Darum blieb der grosse Schritt in Dübendorf aus
Für den EHC Dübendorf war der Playoff-Viertelfinal Endstation. Es bleibt der Eindruck: Da wäre nicht viel mehr möglich gewesen.
Die Playoffs: Eng wars nur auf dem Papier
Erwartet wurde eine enge Viertelfinal-Serie zwischen dem Vierten und dem Fünften nach der Qualifikation, in der Dübendorf drei Punkte weniger holte als Thun. Doch am Ende hiess es in der Serie aus EHCD-Optik 0:3. Vielleicht ein etwas zu krasses Resultat, zumal die erste Partie (3:4) erst nach Verlängerung entschieden wurde und sechs der total neun Drittel unentschieden endeten. Aber die Dübendorfer gewannen eben auch kein einziges Drittel und lagen lediglich zweimal im ersten Spiel und einmal im letzten mit einem Treffer Vorsprung in Front.
Fehlte dem EHCD der Biss? Die Härte? Der Mut? Fakt ist: Der Unterschied zwischen den beiden Teams war grösser, als die Rangliste suggeriert hatte. Spätestens nach dem Auftaktsieg agierte Thun aus einer Position der Stärke heraus – der EHCD hatte dem nichts entgegenzusetzen.
Die Bilanz: Schrittchen statt Schritt
Ein Schritt nach vorne war der Plan, ein Schrittchen ist daraus geworden: 5. statt 6. Rang nach der Qualifikation, drei Punkte mehr als im letzten Jahr (bei allerdings zwei Spielen weniger) – das sind die Fakten. Es ist eine Bilanz, die sich sehen lässt, zumal es für den EHCD die zweite Saison nach dem Wiederaufstieg war.
Doch die Mannschaft bewies eben durchaus, dass auch ein grösserer Schritt dringelegen wäre. Sie holte im ersten Drittel der Saison 20 Punkte, im zweiten 17 und im dritten 16. Das ist kein Absturz, aber ein schleichender Abbau. Und die Dübendorfer haben dabei selbst verschuldet Punkte gegen Schlusslicht Pikes Oberthurgau und gegen den Zweitletzten Bülach liegen gelassen.
Wären sie konstanter gewesen, hätten die Dübendorfer den 4. Rang nach der Qualifikation belegt – mehr mutmasslich aber auch nicht. Eine Schwächephase gab es übrigens auch in der letzten Saison, dort brachte man es mit dem frühzeitigen Erreichen des Saisonziels (Playoff-Qualifikation) in Zusammenhang. Das gilt heuer aber nicht mehr.
Die Zukunft: Ein Name schürt Erwartungen
Dem EHCD steht eine personelle Zäsur bevor – nicht im Kader, wo sich kein grosser Umbruch ankündigt, aber an der Bande: Die Ära Reto Stirnimann ist nach neun Jahren zu Ende gegangen, in diese Zeit fielen der Meistertitel, der Abstieg in die 1. Liga, der direkte Wiederaufstieg – Stirnimann übergibt ein intaktes Team, das entwicklungsfähig ist. Nun übernimmt Christian Weber. Der grosse Name heizt auch die Erwartungen im und um den Verein wieder an. Salopp gesagt: Weber ist ein Aushängeschild des Vereins. Und er soll den EHCD im Amateureishockey wieder zum Aushängeschild machen.