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Eishockey

Für die Vikings ist die Eiszeit vorbei

Zweitligist EHC Dürnten Vikings findet auch im dritten Finalspiel kein Mittel gegen den SC Rheintal. Die Dürntner verlieren 0:3 – die Serie endet mit demselben Resultat.

Vikings-Stürmer Alain Deubelbeiss (links) scheitert an Rheintal-Goalie Ramon Metzler. (Foto: Robert Pfiffner)

Für die Vikings ist die Eiszeit vorbei

Das Kaiserwetter trieb die Leute scharenweise nach draussen an die wärmende Sonne. Und der eine oder andere Spaziergänger liess es sich am Samstag nicht nehmen, sein erstes Glacé des Jahres zu schlecken.

Frühlingshafte Temperaturen herrschten auch in Bäretswil – nur wenige Tage, nachdem der Winter nochmals ein Gastspiel gegeben hatte. In der Eishalle herrschten natürlich tiefe Temperaturen. Und die Spieler des Zweitligisten Dürnten Vikings hätten ihre persönliche «Winterzeit» gerne ausgedehnt. Ein Sieg gegen den SC Rheintal wäre nötig gewesen, um die Finalserie um mindestens eine Partie verlängern zu können.

Doch es hat nicht sollen sein. Die Dürntner gerieten schon in der Anfangsphase in Rückstand, rannten danach gegen die abgeklärten Rheintaler pausenlos an. Trotz allem Aufwand blieb ihnen ein Erfolgserlebnis verwehrt. Nach der dritten Niederlage hintereinander – diesmal lautete das Resultat 0:3 – ist die Saison für die Vikings zu Ende. Ab sofort sind sie im Frühling angekommen, gibt es auch für sie nur noch Eis am Stiel.

Drei Tore sind zu wenig

Es war ein bitteres Ende für die Dürnten Vikings, die bis in den Final nur eine einzige Niederlage in der Meisterschaft kassiert hatten – in der Overtime. Im Duell der zwei besten Ostschweizer Mannschaften stiessen die Oberländer allerdings an ihre Grenzen.

Die Rheintaler waren breiter besetzt, was sich auch in der dritten Partie nochmals zeigte. Bis zehn Minuten vor Schluss spielten die Gäste mit vier Linien durch, während bei den Vikings die Last auf deutlich weniger Schultern verteilt war. So fehlte bei ihrem kräfteraubenden Stil dann irgendwann auch die nötige Frische.

Nur drei Tore gelangen den Dürntnern gegen Rheintal insgesamt. Damit kann man keinen Final gewinnen, das war sich auch der scheidende Vikings-Trainer Claudio Petrini in seiner Analyse bewusst.

 

«Ich fühle mich einfach nur leer.»

Vikings-Stürmer Loris Voneschen

 

Er anerkannte aber auch die defensive Disziplin des Gegners an: «Sie haben es uns extrem schwierig gemacht.» Auf die Verteidigungsarbeit hatte Rheintal-Trainer Roger Nater sein Team eingeschworen.

«Wir wollten ihnen keine Luft, keinen Raum geben. Deshalb richteten wir unser Hauptaugenmerk auf die Defensive. Denn wir wussten: Vorne sind wir immer für ein Tor gut.» Was eine Untertreibung war bei der stark besetzten Offensive von Naters Team.

Und so mussten die masslos enttäuschten Vikings-Spieler letztlich zusehen, wie die Rheintaler in der mit über 800 Zuschauern proppenvollen Eishalle in Bäretswil ihren Meistertitel und Aufstieg in die 1. Liga feierten.

Stürmer Loris Voneschen stand noch eine Viertelstunde nach der Pokalübergabe gedankenverloren auf dem Eis und blickte ins Nichts. Was er sagte, stand wohl stellvertretend für all seine Mitspieler. «Ich fühle mich einfach nur leer.»

Statt 1:1 den Topskorer verloren

Noch einmal hatten die Vikings alles in die Waagschale geworfen. Sie zeigten sich gegenüber dem 1:8 in Widnau deutlich verbessert, hatten mehr als einmal die Chance, dem Spiel eine andere Richtung zu geben.

«Doch das Momentum war nie auf unserer Seite», sagte Sportchef Thomas Meister. Beispielhaft dafür stand die 17. Minute. Den Dürntnern bot sich bei einem Konter eine 2:1-Überzahlmöglichkeit. Doch Michel De Martin vergab die grosse Chance zum 1:1-Ausgleich.

 

Und weil sich Adrian Stoob nach diesem Angriff aus Sicht des Schiedsrichters zu einem Revanchefoul hatte hinreissen lassen, kassierte er dafür eine Fünfminuten- plus Spieldauerdisziplinarstrafe. Ab diesem Moment fehlte den Vikings ihr bester Skorer der Qualifikation.

«Sehr weh» habe das getan, sagte Trainer Petrini. Und er fand zurecht auch: «Rheintal hat jeden unserer Fehler bestraft, war eiskalt.»

Ströhle trifft, Metzler hält

Die Gäste machten in der Tat keine Gefangenen. Rheintal ging mit dem ersten Schuss in Führung. Zu Beginn des Mitteldrittels schlug das Nater-Team ein zweites Mal zu. In Unterzahl und nachdem sich die Dürntner in ihrem Powerplay einen riskanten Querpass zu viel geleistet hatten.

Dass Goalie Fabian Ryffel bei Adrian Ströhles 0:2 (25.) unglücklich aussah, machte das Gegentor noch bitterer. Ströhle schoss später ein drittes Tor, wobei er den Vikings-Goalie erneut zwischen den Beinen erwischte.

Es wäre zwar falsch, Ryffel eine Mitschuld an der Niederlage zu geben. Von seinem Gegenüber Ramon Metzler, der zahlreiche starke Paraden zeigte, wurde der Vikings-Torhüter allerdings ausgestochen.

Das Team bleibt intakt

Trotz schwindenden Kräften und im Wissen, die Rheintaler nicht mehr aufhalten zu können, spielten die Vikings bis zur letzten Sekunde mit derselben Intensität weiter. Das zeugt von Charakter und verdient Respekt.

«Der kämpferische Einsatz war super», wand Petrini seiner Mannschaft denn auch ein Kränzchen. Deren Gesicht dürfte sich laut Sportchef Thomas Meister kaum verändern.

 

«Das Momentum war nie auf unserer Seite.»

Sportchef Thomas Meister

 

Petrini hört als Trainer auf, für ihn kommt Gunnar Hosner und wird zukünftig mit Christian Thiemeyer das Team führen. Zudem tritt Goalie Lorenzo Illien zurück.

Petrini und Illien wurden am Samstag von den Vikings-Fans mit Sprechchören nochmals zurück aufs Eis gefordert und mit Standing Ovations verabschiedet. Auch die restliche Mannschaft wurde gefeiert, als ob sie soeben den Titel gewonnen hätte.

Das hatte sie zwar nicht, aber Stürmer Loris Voneschen hielt schon im Moment der riesigen Enttäuschung fest: «Jetzt trinken wir erst ein Bier oder zwei. Danach denken wir an die neue Saison.» Es tönte wie eine Kampfansage. Klar ist: Der SC Rheintal kann den Dürntnern nächste Saison die Suppe nicht mehr versalzen.

 

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