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Eishockey

Wetzikon will das Feuer löschen

Nach einem Drittel der Qualifikation lässt sich festhalten: Erstligist EHC Wetzikon ist auf Kurs. Am Samstag winkt gar die Tabellenführung. Trainer Roger Keller aber findet dennoch kritische Worte.

Wetziker Jubel über das 2:2 gegen Frauenfeld.

Foto: Christian Merz

Wetzikon will das Feuer löschen

In manch anderem Klub würde diese Bilanz für Freudensprünge sorgen. Nicht so im zweitklassierten EHC Wetzikon, der am Samstag mit einem Sieg bei Leader Arosa nach regulärer Spielzeit die Tabellenspitze übernehmen würde.

Acht der ersten neun Spiele in der Qualifikation hat der Oberländer Erstligist gewonnen. Weshalb Roger Keller findet, punktemässig sei man im Soll. Die ganz grosse Zufriedenheit breitet sich beim Trainer nach dem ersten Drittel der Qualifikation trotzdem nicht aus.

Das hat auch mit den Ansprüchen zu tun, die beim Schweizer Meister der 1. Liga konsequenterweise höher sind als bei Teams, für die eine Playoff-Qualifikation das Maximum darstellt. Und ebenfalls mit Kellers Eindruck, sein Team laufe noch nicht auf allen Zylindern.

Was dem Trainer missfällt: «Unser Verhalten in der eigenen Zone ist unerfreulich. Wir erhalten zu viele Tore.»

Kommt hinzu: In fast der Hälfte ihrer Partien kassierten die Wetziker das erste Tor des Spiels. Zweimal gerieten sie zuletzt zuhause gar 0:2 in Rückstand, ehe ihnen wie am Mittwoch beim 5:2 gegen Frauenfeld (3.) die Wende gelang.

Das Einlaufen weglassen

Es ist unbestritten, dass die Wetziker all die Fähigkeiten mitbringen, um aus solch schwierigen Situationen zurück zu finden.

Die Mannschaft ist nicht nur mental stark. Sie weiss auch um ihre grossen offensiven Qualitäten, die viele Gegner vor unlösbare Probleme stellt und tritt nach dem Höhenflug in der Vorsaison mit entsprechend viel Selbstbewusstsein auf.

«Unser Verhalten in der eigenen Zone ist unerfreulich. Wir erhalten zu viele Tore.»
EHCW-Trainer Roger Keller

Es sind alles Punkte, die Trainer Keller gefallen. Er spricht im Zusammenhang mit den Rückstanden dennoch von einem Spiel mit dem Feuer und fordert: «Das müssen wir wegbringen. Denn nicht immer können wir auf alles reagieren.»

Man thematisiere in der Mannschaft immer wieder, gegen jeden Gegner mit derselben Arbeitseinstellung aufzutreten, sagt Keller. Er arbeitet zudem daraufhin, dass das Team lernt, geduldiger und defensiv seriöser aufzutreten «und auch einmal damit zufrieden ist, ein 0:0 halten zu können».

 

Der Spitzenkampf gegen Leader Arosa dürfte dafür ein wirklich guter Härtetest werden. Denn es ist nicht anzunehmen, dass sich die auf diese Saison hin verstärkten Aroser eine allfällige Mehrtore-Führung wieder nehmen lassen würden.

Keller sagt deshalb: «Wir müssen von der ersten Sekunde an bereit sein. Es mag kein gemütliches Einlaufen leiden.»

Ein Rezept, das weh tut

Kellers Mahnung macht durchaus Sinn. Denn die ambitionierten Bündner haben – trotz bisweilen zahlreichen Absenzen – ein imposantes erstes Meisterschaftsdrittel absolviert.

Der EHC Arosa hat nicht nur all seine Partien gewonnen, er «verlor» auch nur zwei seiner 27 Drittel. Die Chemie in der Mannschaft stimme, hob Topskorer Ramon Pfranger schon früh in der Saison hervor.

«Wir müssen sie bearbeiten.»
EHCW-Trainer Roger Keller

Was sich auf dem Eis niederschlägt. Die Aroser schossen zusammen mit Wetzikon am meisten Tore (je 50), überzeugen zudem in der Abwehr. Nur elf Gegentreffer (von insgesamt 17) mussten die defensiv diszipliniert agierenden Bündner bei numerischem Gleichstand hinnehmen. Sven Witschi – der statistisch beste Goalie der Gruppe – ist einer der Gründe dafür.

Was heisst das alles für den EHC Wetzikon, der sich letzte Saison im Ostschweizer Final gegen Arosa 3:0 durchgesetzt hatte? Kellers Rezeptur enthält bekannte Zutaten. Von Hunger und unbedingtem Siegeswillen spricht der Trainer. Und er sagt: «Wir müssen da hin, wo es weh tut, müssen sie bearbeiten.»

Er weiss: Auf rein spielerischem Weg lässt sich die Leaderposition nicht erobern.

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