Abo

Sport

Oberländer Squasher am GC-Cup

Die grosse Bühne ist für einmal sehr nah

Dimitri Steinmann, David Bernet und Cindy Merlo reisen für gewöhnlich weit, um an hochklassigen Squashturnieren teilzunehmen. Diese Woche ist das anders.

Heimturnier mit spezieller Ambiance: David Bernet am letztjährigen GC-Cup im Zürcher HB.

Foto: Christian Merz

Die grosse Bühne ist für einmal sehr nah

Oberländer Squasher am GC-Cup

Dimitri Steinmann, David Bernet und Cindy Merlo reisen für gewöhnlich weit, um an hochklassigen Squashturnieren teilzunehmen. Diese Woche ist das anders.

Der Zürcher Hauptbahnhof liegt zwar nicht in der Region, aber für ein Trio aus unserer Region ist er ab Dienstag eine grosse und wichtige Bühne. Nicht als Verkehrsknotenpunkt, sondern als Schauplatz des GC-Cups.

Ein Turnier, dessen Namen zwar nur eine klubinterne Veranstaltung suggeriert. Doch es nicht nur das wichtigste und bestbesetzte Profiturnier in der Schweiz, sondern laut Veranstalter auch das grösste internationale Turnier in Kontinentaleuropa. Im Glascourt im HB trifft sich die Weltelite – und mit dabei sind sine Squasherin und zwei Squasher aus dem Oberland.

Welche Oberländer sind im HB im Einsatz?

Bei den Männern stammen zwei von vier Schweizer Teilnehmern aus der Region, bei den Frauen eine von zwei: Der Dübendorfer Dimitri Steinmann, der Ustermer David Bernet (mit Wildcard) und die Pfäffikerin Cindy Merlo. Für Steinmann und Merlo ist der GC-Cup zudem gleich im doppelten Sinn das Heimturnier, denn sie spielen beide für die Grasshoppers.

Für alle drei gilt: Sie dürften froh sein, einmal nicht so weit reisen zu müssen, um ihren Sport auszuüben. Allesamt bestritten sie in diesem Jahr schon Turniere in Nordamerika, Steinmann und Merlo reisten sogar nach Australien respektive Neuseeland.

Neben dem Oberländer Trio sind aus Schweizer Sicht bei den Männern Yannick Wilhelmi und Nicolas Müller im Tableau, bei den Frauen ist Ambre Allinckx die zweite Schweizerin.

Was für ein Turnier ist der GC-Cup?

Es ist das einzige Schweizer Turnier auf Stufe «World Events» der Profivereinigung PSA. «World Tour» hiess die Turnierserie bis vor zwei Jahren. Sie ist wiederum in sechs verschiedene Kategorien abgestuft, die sich vor allem punkto Preisgeld und Rankingpunkten voneinander unterscheiden. Die höchste heisst «Diamond», die zweithöchste «Platinum», die dritthöchste «Gold» – da ist der GC-Cup angesiedelt. Nur acht Turniere dieser Stufe gibt es weltweit in dieser Saison. 133’000 Dollar beträgt das Preisgeld sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern, 100’000 wären das Minimum auf Gold-Stufe.

1979 wurde das Turnier erstmals durchgeführt und nach einer zehnjährigen Pause 2012 neu lanciert. Seither wuchs es stetig punkto Preisgeld und fand an verschiedensten Schauplätzen in der Stadt Zürich statt. Erst auf den Courts des Grasshopper Clubs im Seefeld, später an Eventlocations wie dem EWZ-Unterwerk Selnau, dem Puls 5 im Industriequartier oder der Halle 622 in Oerlikon. Teilweise wurden Qualifikationsspiele und Erstrundenpartien auch in Uster durchgeführt.

In diesem Jahr ist nun zum zweiten Mal die historische Halle des Zürcher Hauptbahnhofs Schauplatz des GC-Cups, und der Glascourt erlaubt es, dass nicht nur Insider die Spiele verfolgen können, sondern auch Passanten ganz zufällig in den Genuss von Weltklasse-Squash kommen.

Und man darf durchaus von Weltklasse reden. Die beiden Topgesetzten sind der Peruaner Diego Elias und die Ägypterin Amina Orfi, sie sind beide die Weltnummer 3. Bei beiden Geschlechtern ist von den Top Ten der Weltrangliste je ein Quintett in Zürich am Start.

Wie steht es um die Erfolgschancen der Oberländer?

Bei zwei von drei realistischerweise nicht sehr gut. Cindy Merlo, die Nummer 61 der Welt, ist ungesetzt und trifft am Dienstag um 18 Uhr auf die gesetzte Nummer 18 der Welt, die Ägypterin Sana Ibrahim. Ein Vorstoss in die 2. Runde wäre für die 26-jährige Pfäffikerin eine Überraschung. Dasselbe gilt um 14.30 Uhr für David Bernet. Der Ustermer, der am Freitag seinen 21. Geburtstag feiert, liegt in der Weltrangliste auf Rang 68 und muss gegen den erfahrenen Abhay Singh aus Indien ran, die Nummer 22 der Welt.

Anders sieht es bei Dimitri Steinmann aus, der in der Weltrangliste auf Rang 17 liegt und am Dienstag um 19.30 Uhr ins Turnier eingreift. Er gehört zu den an Position 9 bis 16 gesetzten Spielern (im Squash werden nur die Setznummern 1 bis 8 gesondert definiert) und ist damit in seinem Erstrundenspiel Favorit. Sein Gegner, der Spanier Iker Pajares, liegt auf Rang 28 der Weltrangliste. Die beiden sind schon viermal aufeinandergetroffen. 2:2 steht es, wobei das letzte Duell an der WM 2023 eine klare Angelegenheit war, Steinmann gewann da in drei Sätzen. Setzt er sich auch am Dienstag im HB durch, trifft er zwei Tage später auf den an Nummer 6 gesetzten Ägypter Youssef Soliman. Der ist im Ranking als 12. zwar besser klassiert als Steinmann. Das letzte Duell der beiden entschied der Dübendorfer vor zwei Monaten aber in fünf Sätzen für sich.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.