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Dieses Problem kostet Audi WM-Punkte

Der Hinwiler Rennstall macht in Japan eine gute Falle – aber für WM-Punkte reicht es doch nicht. Warum?

Dieses Problem kostet Audi WM-Punkte

Der Hinwiler Rennstall macht in Japan eine gute Falle – aber für WM-Punkte reicht es doch nicht. Warum?

Für das Hinwiler Audi-Team gab es im dritten Rennen der Saison keine WM-Punkte. 1,064 Sekunden fehlten dem elftplatzierten Nico Hülkenberg auf die Top Ten, Gabriel Bortoleto kam als 13. ins Ziel.

Es ist ein enttäuschendes Resultat nach einem eigentlich verheissungsvollen Wochenende, an dem Audi in den freien Trainings mit zwei 7. Plätzen von Nico Hülkenberg positiv überraschte, vielversprechende Longruns zeigte und mit Gabriel Bortoleto (Startplatz 9) immerhin ein Auto im Qualifying in die Top Ten brachte.

Am Start durchgereicht

Doch im Rennen erhielten die Punktehoffnungen sehr schnell einen Dämpfer: Am Start wurden beide Audi nach hinten durchgereicht. Bortoleto verlor vier Ränge, Hülkenberg (Startplatz 13) gleich 6. Beide mussten sich durchs Feld wieder nach vorn pflügen und verloren dabei wertvolle Zeit. Zupass kam ihnen eine Safety-Car-Phase nach dem Unfall von Oliver Bearman im Haas, die beide Audi-Boliden zum einzigen Boxenstopp nutzten und dadurch einige Plätze gewannen.

Danach schienen Punkte wieder in Reichweite, vor allem für Hülkenberg, der im Rennen stärker schien als Bortoleto. Am Ende aber schrammte der Deutsche knapp an den Punkten vorbei – in der Schlussphase fuhr er mit einer Pace, die im Normalfall locker für die Top Ten hätte reichen müssen. «Wir müssen die Probleme am Start in den Griff bekommen», sagte Hülkenberg am Funk auf der Auslaufrunde. «Sie kosten uns viel».

Die Starts sind mit den neuen Motoren komplexer geworden. Audi ist punkto Startproblemen in prominenter Gesellschaft. Auch Mercedes bekundet mit dem Losfahren unter Rennbedigungen Mühe. In Suzuka starteten Kimi Antonelli und George Russell aus der ersten Reihe, fanden sich nach der ersten Runde auf den Rängen 6 und 4 wieder. Das hinderte Antonelli am Ende nicht daran, sein zweites Rennen ins Serie zu gewinnen, wobei auch dem jungen Italiener die Safety-Car-Phase half. Er führt nun die WM an – mit 19 Jahren ist er der jüngste WM-Leader der Geschichte.

Geschichte geschrieben hat Audi noch nicht im vergleichbaren Mass. Doch eine Entwicklung ist zu sehen. Im GP von Japan sehen erstmals beide Piloten die Zielflagge, nachdem Hülkenberg den Saisonstart in Australien wegen technischen Problemen verpasste und Bortoleto in China dasselbe Schicksal ereilt hatte. Zwar gab es an Bortoletos Auto im freien Training erneut Probleme, doch der Brasilianer zeigte sich beeindruckt davon, wie schnell das Team diese löste.

Binotto sucht Unterstützung, aber keinen Teamchef

Wegen der Rennabsagen in Bahrain und Saudiarabien findet das nächste Rennen in Miami erst am 3. Mai statt. Die Zeit bis dann muss Audi aber nicht nur dazu nutzen, die Probleme am Start zu lösen. Sondern auch, um sich nach dem Abgang von Teamchef Jonathan Wheatley neu zu sortieren. Dass Audi-Projektleiter Mattia Binotto zusätzlich die Rolle des Teamchefs übernimmt, ist offenbar keine langfristige Lösung. «Ich muss mich neu organisieren und wir müssen unsere Struktur überdenken», sagte Binotto in Suzuka. Ein 1:1-Ersatz von Wheatley ist aber offenbar auch nicht angedacht. «Wir suchen nicht einen neuen Teamchef», sagte Binotto. «Wir brauchen jemand, der das Team am Rennwochenende unterstützt.»

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