Darum bleibt Wetzikon in der 1. Liga
Seit Monaten geht es in der höchsten Schweizer Liga an der Wechselbörse zu und her wie im Taubenschlag, sodass manch ein Fan den Überblick verloren hat, welcher Spieler nächste Saison bei welchem Klub spielt.
Deutlich spärlicher sind derweil im Amateurbereich die Transfermeldungen – obwohl auch hier an den Kaderzusammensetzungen gearbeitet wird.
Bei Erstligist EHC Wetzikon hat Lukas Dietrich, der Teamchef der 1. Mannschaft, bereits im November mit Spielergesprächen angefangen. Demnächst dürfte eine erste komplette Runde davon zu Ende sein.
«Es wäre gegenüber den Klubmitgliedern ein falsches Zeichen gewesen, jetzt in die MSL zu wollen.»
Lukas Dietrich, Teamchef 1. Mannschaft
Das genaue Gesicht der Mannschaft wird auch danach noch offen sein, dafür haben die Wetziker ihre sportliche Zukunft bereits geklärt. Und diese liegt unabhängig vom Ausgang der Meisterschaft weiterhin in der 1. Liga. Was wiederum heisst: Sollte der EHCW seinen Titel als Schweizer Meister der 1. Liga verteidigen können, verzichtet er wie im vergangenen Frühling auf den Aufstieg in die höchste Amateurliga MSL.
Damals profitierte Finalspielgegner Sierre vom Entscheid der Oberländer. Die Walliser führen nach 26 Runden als Aufsteiger die MSL gar an.
Der Linie treu geblieben
Das neuerliche Wetziker Nein zur nationalen Amateurliga kommt nach einem finanziell schwierigen Vereinsjahr nicht überraschend. Im September hatte der EHC Wetzikon an der Generalversammlung einen hohen fünfstelligen Verlust präsentieren müssen. Wegen unvorhersehbaren Kosten, die der Klub an der GV transparent machte. «Es wäre gegenüber den Klubmitgliedern ein falsches Zeichen gewesen, jetzt in die MSL zu wollen», sagt Dietrich.
Denn im EHC Wetzikon geht man weiterhin davon aus, dass der Spielbetrieb eine Spielklasse weiter oben merkliche Mehrkosten mit sich bringen würde.
Der Teamchef der 1. Mannschaft führt dafür zwei Beispiele ins Feld: «Wir sind der Meinung, dass wir ein zusätzliches Training anbieten müssten, was Eiskosten mit sich bringt. Dazu müssten wir den Spielern eine höhere Entschädigung zahlen, da sie einen Mehraufwand haben.»
Der EHCW bleibt trotz sportlichen Argumenten der MSL also auch zukünftig fern. Und damit vor allem seiner Linie treu. Die Wetziker standen der neu gegründeten Liga, die im Herbst 2017 ihren Spielbetrieb aufnahm, von Anfang an ablehnend gegenüber. Wie andere Spitzenklubs in der 1. Liga. So etwa der SC Lyss. Die Lysser, in der Westgruppe momentan auf dem 2. Platz, haben ihre Meinung mittlerweile allerdings geändert und offiziell den Aufstieg als Ziel ausgegeben.
«Gut so, wie es ist»
Im EHCW scheint derweil der neuerliche Verzicht innerhalb des Teams keine Wellen geschlagen zu haben. Dietrich sagt, ein kleiner Teil der Spieler wäre den Weg in die MSL mitgegangen, andere seien gegen einen Aufstieg gewesen und einige hätten sich überhaupt nicht dazu geäussert.
«Wir können den Spielern viel bieten.»
Lukas Dietrich, Teamchef 1. Mannschaft
Dietrich deutet die Stimmungslage so: «Man findet es gut, so wie es ist.» Der Teamchef der 1. Mannschaft befürchtet auch nicht, dass der EHCW durch den Verbleib in der 1. Liga an Attraktivität auf dem Spielermarkt verliert. «Wir können den Spielern viel bieten», sagt er und verweist auf das professionelle Umfeld.
Ein fast noch wichtigeres Argument: Der EHC Wetzikon hat auch heuer Erfolg. Nach 21 Runden führt er die Tabelle souverän an und steuert seinem zweiten Qualifikationssieg in Serie entgegen.
