wenn andere Klubs in der Qualifikation die Hauptrollen übernahmen.

Mal top, mal bieder  

Die Dübendorfer werden froh sein, dass die Zeit der bedeutungsmageren Partien vorbei ist. Relativ früh war man auf dem vierten Platz «gefangen». Neben den zeitweise zahlreichen Absenzen dürfte dies mit ein Grund für das durchzogene letzte Meisterschaftsdrittel sein.

Hervorragende Auftritte wie beim 2:1-Sieg gegen Sierre zeigten das Potenzial der Mannschaft auf, wechselten sich aber mit biederen Darbietungen ab. «Wir haben die ganze Palette an Gesichtern gesehen», sagt Stirnimann dazu. 

«Um den Lohn zu erhalten, muss man erst die Arbeit abliefern.»
Dübendorf-Trainer Reto Stirnimann

Er bringt dafür ein gewisses Verständnis auf. «Wir waren nicht mehr unter Zugzwang.» Bisweilen fehlte darum die nötigen Entschlossenheit.

Letzteres dürfte ab sofort kein Problem mehr sein, wie Stürmer Jann Falett unmittelbar nach dem Ende der Qualifikation festhielt. «Jetzt zählt es, dafür haben wir das ganze Jahr gearbeitet. Die beste Zeit der Saison beginnt. Da sollte man sich nicht motivieren müssen, Vollgas zu geben.»

«Wir sind bereit»

Die Dübendorfer treffen ab Samstag im Playoff-Viertelfinal auf den EHC Basel. Es dürfte eine spannende Best-of-5-Serie zweier Teams auf Augenhöhe werden.

«Jeder Fehler kann entscheiden. Es braucht von jedem 100 Prozent», sagt Stirnimann. Er ist zuversichtlich, mahnt zugleich aber: «Um den Lohn zu erhalten, muss man erst die Arbeit abliefern.»
 

Die von Albert Malgin betreuten Basler – sie haben neben Sierre und Valais Chablais beim Verband ihre Aufstiegs-Ambitionen deponiert – machten gegenüber der Vorsaison einen deutlichen Schritt nach vorne. Vor allem in der Defensive. Ihr Kader ist gespickt mit Spielern, die in höheren Ligen engagiert waren. 

Die Bilanz in der Qualifikation ist ausgeglichen – beide Teams gewannen je einmal auswärts und einmal daheim. Die Dübendorfer schafften dabei in Basel das Kunststück, einen 1:4-Rückstand nach 57 Minuten in einen 5:4-Sieg nach Verlängerung zu drehen. Raoul Seiler war damals mit seinen drei Toren hauptverantwortlich für den Umsturz. 

Die Folgen der Universiade

Für den zweitbesten Dübendorfer Skorer ist die Viertelfinal-Serie eine besondere Angelegenheit. Der Center stammt aus dem Basler Nachwuchs. Seiler wohnt noch immer in der Region und wird ab nächsten Herbst wieder für seinen Stammverein spielen, wie dieser unlängst vermeldete.

Stossen die Dübendorfer in den Halbfinal vor, müsste Trainer Stirnimann allerdings auf den 25-Jährigen sowie zwei weitere Angreifer, Cian Derder und Simon Wettstein, verzichten. Das Trio gehört dem Schweizer Eishockeyteam an, das an der Winter-Universiade im russischen Krasnojarsk teilnimmt. Für die drei Spieler dürfte es ein unvergesslicher Abstecher werden –dem EHCD aber geht eine komplette Sturmlinie verloren.

Personelle Probleme macht Trainer Stirnimann dennoch keine aus. Alexander Roth, der diese Saison verletzungsbedingt noch kein Spiel bestritt, ist rechtzeitig wieder einsatzbereit, ab nächster Woche auch Cyrill Kreis.

Dazu werden der reaktivierte Stürmer Mattia Guidotti, Fabian Berri (GCK Elite A) sowie die Verteidiger Jan Fehr (ZSC Elite B) und Sebastian Jonski (Winterthur) die Saison beim EHCD beenden. Eine Saison notabene, die man gerne möglichst weit in den Frühling hinaus verlängern würde.
 

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